18.12.2019 - 07:00

BMW will im iX3 Reichweite und Batteriegröße versöhnen

Im kommenden Jahr geht mit dem iX3 der erste BMW mit der „fünften Generation“ der E-Antriebe des bayerischen Autobauers in Produktion. Jetzt hat BMW weitere Details zu der eDrive-Einheit gemacht, die ab 2021 auch im i4 und iNext zum Einsatz kommen soll.

Bei dem Antrieb handelt es sich um eine Eigenentwicklung, in welche die mehr als zehnjährige Erfahrung der BMW Group im Bereich der Elektromobilität geflossen sei, wie der Hersteller in einer Mitteilung betont, die electrive.net vorliegt. Da bei dem neuen Antrieb Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe in einem zentralen Gehäuse zusammengeführt sind, seien Bauraum und Gewicht des hochintegrierten Antriebs in Relation zur bereitgestellten Leistung „maßgeblich“ gesunken.

Im iX3 wird der als Heckmotor eingesetzte E-Antrieb 200 kW leisten, die Leistungsdichte soll in der 200-kW-Version 30 Prozent höher liegen als bei den bisher eingesetzten Antrieben. Da die Antriebseinheit flexibel skalierbar sein soll, kann sie laut BMW in „unterschiedlichen Fahrzeugkonzepten und Segmenten“ einsetzbar sein. In einer Grafik gibt BMW an, dass für ein „Entry Level BEV“ 90 kW möglich seien, für ein „Performance-BEV“ am anderen Ende des Spektrums mehr als 300 kW. Interessantes Detail für die Fahrbarkeit des iX3: Das Drehmoment von 400 Nm soll „durch besondere Konstruktionsmerkmale“ auch bei hohen Drehzahlen anhalten.

Zudem nennt BMW auch vorläufige Reichweiten- und Verbrauchswerte: Im WLTP soll der iX3 auf eine Reichweite von mehr als 440 Kilometern kommen, den vorläufigen Verbrauch geben die Bayern mit „weniger als 20 kWh/100km“ an. Die Batterie kommt auf einen Netto-Energiegehalt von 74 kWh. Zum Vergleich: Ein Tesla Model 3 mit Long-Range-Batterie und Allradantrieb kommt auf eine WLTP-Reichweite von 560 Kilometern – bei einer Systemleistung von 317 kW und einem Netto-Energiegehalt von 75 kWh. Dennoch schreibt BMW: „Dank des günstigen Wirkungsgrads seiner Antriebskomponenten und der hohen Energiedichte des Hochvoltspeichers erzielt der BMW iX3 eine Reichweite, die herkömmliche Elektrofahrzeuge nur mit einer deutlich größeren und entsprechend schwereren Batterie realisieren.“ Das Gewicht des einbaufertigen Akkus des iX3 nennt BMW in der Mitteilung nicht.

Dafür gibt es weitere Details zu den verwendeten Zellen. Diese werden vermutlich von CATL zugeliefert, der iX3 wird bekanntlich beim Joint Venture BMW Brilliance im chinesischen Shenyang gebaut. Die weiterhin prismatischen Zellen setzen auf die NMC-811-Technologie, der Kobalt-Anteil konnte laut BMW „um weitere zwei Drittel“ reduziert werden. Im Vergleich zu den bislang im Unternehmen eingesetzten Batteriezellen soll sich die gravimetrische Energiedichte auf Zellebene um rund 20 Prozent verbessert haben.

Weitere Zahlen zu den Zellen oder den fertigen Hochvoltspeichern nennt BMW derzeit nicht. Wie schon der Antrieb soll die Batterie flexibel skalierbar sein – früheren Berichten zufolge soll BMW mit Batteriegrößen von 60, 90 und 120 kWh planen. Interessant dabei: In der aktuellen Mitteilung nennt BMW nur den Netto-Energiegehalt der iX3-Batterie von 74 kWh, aber keinen Brutto-Wert. Sollte es sich hierbei um die 90 kWh brutto handeln, wäre der ungenutzte Puffer relativ groß – das ist aber seitens des Herstellers nicht bestätigt.

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Ungeachtet dessen ist der Autobauer von seinem Hochvoltspeicher sehr überzeugt: „In der Summe aller relevanten Aspekte, insbesondere auch bei Langlebigkeit und Sicherheit, zeigen BMW Hochvoltspeicher das Optimum des heute Darstellbaren auf“, schreiben die Münchner selbstbewusst. Die Batteriezellen des iX3 sind auch die ersten, die nach dem neuen Einkaufsprinzip von BMW hergestellt werden: Bekanntlich kauft der Autobauer Kobalt und Lithium selbst ein und gibt die Rohstoffe dann an die Zellhersteller weiter – so will der Autobauer die höchstmögliche Nachverfolgbarkeit in seiner Lieferkette erreichen.

Das Kobalt stammt aus Minen in Marokko und Australien, für das Lithium hat BMW kürzlich ebenfalls Lieferverträge mit einer australischen Mine abgeschlossen. Der dortige Abbau soll etwa einen deutlich geringeren Wasserverbrauch aufweisen als die bekannten Lithium-Minen in Südamerika. Die Zellen selbst werden für die fünfte eDrive-Generation von CATL und Samsung SDI gebaut. Hier hat BMW im November Aufträge im Milliardenwert vergeben, um seinen Batterie-Bedarf bis 2031 abzusichern.

Die zugekauften (aber nach BMW-Vorgaben gefertigten) Zellen werden dann von dem Autobauer zu Modulen gruppiert und diese modellspezifisch zu den fertigen Batteriepacks zusammengesetzt. Wie in SUV üblich sitzt der Hochvoltspeicher des iX3 im Fahrzeugboden zwischen den Achsen. Laut BMW soll es beim Platzangebot für die Passagiere und dem Kofferraum keine Einbußen im Vergleich zu einem konventionell angetriebenen X3 geben.
Quelle: Info per E-Mail

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16 Kommentare zu “BMW will im iX3 Reichweite und Batteriegröße versöhnen

  1. Christian

    16,8 kWh / 100 km sind der Hammer für ein SUV!

    • Nightrunner

      Das ist aber WLTP und mit Sicherheit auch deutlich schlechter als das kommende Tesla Model Y (ebenfalls ein SUV), also nix Hammer, sondern lediglich geringere Ineffizienz, als Audi, Jaguar und Mercedes.

  2. Egon meier

    Es ist mir ein absolutes Rätsel und keiner hat bisher aus nur ansatzweise die Frage beantwortet, die Tesla eine solche Effizienz des Antriebs hinkriegt. Da haben doch sicher jede Menge Ingenieure den Antrieb und die leistungselektronik mis auf den letzten halbleiter analysiert und trotzdem ..
    BMW hat jetzt auch 10 jahre BEV-Erfahrung, Nissan ebenfalls – von anderen rede ich mal nicht – und sie kriegen es nicht ansatzweise gebacken.
    So lange die Akkus so teuer sind gibt das einen riesigen Kostenvorteil für Tesla … gleiche Reichweite mit weniger Akku- größere Reichweite mit gleicher Akkugröße. Aus diesem Kostenvorteil kann man viele Investitionen bezahlen.

    • pauline17

      @Egon meier

      Was genau bekommen sie denn nicht gebacken?

    • tom anders

      Der Vergleich im Artikel ist nicht gut gewählt.

      Das Model 3 ist eine ganz andere Fahrzeugklasse als der iX3. Man vergleicht eine kleine windschnittge Limousine mit einem großen wuchtigem SUV…. wie soll da was anderes herauskommen?

      Der Vergleich mit einem Kia e-Niro oder Hyundai Kona wäre hier angebracht. Vielleicht auch noch mit dem etwas größeren Model X, Audi e-tron oder Mercedes EQC. Aber ganz sicher nicht mit dem Model 3.

      • Simon Saag

        Sehe ich anders. Wer tönt, einen so effizienten Antrieb zu haben, muss sich auch mit einem der effizientesten Autos messen lassen. Der Kona ist unzutreffend, weil 2 Klassen kleiner. e-Niro noch eine Klasse kleiner, mit jeweils 150kW auch schwächer. Model X ist zu groß, e-tron und EQC nur als Allrad-Versionen verfügbar. Rein vom Fahrzeug her würde wohl der EQC am besten passen, aber eben der Antrieb unterscheidet sich wieder stark.

        Ich bin vor allem auf die Realverbräuche gespannt, weil auf dem Papier sehen ein e-tron oder i-Pace auch besser aus.

      • mike

        4 Personen von A nach B transportieren. was hilft ein effizienter Antrieb, wenn das Fahrzeug aussenrum uneffizient ist?

      • Nightrunner

        Vergleichen Sie den BMW mit dem kommenden Model Y von Tesla (ebenfalls ein SUV) ist er immer noch deutlich weniger Effizient. Die Karosserie des X3 ist einfach für E-Autos alles andere als ideal.

  3. Hans

    Naja, Hyundai ist gleichauf, wenn nicht sogar besser (ok, nicht bei gleicher Leistung). Und das bei Autos, die ‘nur’ umgebaut wurden. Glaube ja, dass das an der Bordelektronik/Infotainment liegt, was die Deutschen OEMs anscheinend so gar nicht energieeffizient hinbekommen, Tesla und Hyundai schon.
    Nur an der Aerodynamik und am Antriebsstrang/Leistungselektronik liegt es – glaub ich-jedenfalls nicht.

  4. exi

    Immerhin – Ihr diskutiert hier über den richtig geilen Scheiß. Effizienz. Finde ich gut. Weiter machen.

  5. Heinz

    Die Aktien der BMW AG sind eine gute Geldanlage
    …nicht nur wegen der guten Dividende.

    Mehr als 200 kW (270+ PS), deutlich weniger Verbrauch als Tesla-X und Audi/Daimler sowieso, und über 440 km nach WLTP.

    Diese Daten des iX3 können mich durchaus überzeugen.
    2023 gibt es 13 rein elektrische Automodelle der BMW Group von der Kompaktklasse über Sportwagen bis zu Luxus- & Großfahrzeugen.

    Die Motoren will BMW intern einteilen wie Kleidergrößen: S, M, L und XL mit Leistungen von 100, 200, 250 und 300 Kilowatt (136, 272, 340 und 408 PS). Gemischt und variiert werden kann beliebig. Kleinere Fahrzeuge bekommen einen Motor, größere Modelle und SUV können bis drei Motoren bekommen.

    Fakten bereits 2019: “Auf dem deutschen Markt bleibt BMW mit einem Anteil von 21 Prozent der elektrifizierten Fahrzeuge weiterhin unumstrittener Marktführer. Für Gesamt-Europa liegt BMW mit einem unveränderten Anteil von 13 Prozent auf dem zweiten Rang, wobei Marktführer Tesla einen Rückgang von 20 auf 18 Prozent vermelden muss. Mit einem Anteil von 3 Prozent schafft Mercedes den Sprung aus der “Sonstige”-Riege, die Schwaben liegen damit auf Augenhöhe mit Audi. Gemeinsam mit ihrer Tochtermarke Smart kommen die Stuttgarter auf 6 Prozent und liegen damit gleichauf mit Volkswagen.”

    Auch wenn es kaum einer gemerkt hat, ist BMW über die letzten fünf Jahre gerechnet
    der profitabelste Autobauer der Welt. Hohe Dividenden werden bezahlt. Und dabei werden meist nur 30% des Gewinns ausgeschüttet.

    Allein die Vermögenswerte in der Bilanz sind bereits deutlich mehr wert als die Aktien.
    Und die Hidden Assets kommen nochmal dazu. Grundstücke zu Alt-Preisen, Milliarden-Beteiligungen (BBA) und hohe Abschreibungen sind über die Bilanz-Gestaltung verborgen.

    Die Eigentümer von BMW verstecken bereits seit Jahrzehnten erfolgreich hohe Gewinne.
    (Google: BMW Stille Reserven)
    Das spart dem Unternehmen BMW und den Eigentümern viele Steuern.

    Versuche von Volkswagen und mehreren internationalen Unternehmen, BMW zum dreifachen Preis zu kaufen, wurden abgewehrt.
    Rechnet man die Buchwerte + Stille Reserven + Ertragswerte + Goodwill zusammen,
    würde man etwa beim fünffachen des Aktienpreises landen. Das alles gibt viel Sicherheit
    für die Beständigkeit von BMW bei über 5 Prozent Dividenden-Rendite. Auf lange Sicht kommen dazu noch deutliche Kurssteigerungen.

    Inzwischen sitzen sogar in Wolfsburg und Ingolstadt unbelasteten BMW-Vorstände am Ruder. Und auch Daimler schaut mehr als interessiert nach München. Gegen VW-Winterkorn und Audi-Stadler hingegen wurde Haftbefehle ausgestellt.

    Meinen nächsten PKW tanke ich mit Solarstrom vom Hausdach. Das wird sehr wahrscheinlich ein BMW sein.

    • Nightrunner

      Ich würde mich bei dem Nachholbedarf, den BMW in Sachen Elektromobilität hat, hinsichtlich der BMW-Aktie nicht so sicher fühlen, wie sie das tun. Das BMW für sein neues A-Auto eine Verbrenner-Karosserie verwendet, lässt doch stark vermuten, dass man (weil man lange geschlafen hat) sehr unter Zeitdruck war und deshalb keine Zeit hatte, ein strömungsgünstigeres Fahrzeug zu entwickeln.

      • Ich

        Klar, dass man ein SUV nimmt, die verkaufen sich halt gerade sehr gut. BMW liefert ab 2021 auch den i4 aus, der wird ein (vermutlich recht guter) Tesla Model 3 Konkurrent (wenn der Preis passt). Aber ja, die Deutschen Automobilhersteller haben noch ineffizientere Antriebe als Tesla. Aber sie holen auf: Der Audi etron verbrauch nur minimal mehr als ein X, kann dafür seeeehr schnell laden!
        Trotzdem wird Tesla wohl noch ein Weilchen Marktführer/leader im E-Segment sein. Mal sehen was der Battery Day bringt…

  6. Bartholomäus Steiner

    Gutes Antriebskonzept von BMW, leider ein SUV.

  7. Der-Kieler

    Bei BMW gibt es nur Abischtserklärungen und keine Produkte (außer dem veralteten i3). 20121 wird der Antrieb in die ersten Wagen einfließen, d.h. ab 2022 sind die Autos erst auf der Straße. – Wenn übehaupt so schnell!

    Vor Kurzem hieß es noch von BMW, dass eAutos keine Bedeutung haben und der Verbrenner die Technologie der Zukunft bleibt. Jetzt gibt es auf einmal die tollsten Konzepte. – Aber es sind halt nur Konzepte und keine Produkte.

    Für mich sieht es duster aus für BMW: Die Umsätze werden schneller einbrechen, als die neuen Fahrzeuge da sein werden. Aber keine Angst: Ein Chinese wird die Marke weiterführen. 😉

    • Nighrunner

      Da haben Sie wohl etwas missverstanden. Der IX3 kommt doch bereits 2020. Dennoch – da bin ich mit Ihnen auf einer Linie – hat BMW zu lange gewartet und kann möglicherweise nicht schnell genug die Fahrzeuge liefern, die der Markt verlangt.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2019/12/18/bmw-will-im-ix3-reichweite-und-batteriegroesse-versoehnen/
18.12.2019 07:04