Automatisiertes Fahren im Stadtverkehr: Abschlussbilanz des Projekts STADT:up
Im Rahmen einer zweitägigen Abschlussveranstaltung im Aldenhoven Testing Center präsentierten die Initiatoren von STADT:up („Solutions and Technologies for Automated Driving in Town“) nun die Ergebnisse aus der gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Im Zentrum standen dabei die entwickelten Technologien und Konzepte zum durchgängigen automatisierten Fahren im Stadtverkehr. Auf dem Testgelände wurden passend dazu entsprechende Fahrdemonstrationen durchgeführt.
Der Ausgangspunkt von STADT:up war dabei, dass sich zwar zum Start des Projekts vor dreieinhalb Jahren in Deutschland schon erste automatisierte Fahrfunktionen auf Autobahnen im Serieneinsatz befanden, man davon für den innerstädtischen Verkehr aber zumindest damals noch nicht sprechen konnte. Denn dichte und heterogene Verkehrsströme, komplexe Knotenpunkte, unübersichtliche Situationen, temporäre Hindernisse sowie die Interaktion mit Fußgängern, Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern erfordern ein besonders robustes, vorausschauendes und kooperatives Fahrverhalten automatisierter Systeme, so die Projektpartner.
Ziel des Projekts war es daher, automatisiertes Fahren durchgängig im Stadtverkehr zu ermöglichen und die Fahrer so dauerhaft von Fahraufgaben zu entlasten – bei wechselnden Umgebungsbedingungen und in komplexen Verkehrssituationen. Dafür wurde im Rahmen von STADT:up eine urbane Fahrautomation entwickelt, die KI für die gesamte funktionale Wirkkette einsetzt, also für die Umgebungserfassung und Datenfusion ebenso wie bei der Verhaltensprädiktion und Manöverplanung.
Fabian Flohr, Professor für Maschinelles Lernen und Autonome Systeme an der Hochschule München, sagt: „Stadtverkehr ist das Härteste, was man einem autonomen Fahrzeug zumuten kann. STADT:up hat gezeigt: KI-basierte Systeme sind dieser Komplexität heute schon gewachsen – wenn man die richtigen Daten hat und die richtigen Fragen stellt. An der Hochschule München bringen wir der KI bei, das urbane Chaos durch die Augen von Fußgängern und Radfahrern zu lesen. So können autonome Fahrzeuge vorausdenken und machen das Unvorhersehbare berechenbar.“
Im Rahmen des Projekts wurde von der Hochschule München u.a. auch das Versuchsfahrzeug AVA entwickelt. Es erkennt nicht nur, wo ein Fußgänger steht – es antizipiert, wohin er als nächstes gehen wird. Mit Kameras, LiDAR und leistungsstarker Rechenhardware ausgerüstet, verarbeitet das System in Echtzeit komplexe Verkehrssituationen. Das Ergebnis: ein Fahrstil, der frühzeitig reagiert, bevor kritische Situationen entstehen, so die Hochschule München.
Beteiligt an STADT:up waren die Automobilhersteller Mercedes-Benz und Opel, die VW-Tochter Cariad, die Zuliefer- und Technologieunternehmen Aptiv Services, AUMOVIO, AVL, DeepScenario, Ergosign, gestigon, Hella, Robert Bosch, Valeo und ZF Friedrichshafen AG. Aus dem Bereich Wissenschaft und Forschung haben sich die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Hochschule München, die TU Chemnitz, die TU Darmstadt und die TU München als Partner in das Projekt eingebracht. Gefördert wurde das Projekt via das Programm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
dlr.de, idw-online.de (Hochschule München)





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