Rosatom meldet deutlich mehr Ladevorgänge in Russland
Nach Angaben von Rosatom stieg die Auslastung des unternehmenseigenen Ladenetzes mit mehr als 290 Ladepunkten zwischen dem 21. und 28. Juni um 40 Prozent. Der Konzern, der neben seinem Kerngeschäft in der Kernenergie auch Ladeinfrastruktur und Batterietechnologien für Elektrofahrzeuge entwickelt, führt den Anstieg auf die derzeitigen Kraftstoffengpässe zurück.
Auslöser der Versorgungsprobleme sind laut Reuters verstärkte Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur. Diese hätten in zahlreichen Regionen zu Einschränkungen bei der Versorgung mit Benzin und Diesel geführt, besonders im Süden Russlands und in Teilen Sibiriens. Die russische Regierung hatte die Engpässe zuletzt selbst eingeräumt und arbeitet nach eigenen Angaben an Maßnahmen zur Stabilisierung der Kraftstoffversorgung.
Rosatom-Chef Alexei Lichatschow rechnet laut Reuters zwar nicht mit einer kurzfristigen Verlagerung hin zu Elektroautos. Die aktuelle Situation könne jedoch dazu beitragen, dass Autofahrer bei ihrer nächsten Fahrzeugwahl verstärkt Batterie-elektrische Modelle in Betracht ziehen. Der russische Markt für Elektrofahrzeuge befindet sich allerdings weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase. Nach Daten des Analyseunternehmens Autostat waren Anfang April rund 208.000 Batterie-elektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride in Russland zugelassen. Von Januar bis Mai wurden zudem 24.600 Plug-in-Hybride verkauft. Das ist ein Plus von 125 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Ob die gestiegene Nutzung der Ladeinfrastruktur einen nachhaltigen Effekt auf den russischen Elektroautomarkt haben wird, bleibt offen. Neben den großen Entfernungen und klimatischen Bedingungen gilt insbesondere die vergleichsweise dünne Ladeinfrastruktur als Hemmnis für die Elektromobilität im Land. Rosatom baut seine Aktivitäten in diesem Bereich aber seit mehreren Jahren aus und engagiert sich neben dem Aufbau eines Ladenetzes auch in der Entwicklung und Produktion von Batteriezellen.





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