24.04.2019 - 13:54

BMW will Kobalt aus Australien und Marokko beziehen

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Nachdem Einkaufsvorstand Andreas Wendt kürzlich ankündigte, dass BMW mit Einführung der fünften Generation Elektrofahrzeuge ab 2020/21 kein Kobalt mehr aus dem Kongo beziehen werde, ist nun klar, woher der Rohstoff stattdessen kommen soll: aus Australien und Marokko.

Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Führungskraft des Münchner Autobauers. Demnach werde BMW das Kobalt direkt von Minen beider Länder erhalten, um sicherstellen zu können, dass dessen Abbau nicht mit Kinderarbeit in Verbindung steht. Ein Sprecher des Bergbau- und Handelsunternehmens Glencore hat Reuters gegenüber derweil bestätigt, dass sein Unternehmen BMW mit Kobalt aus seiner australischen Mine Murrin Murrin beliefern werde. Dort baute der Konzern nach eigenen Angaben vergangenes Jahr rund 2.900 Tonnen Kobalt ab.

Gänzlich verabschiedet sich BMW aus dem Kongo allerdings nicht: Denn der Konzern engagiert sich zusammen mit BASF, Samsung SDI und Samsung Electronics weiterhin im Zuge eines Pilotprojekts für einen nachhaltigen Kobaltabbau in der Demokratischen Republik Kongo. Als Koordinator tritt im Auftrag des Quartetts die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Erscheinung. Konkret soll Bergbau in kleinen, artisanalen Strukturen unter menschenwürdigen Bedingungen gefördert werden.

Vor geraumer Zeit hat der Kongo Kobalt bekanntlich im Zuge des Elektrofahrzeug-Booms als „strategische Substanz“ eingestuft und deshalb die Lizenzgebühren für den Rohstoff annähernd verdreifacht – von 3,5 auf 10 Prozent. Bereits im Sommer 2018 war der Prozentsatz von 2 auf die aktuellen 3,5 Prozent erhöht worden.

Die weltweit größte Metallbörse London Metal Exchange (LME) kündigt unterdessen eine Initiative an, um Kinderarbeit, Geldwäsche, Bestechung und Korruption zu bekämpfen. Dabei gehört Kobalt natürlich zu den besonders im Fokus stehenden Rohstoffen. So will die LME ab 2022 von gelisteten Firmen entsprechende Nachweise über ihre Bezugsquellen fordern. Den neuen Regeln zufolge müssten die Firmen bis Ende 2020 eine „Red Flag-Bewertung“ durchlaufen, die auf Leitlinien der OECD basiert.
reuters.com (BMW), edition.cnn.com, reuters.com, lme.com

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