28.04.2019 - 17:32

Formel E: Audi dominierte im Pariser Aprilwetter

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Das achte Formel E-Rennen führte die Fahrer gestern ins Herz von Paris. Der Niederländer Robin Frijns vom Team Envision Virgin Racing, unterwegs mit einem Audi-Antriebsstrang, gewann das erstes Rennen in seiner Formel E-Geschichte und bestätigte das Gesetz der Serie: Er war der achte unterschiedliche Sieger im achten Saisonrennen.

Besonders emotional für Frijns: am niederländischen Koningsdag holte er seinen ersten Formel E-Sieg unter teils chaotischen Bedingungen: „Es ging nur ums Überleben“, sagte er nach dem Rennen.

In Sichtweite des Eiffelturms und unweit der Kirche Notre Dame, die vor zwei Wochen brannte, rollten am Samstag Elektroautos mit bis zu 250 km/h durch die engen Straßen beim Paris E-Prix. Mit 1,93 Kilometern Länge gehört die Strecke zu den kürzesten im Formel E-Zirkus. In 14 Kurven schlängelten sich die Autos rund um den Invalidendom, der unter anderem das Grab Napoleons beherbergt.

Der Formel E-Gastlauf in Paris bedeutet immer auch eine Rückkehr zur eigenen Geburtsstätte. Die Idee zur rein elektrischen Rennserie entstand nämlich am 3. März 2011 bei einem Abendessen im Pariser Nobelrestaurant „Le Stresa“ zwischen FIA-Präsident Jean Todt, Alejandro Agag und dem heutigen EU-Parlamentspräsidenten Antonio Tajani. Der Plan wurde auf einer Serviette festgehalten, die heute mit den Unterschriften aller Beteiligten eingerahmt an der Wand des Restaurants prangt.

„Mein Traum war es immer, die Formel 1 nach Paris zu holen. Mit der Formel E haben wir das geschafft“, verkündete Todt kürzlich voller Stolz gegenüber der „Auto Bild“. So soll es auch bleiben. Die Stadt und die rein elektrische Rennserie haben bestätigt, dass die Veranstaltung für weitere drei Jahre in der französischen Metropole stattfinden wird.

Das Rennen am Samstag war allerding ein Wechselbad der Gefühle – und der Wetterbedingungen. In einem verregneten Qualifying zum Mittag setzte Pascal Wehrlein im Mahindra die schnellste Zeit, aber der Reifenluftdruck lag unterhalb des vorgeschriebenen Minimums von 1,6 bar. Sowohl Wehrlein als auch Teamkollege D’Ambrosio mussten als Strafe aus der letzten Reihe starten.

Die beiden Nissan-Piloten Oliver Rowland und Sebastien Buemi profitierten von der Strafversetzung und standen schließlich bei strahlendem Sonnenschein in der ersten Startreihe. Die dennoch rutschigen Streckenbedingungen veranlassten die Rennleitung zu einem fliegenden Start hinter dem BMW i8 (Safety Car).

Der Führende Rowland schlug bereits in Runde 2 nach einem Verbremser in einer Barriere ein. Zehn Minuten später schaffte es Robin Frijns vorbei an Buemi, der kurz darauf in die Boxengasse abbiegen musste, wegen Problemen am Fahrzeug. Frijns führte in Folge das Rennen souverän von der Spitze des Feldes an – trotz beschädigtem Frontflügel.

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Nach 15 Rennminuten änderten sich die Bedingungen dramatisch. Einsetzender Starkregen und teilweise Hagel setzten die Strecke unter Wasser. Auf dem rutschigen Untergrund kam es zu vielen Kollisionen, Einschlägen und Drehern. Zur Info: Die Elektroflitzer sind unterwegs mit profilierten Allwetterreifen von Michelin. Zwei Sätze Reifen stehen den Teams pro Auto am Wochenende zur Verfügung.

BMW-Fahrer Alex Sims und HWA-Pilot Stoffel Vandoorne waren nur zwei der Leidtragenden der vielen Kollisionen und fielen vorzeitig aus. Immerhin behielt HWA-Fahrer Gary Paffett die Nerven, fuhr von Startplatz 17 auf Platz 8 vor und holte damit zum zweiten Mal in dieser Saison wertvolle Punkte.

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Nach zahlreichen gelben Flaggen und einer Safety-Car-Phase blieb die Spitzengruppe um Frijns, André Lotterer (Techeetah) und Daniel Abt (Audi Sport Abt Schaeffler) eng beisammen. In der gleichen Reihenfolge ging es schließlich auch über die Ziellinie.

Das Rennen war denn auch ein voller Erfolg für die deutschen Piloten: Alle Vier schafften es in die Top 10, zwei sogar auf das Podium. Wehrlein fuhr enorm stark von P22 auf P10 vor und somit noch in die Punkte.

André Lotterer stand zum zweiten Mal in Folge auf dem 2. Platz und befindet sich im Gesamtklassement nur 1 Pünktchen hinter dem Führenden Frijns. In der Teamwertung holte Audi die meisten Punkte durch Abts dritten und Lucas di Grassis vierten Platz und kämpfte sich mit mittlerweile 129 Gesamtpunkten näher heran an das führende Team Techeetah (142).

Wie im electrive.net-Interview angekündigt, greift Daniel Abt in der zweiten Saisonhälfte stärker an, um auch in der Fahrermeisterschaft mitzumischen. In Paris freute er sich über sein zweites Podium: „Das Auto war am Rutschen, ich hatte null Grip. Ich dachte nur: ‚Bring die Punkte heim, mach‘ jetzt nichts Dummes‘.“

Maximilian Günther fuhr mit einem sensationellen Platz 5 die ersten 10 Punkte für Geox Dragon ein. „Ein Top-Rennen für uns in Paris. Es war natürlich höchst anspruchsvoll mit allen möglichen Bedingungen, von ganz trocken bis wechselhaft, bis ganz nass. Da musst Du Dich als Fahrer immer neu drauf einstellen vom Fahrstil her, von den Gripbedingungen aber auch von den Einstellungen im Auto“, sagte der Deutsche.

Au revoir Paris! Der nächste Lauf zur ABB FIA Formel E-Meisterschaft ist der Monaco E-Prix am 11. Mai 2019. Ende Mai gastiert die Rennserie dann zum fünften Mal in Berlin. Wenige Restkarten sind erhältlich unter fiaformulae.com.

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