ZF hält an Entwicklung und Produktion von E-Motoren und Invertern fest

Der Zulieferer ZF hat eine Sonderprüfung zur Restrukturierung seiner Sparte Division E abgeschlossen. Diese hat zum Ergebnis, dass das Unternehmen aus Friedrichshafen an der Fertigung von Schlüsselkomponenten für die E-Mobilität festhält und auch weiter E-Motoren und Inverter (Wechselrichter) produzieren will.

E motor inverter zf
Bild: ZF

Bekanntlich steckt ZF in einer schweren Krise und hatte im Herbst die Streichung von 7.600 Stellen in der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien (kurz: Division E) angekündigt, die seit langem schwächer ausgelastet ist als prognostiziert. Mittlerweile hat ZF eine Sonderprüfung unter dem Motto „Make or Buy“ durchgeführt. Dabei ging es darum, ob ZF auch künftig selbst Elektromotoren und Inverter (Wechselrichter) entwickeln und bauen will oder aber diese stattdessen zukünftig extern für die Verwendung in E-Antriebssystemen zukauft.

Nun ist die Entscheidung für „Make“ gefallen, also fürs Selbermachen. „Die Entscheidung für die Produktion der E-Antriebs-Kernkomponenten Motor und Wechselrichter haben wir im Schulterschluss mit unserer Arbeitnehmervertretung getroffen“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich. „Das passt zu unserer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, verlangt aber zwingend deutlich verbesserte Kostenstrukturen, um mit unseren E-Antrieben wieder in die wirtschaftliche Erfolgsspur zu kommen und Beschäftigung langfristig zu sichern.“

„Das Ergebnis der Sonderprüfung ist für uns und die Beschäftigten in Deutschland ein großer Erfolg. Eines dürfen wir nicht vergessen: Im vergangenen Sommer standen beide Produkte auf ,Buy‘, was einen gewaltigen Arbeitsplatzabbau und den Verlust von Kompetenz bedeutet hätte”, sagt der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Achim Dietrich. „Mit dem Bündnis E-Division und einer starken, solidarischen Belegschaft im Rücken haben wir es geschafft, dass diese Entscheidung noch einmal überprüft – und geändert – wird.“

Doch auch wenn es bei der Division E nun zum Schulterschluss zwischen Management und Betriebsrat gekommen ist: Das heißt aber nicht, dass ZF in der Division E nun weniger als die angekündigten 7.600 Stellen abbauen wird. Im Gegenteil: „In Summe“, sagt Division-E-Leiter Sebastian Schmitt gegenüber der „Wirtschaftswoche“, „werden wir in der Antriebsparte aufgrund der Make-Entscheidung für E-Motoren und Inverter zusätzlich eine dreistellige Zahl an Jobs abbauen müssen.“ Und das „manager magazin“ berichtet, dass mehrere Hundert Arbeitsplätze an den bayerischen Standorten Schweinfurt und Auerbach, wo mehr als 1.000 Mitarbeiter mit Elektromobilität beschäftigt sind, wegfallen werden.

Wie viele andere Autohersteller und Zulieferer auch hatte ZF mit einem schnellen Hochlauf der Elektromobilität gerechnet. Aufgrund der zögerlichen Nachfrage nach E-Autos war die Pkw-Antriebssparte von ZF in die Verlustzone gerutscht und wird aktuell restrukturiert, wie das Unternehmen selbst formuliert.

Die Sonderprüfung ging auf CEO Mathias Miedreich zurück, der den Posten zum 1. Oktober 2025 von Holger Klein übernommen hatte. Miedreich hatte als Vorstand zuvor selbst die Division E geleitet. Laut „Wirtschaftswoche“ setzt CEO Miedreich auf einen anderen Führungsstil als Vorgänger Klein: Bei ihm spielen der Konsens, das Erklären, und der Schulterschluss mit den Arbeitnehmern eine große Rolle.

zf.com, wiwo.de, manager-magazin.de

1 Kommentar

zu „ZF hält an Entwicklung und Produktion von E-Motoren und Invertern fest“
Matthias
20.05.2026 um 13:56
Als betroffener Mitarbeiter dieses Unternehmens kann ich den letzten Satz nur deutlich verneinen.

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