China setzt Lizenzvergabe für Robotaxis aus

Nach einem Vorfall, bei dem zahlreiche Robotaxis in Wuhan wegen eines Systemausfalls auf offenen Straße stehen geblieben sind, hat China nun offenbar die Vergabe neuer Lizenzen für autonome Fahrzeuge ausgesetzt. Die Anbieter und die lokalen Regierungen sollen zunächst Sicherheitsvorkehrungen verbessern, bevor es neue Lizenzen gibt.

Apollo go robotaxi von baidu
Bild: Baidu

Am Abend des 31. März 2026 stoppten viele autonome Fahrzeuge des Anbieters Apollo Go des Internetkonzerns Baidu in der Metropole Wuhan mitten auf der Straße und ließen sich nicht mehr bewegen. Wie groß die Anzahl dieser Robotaxis war, dazu variieren die Angaben – es ist von ein paar Dutzend bis über 200 Fahrzeugen die Rede. Grund soll ein Systemausfall gewesen sein.

Der Straßenverkehr wurde durch das Vorkommnis beeinträchtigt und es gab Auffahrunfälle wegen des plötzlichen Stopps der Robotaxis von Apollo Go. Immerhin gab es aber keine Verletzten. Und die Passagiere waren nach Angaben der Polizei nicht in den Fahrzeugen gefangen, sondern konnten ohne Hilfe aussteigen. Allerdings sollen sich einige Fahrgäste das mitten im Verkehr nicht getraut und sich daher von Polizisten helfen lassen haben.

Ein besorgniserregender Vorfall, zumal es noch schlimmer hätte kommen können. Laut Berichten der Nachrichtenagenturen Bloomberg und Nikkei Asia sollen die Behörden, darunter das Verkehrsministerium und das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT), deshalb bereits Anfang April ein Treffen mit acht Robotaxi-Unternehmen sowie Beamten aus Städten einberufen haben, die Pilotprojekte mit Robotaxis oder autonomen Fahrzeugen durchführen. Die Behörden sollen demnach die Kommunen aufgefordert haben, eine umfassende Selbstprüfung durchzuführen und die Sicherheitsüberwachung zu verbessern, um ähnliche Vorfälle zu verhindern.

Bis dies geklärt ist, setzt China die Vergabe neuer Lizenzen für autonome Fahrzeuge aus. Laut Nikkei Asia ist frühestens Ende Mai mit einer endgültigen Entscheidung in dieser Angelegenheit zu rechnen. Jedoch können bereits aktive Robotaxi-Angebote zunächst weiteroperieren. So hieß es von Pony.ai in einer Stellungnahme, dass seine Robotaxi-Dienste in Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen normal funktionieren und dass die Vorbereitungen für die bevorstehenden Markteinführungen in Changsha und Hangzhou wie geplant fortgesetzt werden. Und auch Konkurrent WeRide bestätigte, dass seine Robotaxis in China wie gewohnt im Einsatz seien, man aber zugleich „die Bemühungen der Behörden, die höchsten Sicherheitsstandards in der gesamten Branche zu gewährleisten, unterstützt.“

Ende 2025 sollen bereits ca. 4.500 Robotaxis von acht Anbietern in etwa zehn chinesischen Städten unterwegs gewesen sein. Die Zulassung der Dienste als Pilotprojekte liegt bei den lokalen Behörden, nicht bei der Zentralregierung. Der Markt ist hochexpansiv, gerade erst hat der Ride-Hailing-Dienst Caocao des chinesischen Autokonzerns Geely den Aufbau einer Robotaxi-Flotte mit 100.000 Fahrzeugen bis 2030 angekündigt.

futurezone.at, bloomberg.com, nikkei.com

4 Kommentare

zu „China setzt Lizenzvergabe für Robotaxis aus“
Thomas Werner
29.04.2026 um 15:08
"autonome Fahrzeuge" Nein, sie sind nicht autonom, sie sind ferngesteuert.Tesla's Ansatz ist zwar der längere aber zukunftsträchtigere Weg.
Paul-Gerhard Fenzlein
29.04.2026 um 19:43
Das ist nicht richtig! Sie fahren autonom, können aber im Notfall über die verbauten Kameras ferngesteuert werden. Für diese Notfälle unterhalten die Robot Taxi Unternehmen, eigene Notfall und Service Center! Denn noch zu 99 % fahren Sie autonom!
No Robotaxi Hype
30.04.2026 um 07:16
Ein Auto ist nicht autonom, wenn es auf Informationen von außen angewiesen ist.
Marius
02.05.2026 um 12:41
Ein autonom fahrendes Auto muß Informationen von außen verarbeiten, z.B. Lidar oder Kamera Informationen. Ansonsten fährt das Auto ja blind.

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