04.12.2018

Kongo verdreifacht Lizenzgebühren für den Kobaltabbau

Die Demokratische Republik Kongo hat die Lizenzgebühren für Kobalt annähernd verdreifacht. Was bereits im Januar durchsickerte, ist nun Gewissheit: Die Republik stuft Kobalt im Zuge des Elektrofahrzeug-Booms jetzt als „strategische Substanz“ ein.

Das geht aus einem Regierungserlass hervor, den Premierminister Bruno Tshibala dieser Tage unterschrieben hat. Demnach werden sich die Lizenzgebühren für Kobalt fast verdreifachen – von 3,5 auf 10 Prozent. Bereits im Sommer war der Prozentsatz von 2 auf die aktuellen 3,5 Prozent erhöht worden.

Die Entscheidung dürfte große Auswirkungen auf den Weltmarkt haben, verfügt der Kongo doch über knapp zwei Drittel der globalen Kobaltressourcen. Der Rohstoff ist ein seltenes Element, spielt aber bei der Herstellung von Batterien für E-Fahrzeuge eine Schlüsselrolle. Der Abbau im Kongo findet vielfach unter prekären Verhältnissen statt. Stichworte in diesem Zusammenhang sind Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit.

Alternativ beziehen Autobauer Kobalt vor allem auch aus Nordafrika, Südamerika und Australien. Mit dem weltweiten Ausbau der Elektromobilität wird sich die Nachfrage aber in geraumer Zeit vervielfachen, sodass am Kongo kaum ein Weg vorbeiführen dürfte. Um diese Schlüsselposition weiß die Regierung natürlich.

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OEMs reagieren ganz unterschiedlich auf dieses Dilemma: BMW hat etwa erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, zusammen mit BASF, Samsung SDI und Samsung Electronics ein Pilotprojekt für nachhaltigen Kobaltabbau im Kongo zu starten. Die vier Unternehmen haben die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) damit beauftragt, anhand einer Pilotmine über einen Zeitraum von drei Jahren zu erproben, wie sich Arbeits- und Lebensbedingungen im kongolesischen Kleinstbergbau verbessern lassen. Erst vor etwas über einem Jahr gab die BMW Group bekannt, die Transparenz ihrer Batteriezellen-Lieferkette weiter erhöhen und zudem Optionen für Modellprojekte in der Demokratische Republik Kongo prüfen zu wollen. Dabei geht es um Maßnahmen beim Abbau von Kobalt.

Gut zwei Monate später teilte der VW-Konzern mit, gemeinsam mit seinen Zulieferern zu diskutieren, wie die Nachhaltigkeit in der Lieferkette vor allem bei Rohstoffen für E-Fahrzeuge verbessert werden kann. Konkret geht es bei VW darum, umweltfreundliche Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, die entlang der gesamten Lieferkette unter Einhaltung der Menschenrechte sowie der Umwelt- und Sozialstandards produziert werden. Und auch Daimler hat sich zum Ziel gesetzt, die Transparenz in seiner Rohstofflieferkette zu erhöhen. Dazu ist der Konzern im Sommer in die Responsible Cobalt Initiative, die Responsible Mineral Initiative, die Responsible Steel Initiative und die Aluminium Stewardship Initiative eingetreten.
af.reuters.com

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04.12.2018 14:38