Infineon eröffnet neue Smart Power Fab in Dresden
Die Infineon Technologies AG hat ihre neue Smart Power Fab in Dresden mehrere Monate früher eröffnet als ursprünglich geplant. Nach Angaben des Unternehmens verdoppeln sich mit dem neuen Werk die Fertigungskapazitäten für Leistungshalbleiter und Analog-/Mixed-Signal-Technologien am Standort. Insgesamt hat Infineon fünf Milliarden Euro in das Projekt investiert und schafft rund 1.000 neue Arbeitsplätze. Die in Dresden produzierten Halbleiter sollen unter anderem in Elektrofahrzeugen, softwaredefinierten Fahrzeugen, Wind- und Solaranlagen sowie in der Stromversorgung von KI-Rechenzentren zum Einsatz kommen. Leistungshalbleiter übernehmen dabei zentrale Aufgaben bei der Umwandlung und Steuerung elektrischer Energie und gelten als Schlüsselkomponenten für zahlreiche Anwendungen in der Energiewende und der Elektromobilität.
„Wir eröffnen unser neues Werk genau zur richtigen Zeit. Mit der Smart Power Fab schaffen wir dringend benötigte Kapazitäten für Schlüsseltechnologien der Zukunft – von der Energieversorgung von KI-Rechenzentren über softwaredefinierte Fahrzeuge bis hin zu erneuerbaren Energien“, sagt Infineon-CEO Jochen Hanebeck.
Nach Unternehmensangaben wurde die Fabrik weitgehend digital geplant und aufgebaut. Bereits bei der Planung sollen digitale Zwillinge zum Einsatz gekommen sein, während KI-Algorithmen die Freigabe von Anlagen und Fertigungsprozessen unterstützen. Zudem ist das Werk im Rahmen einer sogenannten „One Virtual Fab“ mit dem Infineon-Standort im österreichischen Villach vernetzt. Dadurch sollen neue Produkte und Fertigungsprozesse standortübergreifend schneller qualifiziert werden. Infineon zufolge lässt sich der Produktionshochlauf bei entsprechender Nachfrage dadurch etwa doppelt so schnell realisieren wie bislang.
Wie Infineon mitteilt, soll das Werk ausgesprochen effizient arbeiten und die Chip-Fertigung gänzlich ohne Erdgas auskommen. Und: Rund 90 Prozent des eingesetzten Wassers sollen wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt und bis zu 45 Prozent der eingesetzten Energie zurückgewonnen werden.
Die Smart Power Fab ist zugleich Teil der europäischen Halbleiterstrategie. Bereits Anfang 2025 hatte die EU-Kommission eine staatliche Förderung der Bundesregierung von bis zu 920 Millionen Euro für das Dresdner Werk genehmigt. Das Projekt zählt vor diesem Hintergrund zu den Vorhaben des European Chips Act, mit dem Europa seine Halbleiterfertigung ausbauen und die Abhängigkeit von außereuropäischen Produktionsstandorten verringern will. Bereits bei der Genehmigung hatte Infineon angekündigt, in Dresden eine flexible 300-Millimeter-Fertigung aufzubauen. Hier können unterschiedliche Halbleitertechnologien ohne aufwendige Umrüstung auf denselben Anlagen produziert werden können. Leistungshalbleiter aus Dresden sollen vor allem in Anwendungen der Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, erneuerbaren Energien und Industrie zum Einsatz kommen.





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