Bayern bleibt auf Fördergeldern für H2-Tankstellen sitzen

Die Förderung von Wasserstoff-Tankstellen durch den Freistaat Bayern weist eine ähnlich lückenhafte Bilanz auf wie die Energieeffizienz der Wasserstoff-Fahrzeuge selbst. Denn nun kommt raus: Nur ein Bruchteil der in den letzten Jahren bereitgestellten Fördergelder für H2-Tankstellen wurde auch wirklich genutzt.

Hubert aiwanger einweihung mobile h2 tankstelle peissenberg
Hubert Aiwanger bei der Einweihung einer mobilen H2-Tankstelle in Peißenberg (Archivbild)
Bild: StMWi/E. Neureuther

Der seit 2018 amtierende bayrische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) gilt als großer Freund von Wasserstoff. Erst im November kündigte er hat ein neues bayerisches Förderprogramm zur Anschaffung von wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen mit einem Umfang von 35 Millionen Euro an, das im Januar auch wirklich startete.

Doch bei Wasserstoff-betriebenen Fahrzeugen – sei es elektrisch mit Brennstoffzelle oder als Wasserstoff-Verbrenner – gibt es das typische Henne-Ei-Problem: Wenige Fahrzeuge treffen bislang auf wenige Tankstellen mit Wasserstoff (chemisches Zeichen: H2). Zudem mussten viele für Pkw ausgelegte Wasserstoff-Tankstellen bereits wieder schließen, während andere aufwendig für Lkw umgerüstet wurden. Ein neues bundesweites Förderprogramm für Wasserstoff-Lkw plus passender H2-Tankstellen, das von Aiwanger unterstützt wird, soll die Situation nun verbessern.

Zugleich zeigt sich: Zumindest in Bayern wären die Fördermittel für Wasserstoff-Tankstellen in den vergangenen Jahren längst da gewesen. Nur: Das Interesse war offenbar gering. Denn wie aus Landtags-Anfragen der Grünen an das bayrische Wirtschaftsministerium hervorgeht, wurde bis 2025 nur ein kleiner Teil der zugesagten finanziellen Förderung tatsächlich abgerufen und ausgegeben.

Wie aus dem Schreiben des Ministeriums hervorgeht, sagte der Freistaat Bayern von 2018 bis 2025 knapp 61 Millionen Euro Förderung für Wasserstoff-Tankstellen zu. Tatsächlich ausbezahlt wurden aber nur 16,3 Millionen Euro. Und n fünf Fällen zahlten die Geförderten insgesamt neun Millionen Euro sogar zurück, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Offenbar, weil die Projekte nicht verwirklicht wurden. Heißt also: Investoren haben kalte Füße bekommen, mutmaßlich weil es nur zu wenig potenzielle Kunden für die H2-Tankstellen mit Wasserstoff-Fahrzeugen gab.

Mittlerweile ist die bayrische Förderung von H2-Tankstellen ausgelaufen. Laut den bayrischen Grünen hatte Wirtschaftsminister Aiwanger eigentlich 100 Wasserstoff-Tankstellen im Freistaat angepeilt, aktuell sind es aber nur rund 20 Stück. Die Grünen werfen dem Minister Hubert Aiwanger nun Steuergeldverschwendung und Förderung sinnloser Projekte vor.

Neben der Förderung von Wasserstoff-Tankstellen hat die Staatsregierung in den letzten beiden Jahren auch knapp 120 Millionen Euro für den Bau von Elektrolyseuren zugesagt, davon tatsächlich ausgezahlt wurden 2025 aber nur 4,1 Millionen. Dies begründet das Wirtschaftsministerium aber mit einem üblichen zeitlichen Abstand zwischen Fördermittelantrag und tatsächlichem Baubeginn. Besonders aufsehenerregend ist zudem die Förderung der Entwicklung eines Brennstoffzellen-Elektroantriebsstrangs von BMW durch
Bund und Freistaat Bayern über insgesamt 273 Millionen Euro.

sueddeutsche.de

18 Kommentare

zu „Bayern bleibt auf Fördergeldern für H2-Tankstellen sitzen“
Simon
12.05.2026 um 16:15
Die 273 Millionen an BMW waren eine Steuergeldverschwendung, so wie sämtliches Fördergeld für H2 Tankstellen und die Städte kaufen weiter H2 Stadtbusse, das wird das nächste Debakel.
Mario
13.05.2026 um 12:23
BMW war da nicht dumm... Alle Forschungen an Wasserstoffautos außerhalb des Tanks und der Brennstoffzelle kommen denen zugute bei der Entwicklung reiner EVs. Es werden sogar leistungsfähige Akkus gebraucht, nur in anderer Größe. Soll heißen, mit den H2 Forschungsgeldern haben wir eigentlich nur die Entwicklung reiner E Autos von BMW über Umwege subventioniert.
Dennis Klinkertz
13.05.2026 um 11:49
Gerade BMW profitiert massiv von dieser Steuerverschwendung! Die Förderung ist der Hauptgrund, warum BMW weiterhin an Brennstoffzellen festhält. Wo das Geld genau landet, kann man anschließend nicht mehr genau herausfinden. Sehr wahrscheinlich in Komponenten von Elektrofahrzeugen, da die Schnittmenge zu Brennstoffzellenfahrzeugen groß ist.Aus wirtschaftlicher Sicht sehr Clever von BMW und Aiwanger konzipiert.
Robert
12.05.2026 um 16:19
"Investoren haben kalte Füße bekommen, mutmaßlich weil es nur zu wenig potenzielle Kunden für die H2-Tankstellen mit Wasserstoff-Fahrzeugen gab." Vielleicht haben dei Firmen inzwischen bemerkt das das ein Totes Pferd ist und keine Zukunft hat weil Batterie elektrische Fahrzeuge inzwischen besser und deutlich billiger sind vor allem auch im Betrieb. Also logisch das dann Fördergelder nicht mehr abgerufen werden
UB Setala
13.05.2026 um 07:32
Es wurde Recht früh davor gewarnt, das Wasserstoff in der Mobilität, eher eine Nebelkerze ist und keine Massen taugliche Zukunft hat. Nehmt das Geld und investiert es in den Ausbau von Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum -> vorallem auch an Straßen. Und bitte so, das man nicht so schnell Blockierkosten zahlen muss, weil man an der Straße parken MUSS, da es beim Mehrfamilien Haus keine ausreichende Parkmöglichkeiten gibt.
John
15.05.2026 um 16:51
Geht in die Politik. Es gibt eine Alternative Fuel Regulation (AFIR) von der EU. Danach ist auch H2 aufzubauen. Dahinter steckt u.a. auch die Strategie von CN Batterien unabhängiger zu werden. Das spielt auch ne Rolle. Abgesehen davon stimmt der Grüne H2 Preis nicht. Vorher würde ich auch nicht in Tankstellen investieren. Trotzdem haben wir uns mit den Batterien in eine neue Abhängigkeit begeben. Das ist leider wahr. Wenn man zu viel Gazprom, Tesla, BYD, whatsapp, tiktok und Co macht, schaut man irgendwann in die Röhre. Das haben wir doch gelernt? Man muss nich jede Möhre nehmen die man vor die Nase gehalten bekommt.
MWF
13.05.2026 um 08:00
Na, dann hat Bayern ja jetzt Fördergelder übrig , um Radwege in Peru zu bauen.
gerd
13.05.2026 um 08:02
da muss der Aiwanger wieder mal den Kopf für den Dr. Markus Söder hinhalten....Saludos Amigos, 250 Mio EUR für 100 H2 BMWs mit Toyoda Wasserstoffsystem...https://www.westfalen-blatt.de/owl/bielefeld/wasserstoff-muellwagen-droht-ein-tank-desaster-h2-tankstelle-brennstoffzelle-antrieb-muellabfuhr-umweltbetrieb-uwb-mobility-3440875?pid=true&ueg=default
Manfred Stummer
13.05.2026 um 09:50
Nein, es sind beide Wasser(stoff)köpfe!
Thomas Werner
13.05.2026 um 08:18
Henne-Ei-Problem? Nein, nein, nein.
erFahrer
13.05.2026 um 09:24
Söder ist der Name des Verantwortlichen! Dieser hätte das Steueraufkommen auch in Schulen und deren Unterhalt leiten können um die Wirkung auch über Jahrzehnte zu sichern. Denn gerade in der Schule lernt man vielleicht gute Dinge bei Physik die künftige Regierungs-Politiker gut gebrauchen können.
Daniel
13.05.2026 um 09:32
Gut für den Bayerischen Staatshaushalt. Danke liebe Nicht-Investoren.
Siegfrid Brandstätter
13.05.2026 um 15:35
Diese EVP- Ewig Vorgestrigen Politiker von CSU und Freien Wählern werden trotzt ihrer Inkompetenzen immer wieder gewählt. Der Wähler ist einfach genau so wenig lernfähig wie ihre Politiker. Alles sehr traurig.
Siegfrid Brandstätter
13.05.2026 um 16:07
Was muss noch passieren das die aufwachen? Ich frag nur für einen Chinesen der schon in den Startlöchern scharrt.
John
15.05.2026 um 15:48
Also die Chinesen arbeiten an FCEV Fahrzeugen. Ich würde die in der EU nicht anbieten, da wir aktuell ja die CN Batterien kaufen.
WH
19.05.2026 um 17:32
In Kleinserien. Damit der Rest der Welt denkt, die Chinesen würden das demnächst einführen und die nur 1x vorhandenen Forschungsgelder lieber komplett sinnlos verbläst anstatt zu China wettbewerbsfähige E-Fahrzeuge damit zu entwickeln. Neu zugelassene Brennstoffzellen PKW in 2025 in China: kein einziger
Heinz
14.05.2026 um 10:43
Hahaha, was für Versager.
Udo
14.05.2026 um 10:58
Danke König Söder Abgeschmiert auf ganzer Linie Aber eure Majestät ist ja schlauer

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