The Mobility House bietet ChargePilot als Solo-Produkt
Mit dem ChargePilot ist The Mobility House groß geworden. Das Lade- und Energiemanagement ist laut dem Münchner Unternehmen als herstellerunabhängige Lösung bereits an über 2.700 Standorte in 20 Ländern im Einsatz und managt dort rund 25.000 Ladepunkte. Der lokal integrierte ChargePilot Controller steuert dabei den Energiefluss in Echtzeit und verteilt die vorhandenen Anschlussleistung auf die verschiedenen Verbraucher. Der Fokus liegt auf der Kappung von Lastspitzen und eine effiziente Verteilung der verfügbaren Leistung.
Wie die Sparte The Mobility House Solutions ankündigt, ist der ChargePilot nun europaweit als eigenständiges Produkt auf dem Markt erhältlich. Bisher war das System entweder als Teil von The Mobility Houses Lösungsportfolio (inkl. Installation, Service und/oder Hardware) erhältlich oder es wurde bei großen Roll-Out-Kunden eingesetzt. Als Zielgruppe für den neuen Go-to-Market-Ansatz nennt das Unternehmen nun vor allem „Betreiber, die die Kontrolle über ihre eigene Infrastruktur übernehmen möchten, sowie Herstellern von elektrischer Infrastruktur und Lösungsanbietern, die eine bewährte Lade- und Energiemanagement-Ebene benötigen, um ihre Kunden zu bedienen“.
Heiko Bayer, Geschäftsführer von The Mobility House Solutions, kommentiert: „Was wir in der Praxis beobachten, ist, dass das Laden zu einer geschäftskritischen Aufgabe geworden ist. Der Fokus verlagert sich vom Aufbau der Infrastruktur hin zu deren Betrieb als Teil des lokalen Energiesystems. In diesem Zusammenhang sind ein stabiler Betrieb und wirtschaftliche Effizienz unverzichtbar.“ Aktuell hätten Betreiber noch oft mit Hürden zu kämpfen, etwa Netzanschlüsse, die nur für kleinere Flotten ausgelegt sind oder Cloud-abhängigen Systemen, die keine Entscheidungen mehr treffen, sobald die Verbindung unterbrochen wird.
Der ChargePilot soll genau hier ansetzen. „Er reduziert Netzspitzenlasten um 30 bis 80 Prozent und die Energiekosten um durchschnittlich 30 Prozent, wobei die lokale Steuerung den Betrieb unabhängig von der Cloud-Konnektivität aufrechterhält“, werben die Münchner. Das System sei zudem mit über 50 Systemen kompatibel und innerhalb einer Woche an einem einzelnen Standort einsetzbar. Als Beispiel einer gelungenen Integration nennt das Unternehmen den öffentlichen Verkehrsbetreiber von Venedig ACTV, der 80 Elektrobusse und 44 DC-Ladegeräte über einen komplexen 5-MVA-Netzanschluss mit drei parallelen Transformatoren koordiniert und so einen zuverlässigen Betrieb in einer Stadt mit historischen Einschränkungen sicherstellt.
Erst vor wenigen Monaten hatte The Mobility House auch bekanntgegeben, den ChargePilot um eine dynamische Optimierung des Tarifs zu erweitern, sodass Fahrzeuge automatisch dann laden, wenn Strom günstig ist. Dazu greift das System auf aktuelle Spot Market Preise für Flotten zurück. Diese Update zahlt auf eine langfristige Vision von The Mobility House ein: Die Firma vertritt die Annahme, „dass Laden nicht nur Geld kosten muss“. Stattdessen könnten Smart Charging, Vehicle-Grid-Integration (VGI) und schwankende Energiepreise die Energie- und Kostenbilanz jeder Flotte effektiv verbessern, so das Credo der Münchner.





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