Einride geht an die Börse – und legt zum Handelsstart kräftig zu

Der schwedische Anbieter für elektrifizierte und autonome Gütertransporte Einride ist per SPAC-Fusion an die Nasdaq gegangen. Die Aktie legte am ersten Handelstag zeitweise um mehr als 100 Prozent zu.

Ein weißer autonomer Elektro-Lkw von Einride steht an einer Laderampe zwischen zwei Aufliegern vor einem Logistikzentrum. Ein Mitarbeiter befindet sich neben dem Fahrzeug.
Ein autonomer Elektro-Lkw von Einride an einer Verladestation. Das schwedische Unternehmen entwickelt autonome Transportlösungen für den Güterverkehr und feierte kürzlich sein Börsendebüt an der Nasdaq.
Bild: Einride

Das schwedische Transporttechnologie-Unternehmen Einride hat sein Börsendebüt an der US-Technologiebörse Nasdaq gefeiert. Die Aktie des Unternehmens, das unter dem Tickersymbol ENRD gehandelt wird, verzeichnete am ersten Handelstag zeitweise Kursgewinne von deutlich über 100 Prozent. Aufgrund der starken Kursbewegungen wurde der Handel zwischenzeitlich ausgesetzt.

Der Börsengang erfolgte über die Fusion mit der SPAC-Gesellschaft Legato Merger Corp. III. Nach Abschluss der Transaktion wurde Einride mit rund 1,35 Milliarden US-Dollar bewertet, umgerechnet rund 1,17 Milliarden Euro. Das Unternehmen nahm dabei nach eigenen Angaben mehr als 200 Millionen US-Dollar ein, darunter 113 Millionen US-Dollar von institutionellen Investoren.

Einride wurde 2016 gegründet und entwickelt autonome Elektro-Lkw sowie Software für Transportplanung und Flottenmanagement. Zum Angebot gehören sowohl fahrerlose Transportfahrzeuge als auch Dienstleistungen für elektrisch betriebene Lkw mit Fahrer. Darüber hinaus lizenziert das Unternehmen seine Automatisierungs- und Softwarelösungen an Dritte.

Nach Unternehmensangaben betreibt Einride derzeit rund 200 elektrische Nutzfahrzeuge auf seiner Plattform und arbeitet mit mehr als 30 Unternehmenskunden in sieben Ländern zusammen. Zu den Kunden zählen unter anderem GE Appliances, Apotea, PepsiCo, Heineken, Mars und Amazon. Erst kürzlich kündigte das Unternehmen zudem an, 75 elektrische Schwerlast-Lkw für das Amazon-Relay-Netzwerk in den USA bereitzustellen.

Aus bestehenden Verträgen erwartet Einride wiederkehrende Jahresumsätze („Annual Recurring Revenue, ARR“) von rund 92 Millionen US-Dollar. Langfristig sieht das Unternehmen auf Basis bestehender Geschäftspläne mit Kunden ein Umsatzpotenzial von mehr als 800 Millionen US-Dollar. Der Fokus liegt dabei zunehmend auf dem US-Markt, wo autonomer Güterverkehr langsam an Bedeutung gewinnt. Einride plant etwa in Ohio ein entsprechendes Pilotprojekt.

Der jetzt börsennotierte Anbieter verfügt nach eigenen Angaben über Genehmigungen für autonome Transportlösungen in den USA und Europa und konkurriert in diesem Segment unter anderem mit Aurora Innovation, Kodiak AI und Waabi. Die Erlöse aus dem Börsengang sollen vor allem für die weitere Skalierung der Geschäftstätigkeit und bestehender Kundenprojekte genutzt werden.

einride.tech, nasdaq.com, cnbc.com

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