Globaler Absatz von H2-Fahrzeugen legt um fast ein Viertel zu

Im Vergleich zu 2024 wurden im vergangenen Jahr 24,4 Prozent mehr Brennstoffzellen-Pkw weltweit verkauft – vor allem dank zwei Märkten. In absoluten Stückzahlen bleibt der Markt aber überschaubar: Es waren nur 16.011 H2-Pkw.

Hyundai nexo facelift min
Bild: Hyundai

Das geht aus einer Analyse des südkoreanischen Anbieters SNE Research hervor. Nach einem Rückgang im ersten Halbjahr habe sich der Markt im zweiten Halbjahr erholt und sei auf jene 16.011 Einheiten gewachsen, so SNE Research.

Zwar liegt in der Statistik China mit 7.797 Einheiten auf dem ersten Platz in der Länder-Statistik von SNE Research. In der Hersteller-Statistik werden alle 7.797 Fahrzeuge jedoch als „China Commercial“ zusammengefasst und nicht nach Herstellern und/oder Modellen aufgeschlüsselt. Es bleibt also offen, ob es sich dabei wirklich um Brennstoffzellen-Pkw oder um (leichte) Nutzfahrzeuge mit diesem Antrieb handelt. Unabhängig davon: Dass China 9,6 Prozent über dem Ergebnis aus 2024 liegt, führt SNE Research auf den extrem starken Dezember zurück. Die Abschaffung der Kaufsteuer-Befreieung für New Energy Vehicles zum Jahreswechsel hatte auch bei den Batterie-Elektroautos und den Plug-in-Hybriden zu vorgezogenen Käufen im Dezember und einen Nachfrage-Anstieg gesorgt. „ Verstärkt wurde dieser Anstieg zusätzlich durch die Erfüllung der Leistungsziele in Wasserstoff-Pilotstädten vor Jahresende“, so SNE Research.

Mit 6.802 FCEV-Pkw und einem Wachstum von ordentlichen 84,4 Prozent folgt Südkorea direkt dahinter. Getrieben wurde das dortige Wachstum von der Premiere der zweiten Generation des Hyundai Nexo im April 2025 – in Deutschland ist das Modell erst seit diesem Januar bestellbar.

Mit 6.861 Einheiten ist Hyundai auch der mit Abstand erfolgreichste Hersteller – abgesehen von den nicht genau zugeordneten 7.797 „China Commercial“-Fahrzeugen. Hyundai konnte um 78,9 Prozent wachsen und steht (inklusive der China-Fahrzeuge) für 42,9 Prozent des FCEV-Weltmarkts. Der einstige Marktführer Toyota musste mit seinem beiden Modellen Mirai und Crown FCEV einen Rückgang um 39,1 Prozent auf 1.168 Einheiten hinnehmen. Honda, das 2024 auf keine einzige FCEV-Neuzulassung kam, hat immerhin 185 Einheiten des CR-V e:FCEV in der Bilanz stehen.

Während die Märkte in China und Südkorea teils deutlich gewachsen sind, ging in allen anderen Regionen der Absatz der Brennstoffzellen-Autos zurück. Für Europa hat SNE Research von 566 Einheiten erfasst (-23,1 Prozent), in Japan gibt es um 37,3 Prozent auf 430 Fahrzeuge zurück und Nordamerika kommt auf 365 Fahrzeuge (-37,7 Prozent). Auch der Rest der Welt hat von 57 auf 51 Fahrzeuge verloren – um 10,5 Prozent, um genau zu sein.

„Das Wachstum des globalen FCEV-Marktes im Jahr 2025 lässt sich als Ergebnis der Erholung von Hyundai Motor im zweiten Halbjahr und der Auswirkungen der Steuer- und Abrechnungsfristen zum Jahresende in China zusammenfassen“, bilanziert SNE Research. „Da der Anstieg in China im Dezember jedoch größtenteils auf einer vorgezogenen Nachfrage beruhte, besteht die Möglichkeit einer kurzfristigen Korrektur Anfang 2026. Die Tatsache, dass der Toyota Mirai 2026 nur geringfügige Aktualisierungen aufweist, deutet zudem darauf hin, dass das Nachfragewachstum für Pkw-FCEVs vorerst begrenzt bleibt.“

Bei der Marktentwicklung im laufenden Jahr sehen die südkoreanischen Experten auch einige Fragezeichen. So sei noch offen, ob der Ausbau der Infrastruktur mit der Nachfrage Schritt halten könne oder ob Pilotprojekte tatsächlich in einen nachhaltigen Betrieb übergehen. Und: „Bleiben die Subventionsrichtlinien stabil genug, um eine verlässliche Prognose für Fahrzeugpreise und Gesamtbetriebskosten (TCO) zu gewährleisten?“

sneresearch.com

24 Kommentare

zu „Globaler Absatz von H2-Fahrzeugen legt um fast ein Viertel zu“
Chris
23.02.2026 um 16:25
25% Steigerung von fast Null ist auch keine große Kunst...
Atze67
23.02.2026 um 17:27
In Deutschland ist der Antrieb unerheblich, da unsere Regierung sich davon verabschiedet hat. Bei uns sind die Projekte eingestellt worden.
Edefuchs
24.02.2026 um 08:14
Nicht nur in Deutschland. Weltweit. Täglich werden etwa 200.000 Fzg. neu zugelassen. 16.000 H2 Fzg. sind nicht einmal 10% der täglichen Zulassungen.
Erri Alset
24.02.2026 um 07:43
Nur in Bayern nicht.....
Chris
24.02.2026 um 07:42
Die deutsche Regierung ist "technologieoffen". FCEC wurden ebenso gefördert woe BEV. BMW erhilet auch Zusage fr Subventionen. Der Markt regelt aber, 700bar-Tankstellen wurden reihenweise geschlossen. Deren Betreiber sehe eine Zukunft nur bei 350 bar für LKW.
Voltaire
24.02.2026 um 09:46
Laut Prof. Lesch (Terra X) ist "Technologieoffenheit" nur ein anderer Ausdruck für Ahnungslosigkeit.
Ottmar Höpfl
24.02.2026 um 06:41
Nicht die Regierung. Diese unterstützt H2-, Mobilität weiterhin mit Millionenbeträgen, siehe BMW oder die Förderung für Tankstellen. Der Käufer will die 2 erhältlichen Fahrzeuge nicht, der Markt entscheidet.
Tim
24.02.2026 um 07:40
Wie hat sich dagegen die dazugehörige Tankstellenzahl erhöht. In Europa geht die Zahl ja stetig zurück. Was bringt ein Fahrzeug ohne Infrastruktur?
erFahrer
24.02.2026 um 08:09
Welcher Glaube lässt dieses Pferd füttern?
Helmut
24.02.2026 um 08:19
Aber Söder will doch gerade Wasserstoff in allen Bereichen ganz groß raus bringen Und wenn er das sagt, wird das auch gelingen
Marcus
24.02.2026 um 09:41
Söder sagt viel wenn der Tag lang ist. Söder wollte vor einigen Jahren auch, dass das Verbernneraus bereits 2020 kommt.
Karlheinz Hauth
24.02.2026 um 11:24
Habe mir ein Wasserstoff Auto gekauft und hoffe das es bald genug Tankstellen dafür gibt.
Friedhelm Dudjahn
26.02.2026 um 15:08
Na bei den hohen kilopreisen hat es keine Zukunft vor 5 Jahren 99 Cent pro Kilo heute 170 bis 190
MarioB
24.02.2026 um 14:32
Statistiken eignen sich bestens für Satire ;-)
Stef
24.02.2026 um 16:45
H2 Boom!!!!!! Sag das mal schnell jemand dem Hubsi und dem Maggus!
Joe Blue
24.02.2026 um 17:37
Selbst bei LKW hat Wasserstoff keine Chance. Zu teuer und wartungsaufwändig
Silke Frank
25.02.2026 um 06:50
Wartungsaufwändig? Worauf begründen Sie Ihre Aussage?
Battie
24.02.2026 um 20:42
Ohne ordentliche Exportchancen wird auch bei den letzten H2 Mohikanern in Fernost bald Schluss mit dem Unsinn sein.
Joachim Gruber-Scheikl
25.02.2026 um 09:51
Wenn Wasserstoff dann im LKW und wenn dort, dann sollte es ein Wasserstoffverbrennungsmotor sein. Diese unterscheiden sich nur in Details zu Diesel/Benzinmotoren und könnten in den vorhandenen Fabriken flexibel produziert werden. Alle Motorenhersteller können das. Ein Hochlauf könnte so einfach und flexibel, mit wenig Invest in Fabriken, skaliert werden. Sollte so tatsächlich eine H2 Tanktstellen- und Versorgungsinfrastruktur entstehen kann man später die effizientere aber teurere Brennstoffzelle einführen.
Ben Becker
25.02.2026 um 14:56
Wieder eine dieser Desinformationskampagnen der Wasserstoff-Lobbyisten. Wasserstoffverbrenner stoßen Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO₂) aus, welches Atemwege reizt und Smog mitverursachen kann. Der Wasserstoffverbrenner ist nochmals teurer und ineffizienter im Betrieb als der klassisch-ineffiziente FCEV. On top all die Bekanten Nachteile von FCEV + die Argumente von Claude. Nein Danke! Gehen Sie weiter und drehen Sie Ihren Wasserstoff-Mist der Luft- und Raumfahrt an.
Claude
25.02.2026 um 10:55
Wasserstoff ist SEHR anspruchsvoll, er versprödet Stahl insbesondesr bei hohen Temperaturen. Dies führt zu teuren Spezialwerkstoffen für zB die Ventile und Spannungsrisse in der Kurbelwelle! Hier ist nichts einfachso umzurüsten.Wasserstoff entwickelt leider wenig Drehmoment, die Antriebe haben Spitzenleistung aber miesen Durchzug. BMW hat dies in den 80er Jahren für viel Geld nachgewiesen.Die einzigen wasserstofffesten Motoren sind Wankel. Werden in Deutschland/Cottbus von einem Dreissig- Leute Team entwickelt. Leider ist der Betrieb mit diesem Treibstoff exorbitant teuer! Da ein Wankel vielstofffähig ist kann ohne grosse Umrüstung Bio-Methan oder Alkohol sowie Methanol aus deutlich preiswertern Tanks verwendet werden, wer es möchte auch gleichzeitig!Zuletzt kommt das jährliche Theater mit dem TÜV betreffend der Tanks und mit den Tankstellen.
John
25.02.2026 um 11:03
Grünen H2 brauchen wir, denn man kann nicht jeden Prozess mit Batterien betreiben und die komplette Reg. Energien in Batterien speichern. Auf der Anwendungsseite kann man diskutieren ob man mit FCEV-PKWs zum jetzigen Zeitpunkt ein attraktives Angebot machen kann. Als FCEV-PKW Hersteller würde ich mich auf jeden Fall schleunigst um Tankstellen und den H2-Preis kümmern. Zurück zum ersten Punkt der "eierlegenden Wollmilchsau Batterie": Solange diese Wertschöpfungskette nicht komplett aus der EU kommt, sollte man sich überlegen ob man solche Batterien überall einbaut! Im Gegensatz dazu kann man Grünen H2 immerhin ausreichend aus Ern. Energien in der freien Welt herstellen. Ob das die H2-Motivation von Söder & Co ist, kann ich nicht beurteilen. Allerdings finde das Thema (Grüner) H2 und daher auch die FC in der Anwendung als geopolitisch durchaus attraktiv.
Ben Becker
25.02.2026 um 15:54
Hinter Wasserstoff stehen die Nachfolgeunternehmen der Erdgas- und Erdölindustrie. Unternehmen, die maßgeblich zur Klimakrise beitragen. Diesen Akteuren und ihren Handlangern dürfen wir keinen Glauben schenken. Wir müssen konsequent verhindern, weiterhin öffentliche Gelder in Dead-End-Technologien zu lenken. Jeder sollte sich bewusst machen: Wasserstoff-Lobbyisten investieren Jahr für Jahr Millionenbeträge in Kampagnen, um Gesellschaft und Politik einzureden, eine klimaneutrale Zukunft sei ohne Wasserstoff nicht möglich. Das ist wissenschaftlich überholt und nicht haltbar. Eine rein elektrische Zukunft ist möglich und sie kommt ohne Wasserstofftechnologien aus!
Marco
15.05.2026 um 10:22
Das Thema Wasserstoff ist bei PKW als auch bei LKW durch. Zu teuer zu ineffizient, zu viele technische Probleme. Speichermengen an Tankstellen für H2 LKW technisch zu aufwendig. Mindestens doppelt besser 3 Fach Kompressoranlagen notwendig. Speichermenge selbst mit mehreren riesen großen H2 Tanks nur für wenige LKW ausreichend. Dazu kommen noch sehr viel mehr technische Schwierigkeiten bei der H2 Infrastruktur. Wasserstoff ist leider das am schlechtesten zu speichernde Element auf dieser Erde.

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