Juni-Bilanz: Elektroauto-Neuzulassungen auf höchstem Stand seit August 2023
Gegenüber den 59.969 Batterie-elektrischen Pkw im Mai entspricht das einem Anstieg um 40,2 Prozent. Im Vergleich zum Juni 2025, als 47.163 Elektroautos neu zugelassen worden waren, fiel das Plus mit 78,2 Prozent noch höher aus. Nach dem Rückgang im Mai hat der Elektroauto-Markt damit im Juni wieder kräftig zugelegt.
Der Juni-Wert ist nicht nur der stärkste Juni in der seit März 2017 geführten Datenreihe. Mit 84.057 Neuzulassungen handelt es sich zugleich um den drittstärksten Monat überhaupt. Höhere Werte wurden bislang nur im Dezember 2022 mit 104.325 Einheiten sowie im August 2023 mit 86.649 Batterie-elektrischen Pkw erreicht. Beiden vorangegangenen Spitzenmonaten gingen Änderungen beim Umweltbonus voraus.
Ob die seit Mai beantragbare und rückwirkend zum 1. Januar geltende staatliche Kaufprämie den Juni-Wert bereits beeinflusst hat, lässt sich anhand der KBA-Statistik zwar nicht eindeutig belegen. Möglich ist es. Denn besonders auffällig ist, dass die Zahl der Neuzulassungen privater Halter im Juni um 28,6 Prozent stieg, während die gewerblichen Halter um 9,4 Prozent zulegten. Das deutliche Plus bei den privaten Zulassungen ist ungewöhnlich. In den vergangenen Monaten lag dieser Wert zudem im einstelligen Bereich. Mit einem Plus von 78,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entwickelten sich die Elektroautos zudem wesentlich dynamischer als der Gesamtmarkt und waren ein klarer Treiber im Juni.
So verwundert es nicht, dass der Juni auch beim Marktanteil eine neue Jahresbestmarke setzt: Die Batterie-elektrischen Pkw erreichten einen Anteil von 28,4 Prozent am Gesamtmarkt – nach 24 Prozent im März, 25,8 Prozent im April und glatt 25 Prozent im Mai. Mehr als jeder vierte neue Pkw fuhr im Juni also rein elektrisch.
Auch Plug-in-Hybride legten erneut überdurchschnittlich zu: 32.212 neue PHEV bedeuten ein Plus von 25,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und einen Marktanteil von 10,9 Prozent. Zusammen kamen BEV und PHEV im Juni auf 116.269 Neuzulassungen und damit auf 39,2 Prozent des Pkw-Marktes.
Die klassischen Verbrenner setzten dagegen ihre Talfahrt fort. Benziner verloren im Juni 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und kamen noch auf einen Anteil von 20,5 Prozent, Diesel-Pkw gaben um 5,1 Prozent nach. Sie erreichten einen Marktanteil von 11,4 Prozent.
Allerdings sind die Rückgänge bei den reinen Verbrennern nur bedingt aussagekräftig, da sich ein guter Teil der Neuzulassungen auch in das nominell größte Segment der Hybride (83.315 Exemplare, 28,1 % Marktanteil) ohne Plug-in verschoben haben dürfte. Als Hybrid zählt das KBA Voll- und Mildhybride, also auch Fahrzeuge, die teilweise nicht einmal kürzeste Strecken rein elektrisch fahren können, aber aufgrund eines E-Motors im Antriebsstrang offiziell als Hybrid zählen.
Der Vollständigkeit halber: 2.121 Pkw mit Flüssiggas-Antrieb (+57,6 %, Marktanteil 0,7 %) kamen im Juni neu auf die Straßen. Ein Brennstoffzellen-Pkw wurde neu zugelassen, Erdgas-betriebene Pkw wies die Statistik keine aus. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der Neuzulassungen sank um 13,6 Prozent auf 92,6 g/km.
Fast zwei Drittel des Vorjahresvolumens erreicht
Mit dem starken Juni steht auch die Halbjahresbilanz: 368.006 Elektroautos wurden von Januar bis Juni 2026 neu zugelassen, ein Plus von 48 Prozent oder 119.280 Einheiten mehr als im ersten Halbjahr 2025. Zur Einordnung: Im gesamten Jahr 2024 waren es 380.609 Neuzulassungen, bereits das erste Halbjahr 2026 erreicht dieses Jahresergebnis fast. Und vom Rekordjahr 2025 mit 545.142 Einheiten sind nach sechs Monaten bereits rund zwei Drittel geschafft.
Bei 1.484.393 Pkw-Neuzulassungen insgesamt (+5,8 %) liegt der BEV-Anteil im ersten Halbjahr bei 24,8 Prozent – auch in der Halbjahresbetrachtung war damit etwa jeder vierte neue Pkw ein Elektroauto. Plug-in-Hybride legten um 17,9 Prozent zu, während Benziner 18,2 Prozent und Diesel 8,6 Prozent verloren.
Beim Absatz auf Markenebene unterscheidet das KBA in der Monatsmitteilung nicht zwischen den Antriebsarten, daher zunächst nur ein Blick auf die reinen Elektro-Marken: Tesla verbuchte im Juni 7.768 Neuzulassungen und damit ein Plus von 317,6 Prozent – der beste Monat des Jahres nach dem März (9.252 Einheiten). Im ersten Halbjahr kommt Tesla auf 28.857 Neuzulassungen (+224,6 %). Deutlich zulegen konnten im vergangenen Monat auch Smart (934, +176,3 %) oder auch Xpeng (922, 284,2 %). Auch Polestar (603, +16,6 %), VinFast (32, +3.100 %) und Lucid Motors (31, +82,4 %) verzeichneten ein Plus, während Nio erneut nur drei Neuzulassungen verzeichnete (-81,3 %). Bemerkenswert ist zudem BYD: Der chinesische Hersteller, der neben Elektroautos auch Plug-in-Hybride anbietet, kam im Juni auf 6.259 Neuzulassungen (+273,7 %) und steigerte sich im Halbjahresvergleich um 315,2 Prozent auf 26.252 Einheiten.
Zu den einzelnen Modellen liegen noch keine Zahlen vor. Diese veröffentlicht das Kraftfahrt-Bundesamt erst am 7. Juni. Sobald sie verfügbar sind, aktualisieren wir diesen Artikel.





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