
Weltpremiere des Skoda Epiq: Der liebste Kleine?
Es läuft für Skoda: In Deutschland ist der Elroq das meistverkaufte Elektroauto. Ab September legt die tschechische Marke nach und erweitert das Portfolio mit dem Epiq nach unten. Dieses elektrische SUV ist formal ein Kleinwagen. Er ist 4,17 Meter lang, was kurz genug für die neu geplante europäische Klasse M1e ist. Die Höhe beträgt 1,58 Meter, und die Breite liegt bei 1,80 Meter ohne Außenspiegel. Was den Epiq so fett macht, ist das Kofferraumvolumen von 475 Litern, auf das sich ein Frunk von 25 Litern addiert. Das ist nicht nur mehr als im Skoda Kamiq (400 Liter) oder einem Golf 8 (381 Liter), sondern auch mehr
als im Elroq (470 Liter). Auch der Basispreis von 25.900 Euro klingt attraktiv, ist aber nicht mehr als ein Lockangebot. Vorerst ist der Epiq ab 32.100 Euro bestellbar. Konfigurieren lässt sich die neue Baureihe seit heute bereits hier.
Der in Spanien produzierte Skoda Epiq teilt die Plattform MEB+ mit dem Cupra Raval, dem Volkswagen ID. Polo sowie dem ID. Cross. Intern werden dem ID. Cross die höchsten Absatzchancen zugesprochen, weil er die Kernmarke VW mit dem Prinzip SUV verbindet. Allerdings sollte nicht unterschätzt werden, wie gut der Ruf von Skoda in Europa inzwischen ist. Und vielleicht geben in diesem preissensiblen Marktsegment ein paar hundert Euro den Ausschlag: Der Epiq könnte der Verkaufsmeister der Kleinwagenfamilie aus dem VW-
Konzern werden.
Platz dank Frontantrieb, gute Variabilität
Allen gemeinsam ist der Frontantrieb und der üppige Platz im Kofferraum: Weil die Hinterachse eher simpel konstruiert ist und zwischen den Rädern (anders als bei den bisherigen MEB-Fahrzeugen) kein Elektromotor stört, ist viel mehr Raum vorhanden. So geht Elektroauto. Das haben auch die Wettbewerber begriffen – ein Hyundai Ioniq 3 etwa nutzt das gleiche Prinzip und nennt es Megabox.
























Für die typischen Käuferinnen und Käufer des Skoda Epiq dürfte die Variabilität an sich eine hohe Bedeutung haben. Sie werden weitgehend bedient: Einen umklappbaren Beifahrersitz wie zum Beispiel im Renault 4 gibt es zwar nicht, aber alle Versionen des Epiq haben eine Stützlast von 75 Kilogramm (kg) für die aufpreispflichtige Anhängerkupplung. Das reicht aus, um zwei E-Bikes auf dem dazugehörigen Träger zu transportieren.
Der eigentliche Zweck: Der Epiq hat eine Zuglast von 500 kg mit der kleineren
Traktionsbatterie und 750 kg (ungebremst) beziehungsweise 1.200 kg (gebremst) für die große. Womit wir bei den drei Versionen sind.
Mehr Reichweite ab 32.100 Euro
Der Epiq 35 sowie der Epiq 40 haben eine Traktionsbatterie mit 37,5 Kilowattstunden (kWh) Energieinhalt. Die Reichweite im Messverfahren WLTP liegt bei 310 Kilometern (km). Der Elektromotor im Epiq 35 leistet 85 Kilowatt (kW), jener im Epiq 40 kommt auf 99 kW. Das maximale Drehmoment: 267 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt. Eine Standardladezeit für den Hub von zehn auf 80 Prozent nach ISO 12906 gibt
Skoda nicht an; sie wird in Anlehnung an die technisch baugleichen Konzernmodelle bei unter 30 Minuten liegen.
| Epiq 35 | Epiq 40 | Epiq 55 | |
|---|---|---|---|
| Antrieb | FWD | FWD | FWD |
| Leistung | 85 kW | 99 kW | 155 kW |
| Drehmoment | 267 Nm | 267 Nm | 290 Nm |
| Beschleunigung | 11,0 s | 9,8 s | 7,4 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 150 km/h | 150 km/h | 160 km/h |
| WLTP–Reichweite | 310 km | 310 km | 440 km |
| Batteriekapazität (brutto/netto) | 38,5/37 kWh | 38,5/37 kWh | 55/52 kWh |
| Ladeleistung DC | 50 kW | 90 kW | 105 kW |
| Ladezeit DC 10-80% | – | 28 min | 24 min |
| Preis | 25.900€ | 27.900 € | 32.100€ |
Die Preisliste des kleinen Skodas beginnt vorerst bei 32.100 Euro für den Epiq 55. Er hatte eine netto 51,5 kWh fassende Traktionsbatterie. Was auffällt: Der Epiq ist in dieser Version 695 Euro günstiger als der Volkswagen ID. Polo.
Für 32.100 Euro bekommen die Kunden 440 km Normreichweite, eine Standardladezeit von 24 Minuten und mit 155 kW viel mehr Power. Das Drehmoment wächst auf 290 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit ist im Epiq 55 auf 160 km/h limitiert. Mit dem erweiterten Radius und der besseren Ladeperformance ist der Epiq 55 die Wahl für alle Menschen, die regelmäßig weitere Strecken fahren, das nötige Geld haben und vielleicht einen leichten Wohnwagen statt nur eines Gartenabfallanhängers ziehen wollen.
Unterschiedliche Zellchemien, ähnliches Leergewicht
Stichwort Gewicht: Skoda reklamiert, dass das „reduziert“ wäre, ohne konkret zu werden. Und wieder helfen die Rahmendaten der technischen Pendants. So liegt der Polo knapp unter 1,6 Tonnen. Wahrscheinlich liegt der Epiq leicht darüber. Das wäre ein guter Wert.
Gleichfalls annehmbar ist, dass die beiden Batterieversionen ähnlich wie im VW Polo zwar eine unterschiedliche Zellchemie haben, das Leergewicht aber nahezu identisch ist: Die LFP-Zellen im Epiq 35 und 40 sind äußerst robust und haben eine ungünstige Energiedichte. Die NMC-Zellen im Epiq 55 haben eine bessere Energiedichte, was zu der höheren Reichweite führt. Das Kathodenmaterial mit der Mischung aus Nickel, Mangan und Kobalt treibt jedoch die Kosten.
Skoda-Pakete
Typisch Skoda ist die Aufpreispolitik in Paketen: Die einfachste Ausstattung Essence kann mit den Paketen Komfort (für 840 Euro mit zum Beispiel beheizbaren Vordersitzen), Technik (für 1.090 Euro und unter anderem Parksensoren vorne) und Travel (für 1.550 Euro mit Navigationssystem, erweiterte Fahrassistenzsysteme) aufgewertet werden.
Die höhere Ausstattung Selection (Epiq 55: 35.600 Euro) hat die Pakete Komfort und Technik serienmäßig. Hier lassen sich zum Beispiel Matrix-LED-Scheinwerfer als Teil des Licht & Sicht-Pakets (950 Euro) zubuchen.
Selbstverständlich führt Skoda im Epiq das Simply Clever-Konzept fort. Gemeint sind eine Vielzahl von Ablagen und Detaillösungen. Serienmäßig sind etwa Flaschenhalter vorne und hinten oder optional einen Regenschirm in der Fahrertür.
Fürs bidirektionale Laden vorbereitet
Erwähnenswert ist außerdem, dass sämtliche Skoda Epiq fürs bidirektionale Laden vorbereitet sind. Das geht bei der Versorgung externer elektrischer Geräte los und reicht bis zur Vermarktung des Elektroautos als Zwischenspeicher zur Netzstabilisierung, um Geld zu verdienen. Konkrete Tarife oder Hardware gibt es noch nicht.
Die Umstände sind ideal für einen Erfolg des Skoda Epiq: SUVs in diesem Segment werden überdurchschnittlich häufig von Privatkunden erworben. Viele Haushalte sind förderberechtigt für die neue Kaufprämie – und die wird gerne als Anzahlung bei Leasing oder Finanzierung genutzt. Aber auch ohne diesen staatlichen Rückenwind trifft der Skoda Epiq ein Bedürfnis, nämlich das nach zeitgemäßer Mobilität in Kombination mit hoher Praxistauglichkeit. Es wäre
erstaunlich, wenn er scheitern würde.




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