19.09.2019 - 06:52

Jochen Rudat wechselt von Tesla zu Automobili Pininfarina

Der Abschied des langjährigen Deutschland-Chefs Jochen Rudat bei Tesla ist perfekt. Der Manager geht Ende September, bleibt dem Verkauf von Elektroautos aber treu. Denn ab Oktober wird er als Vertriebschef bei Automobili Pininfarina starten, wie electrive.net exklusiv erfahren hat.

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Das Rätselraten um Jochen Rudat hat ein Ende. Erst waren es Gerüchte, wonach er als „Director Central Europe“ von Tesla nicht mehr im Amt sei. Sämtliche unserer Anfragen bei ihm und Tesla blieben jedoch unbeantwortet. Auf LinkedIn teilte Rudat weiter Erfolgsmeldungen aus Kalifornien, wohl zur Ablenkung. Dann befeuerte Nextmove-Geschäftsführer Stefan Moeller die Spekulationen über den Abgang von Rudat, der sich daraufhin zu einem Dementi genötigt sah. Dieses fiel aber denkbar schwach aus: „Ich bin nach wie vor bei Tesla angestellt“, sagte Rudat gegenüber einer eMobility-Webseite. Heute wissen wir – das „Manager Magazin“ hat es vor ein paar Stunden erst wieder gemeldet – dass Rudat seit Juli 2019 freigestellt ist. Insofern war Rudats Behauptung wie vermutet sogar zutreffend – noch angestellt, aber nicht mehr im Unternehmen tätig.

Doch nun in die Gegenwart bzw. Zukunft: Während Jochen Rudat bei Tesla von Bord gegangen ist, hat die Redaktion von electrive.net aus gut unterrichteten Kreisen erfahren, wo er ab Oktober wieder Elektroautos verkaufen soll – und zwar beim Luxushersteller Automobili Pininfarina. Das italienische Designstudio wird gerade zu einem eigenständigen eMobility-Hersteller transformiert: Den Wandel treibt der indische Mutterkonzern Mahindra voran und will Automobili Pininfarina als europäische Marke für Luxus-Elektroautos etablieren. Die Rolle von Jochen Rudat wird jener bei Tesla entsprechen: Er soll verkaufen – und steigt als Director Sales bei der inzwischen in München beheimateten Firma ein.

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Pininfarina plant eine Reihe von Nobel-Elektroautos zu Preisen ab rund 150.000 Euro. Erstes Leuchtturm-Projekt ist allerdings ein rund zwei Millionen Euro teures elektrisches Hypercar namens Battista, das ab 2020 angeboten werden und in unter zwei Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen soll. Wie Pininfarina-CEO Michael Perschke kürzlich erklärte, will seine Marke die weiteren Modelle, darunter ein SUV und eine Limousine, auf eine eigene Plattform stellen. Die technische Lösung wird wohl das Rolling Chassis, welches derzeit auf der IAA zu sehen ist und im Rahmen einer Entwicklungskooperation zwischen dem Zulieferer Bosch und dem Chassis- und Automobiltechnik-Experten Benteler entstanden ist.

Auf Jochen Rudat wartet also eine spannende Aufgabe. Anders als bei Tesla muss er wohl keine Einmischung eines exzentrischen CEO aus Kalifornien befürchten. Nach allem, was man hört und sieht, ist bei Pininfarina Teamwork gefragt. Das Vertriebskonzept wird dem von Tesla allerdings ähneln: So plant die neue Marke exklusive Lounges in ausgewählten Städten mit großer Kaufkraft. Seine fast zehnjährige Tesla-Erfahrung – Rudat ging bereits 2009 als Roadster-Verkäufer in der Schweiz an Bord – wird der Vertriebsexperte also nutzen können.

Update 01.10.2019: Inzwischen hat Pininfarina Automobili unseren Bericht bestätigt. Per Pressemitteilung gab das Unternehmen bekannt, dass Rudat zum neuen Vertriebsleiter ernannt wurde. „Gemeinsam mit seinem Team wird er für die Vermarktung des spannenden Portfolios geplanter Elektrofahrzeuge verantwortlich sein“, teilt Pininfarina mit. Zudem werde die Vertriebsorganisation mit der Ernennung zweier regionaler Vertriebsleiter und der Berufung von Gösta Henning zum Director Client Relations weiter gestärkt.

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3 Kommentare zu “Jochen Rudat wechselt von Tesla zu Automobili Pininfarina

  1. Bruford

    …sorry, endlich!
    Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland meilenweit hinterher. (s. aktuell als Beispiel NL/ Model3 das meistverkaufte Auto in ’19 überhaupt) Davon kann Tesla hierzulande nur träumen.

    Bei der seit Jahren tesla-diffamierenden Lobby hier in Deutschland ist deren Saat doch erst einmal „wunderbar“ aufgegangen. Somit ist eine massive Imagepflege angesagt. Da hat er nach meiner Einschätzung massiv versagt. Denn ein sehr großer Teil potentieller Kunden hier ist immer noch breit von dieser Diffamierung und daraus resultierenden Negativimage Teslas Infiziert. Das erlebt man in Gesprächen immer wieder. Die wissen es nicht oder wollen es nicht wissen, welch hohen Stellenwert dieses Unternehmen weltweit erreicht hat. Die Lack-, Leder- und Spaltmaßfraktion muss überzeugt werden, dass man mit Tesla derzeit mit Jahren Vorsprung die mit Abstand technisch besten und zukunftsweisednen Autos kauft.

    Er hat es aber bezüglich der dringend ausbaubedürftigen Service-Bedingungen auch nicht leicht gehabt. Das gilt allerdings für alle anderen europ. Staaten i. e. gleichermaßen, von Norwegen mal abgesehen.

    Es besteht nun die Chance, dass es ein neuer fähiger Kopf es besser machen wird. Ich hoffe, es wird fruchten.

  2. Juergen Ziller

    Ich empfehle mal ein BEV der Marken Audi oder Mercedes zu fahren. Dann wissen Sie wie sich ein ordentliches Auto anfühlt. Die Krone für Effizienz geht noch an TESLA, kein Zweifel, aber auf allen anderen Gebieten versagen die Amis nach Strich und Faden. Und genau das quittieren die deutschen Kunden mit Ihrer Kaufenthaltung gegenüber Tesla. Wochen oder gar Monate lang auf ein Ersatzteil oder eine Reparatur zu warten, ja bitte geht’s noch.
    Ich setze auf den ID 3, der auch vom Ansatz her ein Volkswagen werden wird. Den sich auch Leute mit weniger Kohle leisten werden können.

    Dennoch, danke an EM, ohne dem die Sache nicht ins rollen gekommen wäre.

  3. Klaus

    Ein BEV von Audi kann ich nicht empfehlen. Wenn man mal ein Problem hat unterwegs, ist es auch dort nicht unüblich beim Freundlichen zu hören: „Tut uns leid, für das Auto hat bei uns keiner die nötige Ausbildung.“

    Immerhin gab’s dann einen Verbrenner zum weiterfahren…

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19.09.2019 06:26