Statistik-Insights: Deutschland erlebt Elektroboom im Privatmarkt

Im April sind 64.350 Elektroautos neu auf die Straße gekommen. Besonders hoch war die Nachfrage bei Privaten. Das offenbart eine neue Statistik von Dataforce. Während die E-Auto-Nachfrage über alle Kanäle im Jahresvergleich um 41 Prozent anzog, waren es bei den Privatkäufen satte 85 Prozent mehr.

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Bild: swb AG

Auf den ersten Blick steht der April 2026 für viel Kontinuität und ein stabiles Wachstum bei den E-Auto-Verkäufen. Zwar ging im März bei den absoluten Verkäufen in Deutschland schon mehr, aber der stets starke März ist ein über Jahre immer wieder beobachtbares Phänomen. Die 64.350 neu zugelassenen Batterie-elektrischen Pkw (BEV) bedeuteten im April einen starken Marktanteil von 25,8 Prozent im gesamten deutschen Antriebsmix. Alle weiteren Details zu den April-Zahlen auf Basis der KBA-Statistik (Kraftfahrt-Bundesamt) können Sie hier nachlesen.

Was die KBA-Werte nicht zeigen, aber die Marktforscher von Dataforce jetzt zu Tage fördern, ist ein massiver Anstieg der E-Auto-Privatkäufe innerhalb der verschiedenen Haltergruppen. Konkret sind die Zulassungen von Privaten binnen Jahresfrist um 85 Prozent gestiegen. Sie vereinen nun fast genau ein Drittel (32,7 Prozent) aller im April zugelassenen E-Autos auf sich. Absolute Zahlen nennt Dataforce zwar nicht, rechnerisch lässt sich aber ermitteln, dass im April in der Bundesrepublik gut 21.000 BEVs von Privaten zugelassen wurden. Damit liegt der Privatmarkt beim Elektroanteil wieder knapp vor dem Flottenmarkt (31,5 Prozent), der über etliche Monate als Wachstumstreiber im E-Mobilitäts-Markt galt. Schon seit geraumer Zeit stellt Dataforce aber parallel einen wieder erstarkten Privatmarkt fest. So berichteten wir seit November regelmäßig, dass E-Autos bei Privaten so beliebt sind wie seit Wegfall der einstigen Prämie nicht mehr.

Dataforce april
Grafik: Dataforce

Prämie könnte auch das Stichwort für den nun festgestellten E-Auto-Boom im privaten Käufermarkt sein. Schließlich wird die angekündigte neue E-Auto-Prämie des Bunds rückwirkend ab dem 1. Januar gewährt und dürfte bereits verstärkte Stromer-Beschaffungen anreizen. Beantragbar soll die Förderung übrigens ab Dienstag, 19. Mai, sein. Parallel wirkt sich sicher auch der Ölpreisschock auf aktuelle Kaufentscheidungen aus. Messbar ist dieser Effekt aber eher schlecht.

Dataforce selbst hebt hervor, dass die starke E-Auto-Nachfrage den gesamten Pkw-Markt mitzieht: „Der wichtigste Grund, warum private Käuferinnen und Käufer sich wieder mehr neue Autos anschaffen, ist der Umstieg auf Elektromobilität.“ Die Dynamik schlägt sich bei den Privatanschaffungen im Gesamtmarkt denn auch in einem Plus von 8,2 Prozent nieder. Gleichzeitig betont Dataforce, dass bei derart hohen Elektroanteilen inzwischen auch immer mehr E-Auto-Fahrer hinzukommen, die zu Hause oder am Arbeitsplatz keine eigene Lademöglichkeit haben. Heißt: „Die Nachfrage nach wohnortnaher öffentlicher Ladeinfrastruktur, beispielsweise an Supermärkten oder öffentlichen Parkplätzen nimmt noch schneller zu als die Anzahl der privaten E-Auto-Fahrenden.“

dataforce.de

2 Kommentare

zu „Statistik-Insights: Deutschland erlebt Elektroboom im Privatmarkt“
Hubert Brunner
18.05.2026 um 12:48
Wenn man sich ansieht wie voll es bereits letztes Jahr war an manchen Ladestationen an der Autobahn zur Hauptreiszeit wird es dieses Jahr eher so sein, dass man sich für weitere Strecken einen Diesel mieten muss, wenn man sich nicht an den Ladesäulen anstellen möchte. Vor allem auch deshalb weil die Autoindustrie ihre Autos auf Halde mit Altakkus mit 40 bis 60 kWh, gefördert durch die Prämie noch schnell auf den Markt schmeissen, die nur mit 30 bis 100 kW maximal laden. Den Neo E-Autobesitzern dürfte da ein wenig das Gesicht einfrieren wenn sie gen Süden fahren und sie eine Stunde stehen um wieder auf 80% Ladestand zu kommen. Ein E-Fahrzeug für jemanden der nicht zuhause oder beim Arbeitgeber laden kann ist meines Erachtens eine Fehlinvestition angesichts der wenigen Ladesäulen die noch bei Lidl, Kaufland und Co. herumstehen.
Matthias
19.05.2026 um 15:04
Lieber Hubert, mit weniger als 5 Minuten Recherche kannst du den von dir geschriebenen Kommentar selbst widerlegen. Bitte geh wieder zurück in deine Verbrenner Bubble und lass die gut informierten und nach vorn gerichteten Menschen auf diesem Medium hier in Ruhe. Fakten schlagen Meinung.

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