Slate ruft für sein erstes Elektro-Pickup unter 25.000 Dollar auf

Das von Amazon-Gründer Jeff Bezos unterstützte E-Auto-Startup Slate bringt sein Debütmodell heraus: Das E-Pickup startet bei 24.950 US-Dollar, der E-SUV-Ableger bei 29.950 US-Dollar. Dieser Preis soll durch einen expliziten Low-Budget-Ansatz möglich werden, so verzichtet Slate etwa auf Touchscreens.

Slate truck prototyp
Bild: Slate Auto

Bei Slate handelt es sich um ein 2022 gegründetes Startup, das zunächst drei Jahre lang unbeobachtet im „Stealth Mode“ arbeitete, ehe es im April 2025 seine Pläne öffentlich machte: Kern-Ambition der Firma ist der Launch eines sehr erschwinglichen Elektro-Pickups namens Slate Truck, das durch ein modulares Konzept mit verschiedenen Zusatzausstattungen verändert werden kann – auf diese Weise soll das zweisitzige Pickup auch in ein Fünfsitzer-SUV umgerüstet werden können.

Das von Slate anfänglich noch genannte Preisschild von unter 20.000 US-Dollar galt dabei freilich inklusive der US-Förderung von E-Autos in Form einer Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar – doch diese hat die Trump-Regierung bekanntlich abgeschafft. Entsprechend spricht Slate seitdem von einem Einstiegspreis im mittleren 20.000-Dollar-Bereich. Genau sind es nun ab 24.950 US-Dollar bzw. ab 29.950 US-Dollar für den SUV-Ableger, umgerechnet knapp 22.000 bzw. 26.400 Euro. Diese Kampfpreise garniert Slate mit dem Slogan, dass diese Fahrzeuge „für Millionen von hart arbeitenden Menschen entwickelt wurden, die ein Fahrzeug suchen, das sich ihren wechselnden Bedürfnissen anpasst, ohne ihr Budget zu sprengen“.

Bis zu 330 Kilometer Reichweite

Das Flaggschiff von Slate ist der zweisitzige Slate Truck, der in der Basisausstattung u.a. ohne besagte Touchscreens, ohne Lautsprecher und mit manuell bedienbaren Fenstern vorfährt. Für den Antrieb gibt Slate 135 kW Leistung an. Der E-Motor sitzt dabei an der Hinterachse und kommt auf 264 Nm Drehmoment. Bei der Batterie handelt es sich um einen LFP-Batteriespeicher mit 65 kWh Brutto-Kapazität, von der 63 kWh nutzbar sind. Die Reichweite soll bei bis zu 205 Meilen liegen, umgerechnet 330 Kilometer. Geladen werden kann Slates Debütmodell mit bis zu 11 kW AC oder 120 kW DC. Der Ladeport unterstützt dabei NACS-Stecker. Die Ladezeit gibt der Hersteller mit vier Stunden beim AC-Laden (Level 2) und mit 30 Minuten beim Schnellladen mit Gleichstrom an. Diese Werte gelten für alle Derivate gleichermaßen. Der SUV-Ableger soll dabei laut Slate in zwei Varianten namens Squareback and Fastback vermarktet werden.

Wichtig für Pickup-Fahrer, die mit ihrem Fahrzeug Lasten transportieren wollen: Die Nutzlast des Neumodells liegt bei rund 700 Kilogramm (Originalangabe: 1.550 lb), beim SUV sind es 573 Kilogramm (1.263 lb). Das zulässige Gesamtgewicht wird je mit 2,58 Tonnen (5.689 lb) angegeben. Als Fahrzeug-Maße nennt Slate 4,43 x 1,79 x 1,72 Meter bei einem Radstand von 2,77 Metern. Die Höhe von Pickup und SUV unterscheidet sich dabei kaum. Die Ladefläche des Pickup misst 1,54 Meter in der Länge.

Auslieferungen ab dem vierten Quartal

Mit der Vorstellung der kompletten Fahrzeugspezifikationen ist das Modell auch ab sofort bestellbar – inklusive 300 Dollar Anzahlung. Die ersten Auslieferungen sollen im vierten Quartal 2026 erfolgen. Laut Slate gibt es bislang bereits gut 180.000 Reservierungen. Allerdings handelt es sich dabei um unverbindliche Interessensbekundungen, die gegen 50 Dollar Gebühr eingerecht werden können. Wie viele dieser Reservierungen wirklich in feste Bestellungen münden, muss sich erst zeigen.

Peter Faricy, CEO von Slate, nennt die Zahl aber freilich gern, um das Interesse am neuen Low-Budget-Modell zu untermauern: „Mehr als 180.000 Vorbesteller haben uns mitgeteilt, dass sie bereit sind für ein Fahrzeug, das erschwinglich und zuverlässig ist und sich an ihr Leben anpasst“, so Faricy. „Slate gibt Kunden die Freiheit, nur das zu kaufen, was sie heute brauchen, und ihr Fahrzeug anzupassen, wenn sich ihre Bedürfnisse morgen ändern. Wir freuen uns darauf, noch in diesem Jahr Slate-Fahrzeuge auf den Straßen Amerikas zu sehen.“

Die spartanische Grundausstattung seiner Fahrzeuge kombiniert Slate mit einem „großen Marketplace“, auf dem Zubehör zur Individualisierung zugekauft werden kann. „Fügen Sie über 200 Zubehörteile aus dem Slate Marketplace hinzu, von denen über 80 % unter 500 $ kosten – darunter Dachträger, Stereoanlagen, abnehmbare Sitzbezüge und Lichtabdeckungen“, wirbt das Startup. Bei Markteinführung sollen zudem über 100 Folienfarben zur Auswahl stehen, wobei „eine vollständige Fahrzeugfolierung unter 500 $ kostet“ und innerhalb von Stunden statt Tagen erledigt sein soll.

Slate kooperiert mit RepairPal-Werkstätten

Die Zielgruppe von Slate soll sich zudem durch eine „Do-it-yourself“-Mentalität bei der Reparatur auszeichnen: „Die meisten Reparaturen können Sie selbst durchführen – mit Slate U als Anleitung“, heißt es. Auf Batterie und Antriebsstrang gewährt der Hersteller zudem eine 10-Jahres- bzw. 110.000-Meilen-Garantie. Als Servicenetz setzt Slate anfänglich auf gut 3.000 RepairPal-Werkstätten im Land, darunter 100 Standorte, die befugt sind, an Hochspannungs-Teilen zu arbeiten.

Dass dieses Gesamtpaket in den USA bei Kunden gut ankommt, glauben auch mehrere Investoren: Erst vor wenigen Monaten sicherte sich Slate in einer C-Finanzierungsrunde 650 Millionen US-Dollar. Damit steigt die Summe des seit Gründung eingeworbenen Kapitals auf rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört zu den Geldgebern. Dank des neuen Kapitals kann das Startup nun ein Werk in Warsaw im Bundesstaat Indiana in Betrieb nehmen. Allein 400 Millionen Dollar sollen in diese Fabrik fließen. Neben dem Budget-Ansatz beim Fahrzeug selbst, will Slate auch die dortige Produktion selbst günstiger hinbekommen als die Konkurrenz. Haupthebel soll dabei „die Vereinfachung von Fertigungsprozessen“ sein.

Chris Barman, Slates Leiter des Geschäftsbereichs Fahrzeuge, äußerte dazu kürzlich: „Seit fast vier Jahren konzentriert sich Slate mit höchster Präzision auf die notwendigen Schritte zur Entwicklung unseres Fahrzeugs und zur Reindustrialisierung unseres Werks in Warschau. Wir werden Slate Trucks zu fast der Hälfte der Kosten eines durchschnittlichen Neuwagens liefern – wie versprochen.“

prnewswire.com, slate.auto, cnbc.com

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