MAN-Werkslogistik testet Reservierung von Lkw-Ladepunkten mit Fryte

Das Startup Fryte erprobt sein Lösung für die Reservierung von Lkw-Ladestationen aktuell zusammen mit Traton Charging Solutions, MAN Charge & Go und vier Logistikern. Die Transportunternehmen können über die Plattform von Fryte dadurch Ladeslots in den Anlieferzonen von drei MAN-Werken vorab reservieren und in ihre Disposition einplanen.

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Bild: Fryte

Es klingt wie ein maßgeschneidertes „Destination Charging“ für 40-Tonner: Speditionen, die den Lkw- und Bushersteller MAN mit Bauteilen von dessen Zulieferern versorgen, können ihre Elektro-Lkw in einem Pilotprojekt besonders komfortabel am Zielort aufladen. In Zusammenarbeit mit dem Münchner Startup Fryte geht MAN eine besondere Herausforderung beim Aufladen von E-Lkw an: Denn für Logistiker reicht es in der täglichen Praxis nicht aus, nur zu wissen, wo sich die bislang noch rar gesäten Ladesäulen für E-Lkw befinden, sondern es ist auch wichtig, dass diese auch frei und nutzbar sind – und zwar genau in den Zeitfenstern, in denen sie benötigt werden.

Auf den Werksgeländen von MAN in Dachau, München und Nürnberg gibt es deshalb seit wenigen Tagen reservierbare Lkw-Ladestationen: Über die Plattform von Fryte können die teilnehmenden Transportdienstleister Ladeslots in den Anlieferzonen vorab reservieren und Ladeprozesse dadurch verlässlich in ihre Disposition einplanen.

Wartezeiten reduzieren, Planungssicherheit erhöhen

An der Pilotphase nehmen vier Transportdienstleister teil: Kloiber, Johann Dettendorfer Spedition, Jan de Rijk Logistics und Schachinger Logistik. Sie machen mit, weil gerade in der eng getakteten Logistik von Werksverkehren mit meist festen Anlieferfenstern die planbare Verfügbarkeit von Ladeinfrastruktur ein entscheidender Baustein für den operativen Einsatz von E-Trucks ist. So kommentiert die Spedition Dettendorfer bei LinkedIn das Projekt so: „Starke Entwicklung! Digitale Reservierungslösungen für die Mobilität von Lkw können Prozesse deutlich effizienter gestalten, Wartezeiten reduzieren und die Planungssicherheit erhöhen. Solche Innovationen brauchen wir.“

Technisch erfolgt die Integration der Reservierungslösung von Fryte über das OCPI-Protokoll: Dabei verbindet sich das Backend der von Traton Charging Solutions betriebenen Ladestationen an den MAN-Werken mit der Plattform von Fryte, um die Reservierung darüber zu ermöglichen. Im Zuge dessen wurden gemeinsam spezifische Buchungsregeln definiert. Dazu zählen unter anderem Öffnungszeiten, verfügbare Ladefenster, Flexibilitätsregeln für Buchungen sowie weitere Parameter, die für den Betrieb auf Werksgeländen relevant sind. Die Fryte-Plattform bildet diese Regeln digital ab und macht sie für die Disposition der teilnehmenden Logistikpartner nutzbar. Weiterhin kommt vor Ort die Ladekarte von MAN Charge & Go zur Authentifizierung und Abrechnung des Ladestroms zum Einsatz. Die teilnehmenden Transportdienstleister erhalten entsprechende Ladekarten, mit denen die Fahrerinnen und Fahrer die gebuchten Ladevorgänge vor Ort freischalten können.

Maximilian Zähringer, CEO von Fryte Mobility, erklärt: „Planbare Ladeinfrastruktur ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass E-Trucks im industriellen Zulieferverkehr zuverlässig eingesetzt werden können. Mit der integrierten Reservierung über Fryte schaffen wir für Logistiker die Möglichkeit, Ladevorgänge direkt in ihre Disposition einzubinden. Gemeinsam mit Tration Charging Solutions und MAN Charge & Go zeigen wir, wie Ladeinfrastruktur, Buchung und Abrechnung im operativen Alltag zusammenspielen können.“

Interoperabilität als Enabler

Petra Sundström, Managing Director bei TRATON Charging Solutions, ergänzt: „Die Anbindung unserer Plattform per OCPI an die Fryte-Plattform macht aus reiner Ladeinfrastruktur einen planbaren, reservierbaren Service. Genau diese Interoperabilität brauchen Flotten und Betreiber, um den elektrischen Nutzfahrzeugverkehr wirtschaftlich zu skalieren.“

Dass Zeitfenster an Ladestationen reserviert werden können, ist noch ziemlich neu und bislang fast nur im Rahmen von Pilotprojekten möglich. Das Münchner Startup Fryte, dass Logistikern mit seiner Plattform eine zuverlässige Routen- und Ladeplanung für E-Lkw ermöglichen möchte, engagiert sich daher stark für eine entsprechende Reservierungslösung, wie Gründer Maximilian Zähringer kurz nach dem Firmenstart im Interview mit electrive erzählte.

In der Zwischenzeit hat sich Fryte bereits an einer Lösung für die erste vollständig interoperable Reservierungs- und POI-Datendrehscheibe für Nutzfahrzeuge gemeinsam mit Hubject, Bosch Road Services und SBRS engagiert. Und im Projekt „Truck Charging“ hat Fryte mit mehreren weiteren Akteuren der Branche sechs Monate lang an einem Buchungssystem gefeilt

Quelle: per Mail, linkedin.com

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