Geelys Uber-Pendant Caocao plant Robotaxi-Offensive
Geely und Caocao haben das Eva Cab nun auf der Auto China in Peking vorgestellt. Das Fahrzeug wurde laut Geely bereits in Pilotprojekten von Caocao Mobility in Hangzhou und Suzhou erprobt. Das Eva Cab verwendet die neue EEA 4.0-Architektur mit einem zentralen Supercomputer, der die Daten eines Lidar-Systems mit 2.160 Zeilen verarbeitet.
Das Fahrzeug ist als Minivan gestaltet und kommt ohne Fahrersitz, Lenkrad und Pedale aus. Stattdessen gibt es vier Sitzplätze, die vis-à-vis ausgerichtet sind – die Fahrgäste sitzen sich also gegenüber wie in den Robotaxis der Amazon-Tochter Zoox. Laut Geely handelt es sich dabei um das erste vollständig in China entwickelte dedizierte Robotaxi.
Caocao, seines Zeichens zweitgrößter Ride-Hailing-Anbieter in China nach Didi, will bis 2030 eine Robotaxi-Flotte mit 100.000 Fahrzeugen einführen. Die großflächige Einführung soll 2028 beginnen, sagte Caocao-CEO Gong Xin auf der Auto China. Bereits 2027 soll der Start in Abu Dhabi, Hongkong sowie fünf Städten auf dem chinesischen Festland erfolgen.
Das Eva Cab wird mehr zweckdienlich als luxuriös ausgestattet sein und soll z.B. auch ohne einen Hochleistungsmotor ausgeliefert werden. Gong Xin geht davon aus, dass die Fahrzeuge daher trotz der bislang teuren Sensorik letztlich weniger kosten werden als die heute üblichen Modelle für Privatkunden, doch er nennt keine Zahlen.
Das Eva Cab soll Kostenvorteile bieten, weil es maßgeschneidert für den Fahrdienstvermittler entwickelt wurde und auf unnötige Funktionen verzichten kann. Während die meisten anderen Robotaxis am Markt – abgesehen von Zoox – bislang modifizierte Serienfahrzeuge sind. So nutzt US-Marktführer Waymo aktuell aufgerüstete Einheiten des Jaguar i-Pace, die von Haus aus stark motorisiert und komfortabel ausgestattet sind. Aber: Auch das früher vorgestellte Cybercab von Tesla oder Verne aus dem Hause Rimac werden dediziert entwickelte Robotaxis sein, allerdings als Zweisitzer.
In das Eva Cab dürften die Erfahrungen von zwei anderen Robotaxi-Projekten des Geely-Konzerns eingeflossen sein: So hat die Geely-Marke Zeekr zusammen mit Waymo unter dem Arbeitstitel Zeekr RT ein Robotaxi entwickelt, das im Februar 2026 unter der Bezeichnung Waymo Ojai in den regulären Robotaxi-Dienst in San Francisco und Phoenix integriert wurde. Dabei baut Waymo aber Sensoren und Software zum autonomen Fahren selbstständig ein. Der chinesische Ride-Hailing-Anbieter WeRide wiederum arbeitet mit der Geely-Nutzfahrzeugmarke Farizon zusammen und hat auf Basis von dessen SuperVAN ein Robotaxi namens GXR entwickelt, von dem Farizon allein in diesem Jahr 2.000 Einheiten liefern soll.





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