Wasserstoffautos drohen hohe Kosten durch alternde Tanks
Wie das Portal Vision Mobility berichtet, erreichen die ersten Wasserstofffahrzeuge in den kommenden Jahren das Ende der Zulassung ihrer Hochdrucktanks. Die aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) gefertigten Tanks sind je nach Ausführung für eine Betriebsdauer von 15 bis maximal 20 Jahren zugelassen. Nach Ablauf dieser Frist müssen sie nach aktuellem Stand ersetzt werden, da die Betriebsgenehmigung erlischt. Betroffen sind unter anderem frühe Modelle wie der Toyota Mirai der ersten Generation, der Hyundai ix35 Fuel Cell oder der Honda FCX Clarity.
Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes sind derzeit rund 1.500 Brennstoffzellenfahrzeuge in Deutschland zugelassen. Laut Vision Mobility befinden sich viele davon im Besitz von Unternehmen, Behörden oder Forschungseinrichtungen – Privathalter sind selten. Ein Austausch der Wasserstofftanks könne je nach Fahrzeugmodell Kosten im fünfstelligen Bereich verursachen, heißt es in dem Bericht weiter. Gleichzeitig erzielen ältere Brennstoffzellenfahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt häufig nur noch vergleichsweise niedrige Preise: Gemäß Vision Mobility werden frühe Toyota Mirai inzwischen teilweise für weniger als 10.000 Euro angeboten. Ein notwendiger Tanktausch könnte damit den Restwert des Fahrzeugs übersteigen.
Ein zertifiziertes Verfahren zur Verlängerung der Tankzulassung existiert übrigens nach Informationen des Portals in Deutschland derzeit nicht. Die Tanks werden zwar im Rahmen der Hauptuntersuchung visuell überprüft, eine technische Nachprüfung mit anschließender Verlängerung der Zulassung ist nach aktuellem Stand jedoch nicht vorgesehen.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Segments geht aber gegen Null. Nach Daten von SNE Research wurden 2025 weltweit lediglich 16.011 Brennstoffzellenfahrzeuge neu zugelassen. Zwar entspricht das einem Wachstum von 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr – aber auf verschwindend geringem Niveau. In Europa gingen die Neuzulassungen sogar um 23,1 Prozent auf 566 Fahrzeuge zurück. Ungeachtet dessen halten einige Hersteller an der Technologie fest. BMW plant beispielsweise, ab 2028 eine Brennstoffzellenversion des X5 auf den Markt zu bringen. Aktuell gehört der Hyundai Nexo zu den wenigen Brennstoffzellen-Pkw, die in Europa noch als Neufahrzeug erhältlich sind.





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