BRAVE10k: Projektteam zielt auf 10.000 autonome Fahrzeuge im ÖPNV

Mit dem Forschungsprojekt BRAVE10k soll die Einführung autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland beschleunigt werden. Das von Telematik-Spezialist INIT geleitete Konsortium verfolgt dabei das Ziel, bis 2030 die Integration von mehr als 10.000 autonomen Fahrzeugen im ÖPNV vorzubereiten.

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Die Projektpartner trafen sich zum Auftakt von BRAVE10k bei INIT in Karlsruhe.
Bild: INIT

Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert und vom TÜV Rheinland begleitet. Insgesamt arbeiten rund 20 Partner aus den Bereichen Verkehr, Industrie, Forschung, Normung und Beratung zusammen. Den offiziellen Projektauftakt veranstaltete Telematik-Spezialist INIT nun am Unternehmenssitz in Karlsruhe. Im Mittelpunkt des Projekts steht nicht die Entwicklung neuer Fahrzeugtechnik, sondern die Frage, wie autonome Fahrzeuge großflächig in den öffentlichen Verkehr integriert werden können. Dazu sollen standardisierte Verfahren und digitale Werkzeuge entstehen, die Planung, Ausschreibung, Genehmigung und Betrieb fahrerloser Fahrzeuge vereinfachen.

Geplant sind unter anderem Lösungen für Leitstellen und die technische Aufsicht, eine einheitliche Klassifizierung von Streckenanforderungen sowie standardisierte Genehmigungs- und Zulassungsverfahren. Darüber hinaus sollen Betriebsdaten ausgewertet und mithilfe eines digitalen Zwillings verschiedene Einsatzszenarien simuliert werden. Ergänzend wollen die Projektpartner offene Schnittstellen und Standards entwickeln, um die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Systemen zu verbessern.

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Autonome Kleinbusse sollen künftig den Regelbetrieb im öffentlichen Nahverkehr ergänzen.
Bild: Bertrandt

Das Konsortium plant zudem, Verkehrsunternehmen, Kommunen und weitere Akteure der Branche frühzeitig einzubinden. In den kommenden Monaten soll dazu ein Stakeholder-Dialog gestartet werden. Autonome Shuttles und Busse werden derzeit bereits in zahlreichen Modellprojekten getestet. Der Übergang in einen wirtschaftlichen Regelbetrieb gilt jedoch weiterhin als Herausforderung. Neben der Fahrzeugtechnologie spielen insbesondere Genehmigungsprozesse, Sicherheitskonzepte, Leitstellen, digitale Infrastruktur und standardisierte Betriebsabläufe eine zentrale Rolle. BRAVE10k setzt genau an diesen organisatorischen und regulatorischen Voraussetzungen an und soll die Grundlage für eine spätere Skalierung autonomer ÖPNV-Angebote schaffen.

Das Projekt reiht sich in eine Serie aktueller Forschungsinitiativen zum autonomen Fahren in Deutschland ein. Erst Anfang Juli hatten die rund 20 Partner des Projekts STADT:up ihre Ergebnisse zum automatisierten Fahren im Stadtverkehr vorgestellt. Während dort vor allem KI-basierte Fahrzeugfunktionen und die Bewältigung komplexer urbaner Verkehrssituationen im Mittelpunkt standen, konzentriert sich BRAVE10k auf den nächsten Schritt: die organisatorischen, regulatorischen und betrieblichen Voraussetzungen für den großflächigen Einsatz autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr.

initse.com

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