09.09.2019 - 22:14

Weltpremiere des VW ID.3: „Es ist das Auto, das man jetzt von uns erwartet.“

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Am Vorabend der IAA hat VW endlich den ID.3 enthüllt. Mit dem ersten Elektroauto auf Basis des MEB will Volkswagen-Chef Herbert Diess viel bewegen. Der Konzern spricht gar von einer „neuen Ära“ nach Käfer und Golf. Doch einige Punkte sind immer noch offen.

Mit dem ID.3 soll es in das „Zeitalter der bilanziell CO2-neutralen Mobilität“ gehen. Bei der offiziellen Weltpremiere des ersten MEB-Stromers hat sich VW vorgenommen, vieles anders zu machen: Die Nachhaltigkeit steht im Vordergrund – das soll auch durch den neuen Markenauftritt samt neuem Logo unterstrichen werden. „Wir übernehmen Verantwortung“, sagte Marketing-Chef Jochen Sengpiehl bei der Show in Frankfurt.

Der Schritt in die klimafreundliche Mobilität soll also mit dem ID.3 gelingen – für Konzernchef Herbert Diess wird das Elektroauto „mehr als ein neues Modell sein“. „Er ist das Auto, das man jetzt von uns erwartet“, sagte Diess bei der Präsentation, in der er auch 70 neue E-Autos bis 2028 versprach.

Über den Erstling auf der innerhalb von vier Jahren entwickelten MEB-Basis war schon vor seiner Weltpremiere vieles bekannt – aber auch nach der Veranstaltung sind noch einige Fragen offen. Halten wir uns zunächst an die Fakten: Die modulare Batterie wird in drei Größen angeboten (45, 58 und 77 kWh), was für WLTP-Reichweiten zwischen 330 und 550 Kilometer sorgt. Für den ID.3 1ST, das Launch-Sondermodell mit mittlerer Batterie und 420 Kilometern Reichweite, spricht VW von 100 kW Ladeleistung. Damit sollen in 30 Minuten Strom für 290 WLTP-Kilometer oder 200 Autobahn-Kilometer nachgeladen werden können – deutlich mehr als bislang im Kompakt-Segment üblich. Im Top-Modell mit 77-kWh-Batterie sind laut einer Mitteilung des Konzerns 125 kW DC-Ladeleistung zu erwarten.

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A propos Kompakt-Segment: Von den Maßen ähnelt der ID.3 dem Golf (4,26 Meter lang, 1,80 Meter breit), beim Design hat sich VW (zwangsweise) etwas von dem Klassiker entfernt. Er ist immer noch klar als VW erkennbar, aber auch deutlich moderner und ein bisschen futuristischer – ohne wie ein i3 seinerzeit zu polarisieren. Das liegt auch an den völlig anderen Proportionen, wie VW-Chefdesigner Klaus Bischoff erklärte. Langer Radstand, kurze Überhänge. „Wir haben uns auf wenige, klare Linien besonnen“, so Bischoff. Worauf der Designer an seinem neuen Werk besonders stolz ist? „Das Auto ist voll mit Sensorik, aber man sieht es kaum.“

Für teilautonome Fahrfunktionen wie in einem Tesla Model 3 reichen die Sensoren zwar noch nicht, der ID.3 bietet aber alles, was im VW-Regal an Helfern verfügbar ist – Spurhalteassistenten, Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung und so weiter. Es ist in der VW-Planung auch nicht die Aufgabe des ID.3, Vorreiter bei Fahrassistenten zu sein – dafür gibt es andere Marken im Konzern. Der ID.3 soll erst einmal die potenziellen Kunden überzeugen, dass sie sich ein Elektroauto kaufen und nicht den Golf VIII, der noch in diesem Jahr vorgestellt wird.

Und bei der Kaufentscheidung geht eben vieles über den Preis – und hier sind noch Fragen offen. Die ausverkaufte Sonderedition ID.3 1ST mit mittlerer Batterie war ab 40.000 Euro erhältlich. Bei der Präsentation hat VW zwar bekräftigt, dass die Einsteigsversion des ID.3 für weniger als 30.000 Euro zu haben sein wird und mit dem Umweltbonus in die Preisregionen eines Golf-Diesel vorstößt. Nur ist immer noch nicht klar, was der Kunde für diesen Preis bekommen wird. Die kleine 45-kWh-Batterie ist klar, Dinge wie die Motorleistung und die Ausstattung aber noch nicht. Auch die Preise für die anderen Versionen nach der 1ST-Sonderedition nennt VW noch nicht. Die inzwischen bekannten technischen Daten der drei Varianten haben wir in einer Tabelle am Ende des Textes zusammengefasst. Es sind aber noch einige Lücken enthalten, weil VW immer noch nicht die vollständigen Daten aller drei Varianten genannt hat. Damit rechnen wir erst in den nächsten Tagen.

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Im Innenraum ist der Einfluss von Tesla deutlich zu sehen. Das Armaturenbrett wird von einem freistehenden Mitteldisplay dominiert, mit zehn Zoll Diagonale aber nicht vergleichbar mit jenem aus dem Model 3. Muss es aber auch nicht, denn im ID.3 handelt es sich wirklich um ein reines Infotainment-Display – der Fahrer hat hinter dem Lenkrad seine eigene Anzeige. Zudem bietet der ID.3 optional auch ein „Augmented Reality HUD“. Diese neue Form eines Head-up-Displays projiziert weiterhin Informationen in die Windschutzscheibe, das Sichtfeld ist jedoch ungleich größer und damit wirkungsvoller. So etwas fehlt im Tesla Model 3, wo jegliche Info – selbst die Geschwindigkeit – auf dem zentralen Display abgelesen werden muss.

Das AR-HUD ist Teil der höchsten Ausstattungsvariante des ID.3 1ST – das Sondermodell wird in drei verschiedenen Ausstattungen angeboten. Bereits in der Basisvariante ist etwa das Navigationssystem an Bord, während die „Plus“-Variante über einige Komfort-Extras wie das schlüssellose Zugangssystem oder den Abstandstempomaten verfügt. Die „Max“-Version enthält dann unter anderem das Head-up-Display und 20-Zoll-Felgen.

Die ersten ID.3 1ST sollen in Deutschland Mitte 2020 ausgeliefert werden. Der wohl größte offene Punkt: Über den weiteren Fahrplan hat VW keine Angaben gemacht. Es ist immer noch offen, wann die regulären Modelle in allen drei Batteriegrößen bestellt und geliefert werden können – und zu welchem Preis. Vielleicht will gut Ding einfach Weile haben – eine neue Ära hat selten über Nacht angefangen.

 

Technische Daten: ID.3 Pure ID.3 Pro ID.3 Pro S
Leistung 150 kW
max. Drehmoment 310 Nm
Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
Reichweite kombiniert (WLTP) bis zu 330 km bis zu 420 km bis zu 550 km
Batteriekapazität 48 kWh brutto, 45 kWh netto 62 kWh brutto, 58 kWh netto 82 kWh brutto, 77 kWh netto
Ladeleistung DC 50 kW (CCS), 100 kW optional 100 kW (CCS) 125 kW (CCS)
Ladeleistung AC 7,2 kW (Typ 2, zweiphasig) 11 kW (Typ 2, dreiphasig) 11 kW (Typ 2, dreiphasig)

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7 Kommentare zu “Weltpremiere des VW ID.3: „Es ist das Auto, das man jetzt von uns erwartet.“

  1. Max

    Gibt es Hinweise oder Indizien dazu, ob der AC-Lader vom Pure auch 7,2 kW einphasig kann?

  2. Sonnen -eDriver

    Prima, dann noch bidirektionales Laden und eine Schuko-Steckdose an Bord, was beides für ein komplett neu entwickeltes eModel in 2020 keine Frage sein s o l l t e.

  3. Jogi

    Aussagen zu bidirektionaler Ladefähigkeit?

    • Sebastian Schaal

      Leider nicht!

      • Jogi

        Danke, schade!

  4. Helmuth

    Der richtige Schritt in eine spannende Automotive-Zukunft.
    Beeindruckende Reichweite, konsequent auf Alltagsgebrauch optimiert, mit 150 E-Motor kW garantierter Spaßfaktor.
    …und jeder gefahrene km CO-2 neutral
    (in Verbindung mit Grünstrom-Charging)
    Gut gemacht ! …freue mich auf die erste Probefahrt

  5. Christian

    Der Anfang ist gemacht – nun muss VW nur noch liefern! 😉

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09.09.2019 22:44