05.05.2020 - 09:45

BYD plant Europa-Start noch 2020

BYD plant, noch in diesem Jahr mit dem Verkauf von Elektro-Pkw in Europa zu beginnen. Als Eintrittsmarkt hat sich der chinesische Hersteller wenig überraschend Norwegen ausgesucht, wo BYD zunächst das rein elektrische SUV Tang EV600 anbieten wird.

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

BYD ist seines Zeichens immerhin der größte Elektroautobauer Chinas und nach Tesla der zweitgrößte der Welt – allerdings stellt die NEV-Sparte von BYD auch Plug-in-Hybride her, während es sich bei Tesla bekanntlich nur um Batterie-elektrische Autos handelt. Der Europa-Start von BYD soll aber auch mit einem BEV erfolgen.

Der Tang EV600 ist ein E-SUV der Mittelklasse, kommt mit 4,87 Metern Länge aber schon an die obere Grenze des Segments. Die Reichweite (leider noch im veralteten NEFZ angegeben) liegt bei 520 Kilometern, die Batterie kommt auf einen Energiegehalt von 82,8 kWh.

Soweit die bekannten technischen Daten des China-Modells. Noch nicht bestätigt ist, ob BYD diese für Europa anpassen wird – und ob das 180 kW starke Frontantriebs-Modell und/oder das 360 kW starke Allrad-Modell mit zwei E-Motoren angeboten wird. Beim AWD sinkt die NEFZ-Reichweite übrigens auf 500 Kilometer. In China ist der Tang auch als Benziner und PHEV erhältlich.

Die Preise sind noch nicht bekannt, sie sollen noch vor dem Verkaufsstart in Norwegen kommuniziert werden. In China ist der Tang EV600 ab rund 260.000 Yuan (nach Förderung) erhältlich, umgerechnet rund 33.800 Euro.

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„Norwegen ist der am weitesten fortgeschrittene Markt in Europa, wenn es um die weit verbreitete Einführung und Nutzung von Elektrofahrzeugen sowie um ein umfassendes Ladesystem geht“, sagt Isbrand Ho, Geschäftsführer von BYD Europe. Dabei ließ Ho aber offen, auf welchen Lade-Standard BYD den Tang umgerüstet hat – der chinesische Standard GB/T ist auch in Norwegen nicht weit verbreitet, in Europa werden vor allem CCS-Schnellladesäulen aufgebaut und teilweise noch CHAdeMO-Lader.

Laut dem Europachef ist auch ein Verkauf in anderen Ländern denkbar. „Wir werden die Marktentwicklung genau prüfen, aber langfristig ist es unser Ziel, den Pkw-Absatz über Norwegen hinaus auszudehnen“, sagt Ho. Das Angebot in Norwegen bezeichnet er als „Marketing-Test“. Man sei aber zuversichtlich, „dass das Sortiment, das Design, die Praktikabilität und die Spitzentechnologie des BYD Tang anspruchsvolle europäische Käufer ansprechen werden“.

BYD kündigt darüber hinaus an, noch in diesem Jahr eine Reihe von BEV-Nutzfahrzeugen nach Europa zu bringen. Dazu gehören ein Lieferwagen, ein 7,5-Tonnen- und ein 19-Tonnen-Lkw sowie eine Terminal-Zugmaschine. Bisher bietet BYD in Europa E-Busse an.

Die Pläne von BYD sind nun bestätigt – es könnte aber sein, dass ein anderer chinesischer OEM BYD mit dem Europa-Start noch zuvor kommt. Brian Gu, Firmenchef von Xpeng Motors, sagte kürzlich in einem Interview mit „Fully Charged“, dass Xpeng Motors den europäischen Markt und insbesondere Norwegen „genau beobachtet“. Der norwegische Elektroauto-YouTuber Bjørn Nyland berichtete hingegen, dass Xpeng noch in diesem Jahr seinen G3 und im kommenden Jahr den P7 in Norwegen auf den Markt bringen wird. Wie Nyland erfahren haben will, soll für die Europa-Modelle der chinesische Schnelllade-Standard GB/T durch CHAdeMO ersetzt werden – bestätigt sind diese Informationen allerdings nicht.

Update 08.05.2020: Wenige Tage nach der Ankündigung von BYD, noch in diesem Jahr in Norwegen mit dem elektrischen SUV Tang EV600 sowie mit einer Reihe von BEV-Nutzfahrzeugen durchstarten zu wollen, hat der chinesische Hersteller nun auch den Vertrieb geregelt: RSA wird alleiniger Distributor der Elektrofahrzeuge von BYD in Norwegen und als solcher auch für den Service und die Ersatzteile zuständig sein.

RSA ist eine Autohandelsgruppe und in mehreren skandinavischen Ländern tätig. Der Versuch mit BYD bleibt aber vorerst auf Norwegen beschränkt. „RSA ist eine der erfahrensten Autoimportgruppen in der Region, die den Ruf hat, nicht nur zum Wachstum erfolgreicher Marken beizutragen, sondern auch über die erforderliche Infrastruktur zu verfügen, um Kunden zu unterstützen und ihnen das beste Markenerlebnis zu geben“ sagt BYD-Europachef Isbrand Ho.

Update 01.07.2020: Nach der Ankündigung von BYD, noch in diesem Jahr mit dem Verkauf von Elektro-Pkw in Europa zu beginnen mit Norwegen als Eintrittsmarkt, hat der chinesische Hersteller nun zusammen mit seinem lokalen Distributor RSA bei einem Launch-Event den Tang EV für den norwegischen Markt präsentiert. Bei der Veranstaltung in Oslo gab BYD an, dass die Produktion des neuen Modelljahrgangs im November 2020 starten soll, die ersten Kundenfahrzeuge des E-SUV sollen im Januar 2021 in Norwegen ausgeliefert werden.

Bei dem Event wurden noch einige Details zu der Kooperation mit Vertriebspartner RSA genannt, die aber primär das Pilotprojekt in Norwegen betreffen. So soll RSA die BYD-Modelle (neben dem Tang EV auch noch einige E-Nutzfahrzeuge) über 20 Händler anbieten. Aussagen, die über Norwegen hinaus gehen, gab es der BYD-Mitteilung zufolge nicht.

carscoops.com, insideevs.com, autocar.co.uk, bydeurope.com, youtube.com (Fully Charged, ab Minute 17:10) , youtube.com (Bjørn Nyland), bydeurope.com (Update I), bydeurope.com (Update II)

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7 Kommentare zu “BYD plant Europa-Start noch 2020

  1. Marco Frati

    Da hat Daimler sich aber schön selber ins Bein geschnitten mit der Partnerschaft. Bei dem Preis kauft dann wohl keiner nen GLA elektro mehr.

    • mike

      der GLA ist ja auch nicht gedacht für die Massenproduktion.

  2. Daniel B

    Na ja, der Ladestecker muss in Europa CCS sein. Alles andere ist unverkäuflich!

  3. Andreas V.

    Genau. Die Chinesen haben da wohl was mißverstanden mit der Verbreitung von Chademo!

    • Bartholomäus Steiner

      Das waren die Japaner 😉

  4. Carsten Patzke

    Sollten die Fahrzeuge bidirektionales Equipment haben,
    (V2H, V2G) macht Chademo schon Sinn.
    Die ersten bidirektionalen Wallboxen kommen nächsten Monat auf den Markt.
    Und bei den Preisen die die Autos kosten , ist eine Wallbox, die ca. 5000 Euro kostet locker drin.
    Zumal ein Speicher von 50-80 kW, der im Keller steht, lange nicht den Nutzen eines fahrbaren Speichers hat und in Relation viel zu teuer ist.

  5. Renato

    BYD hatte vor gut 10 Jahren schon einen schönen und effizienten Kombi in China. In der Schweiz / bzw. Europa wurde diese Marke offensichtlich erfolgreich mit allen Mitteln vom Markt ausgeschlossen (Vermutung und eigene Erfahrung beim Versuch, so ein Auto zu bekommen). Jetzt, ca. ein Jahrzehnt später kommen sie mit einem ineffizienten Monster SUV nach Europa. Die Effizienz ist dahin, der Preis einiges teurer, als damals. Eine Schande, dass die Europäer so uneinsichtig und egoistisch auf ihre SUV-Sucht bestehen. Als ob es ein Menschenrecht gäbe, immer grössere Autos zu fahren. Grösser und breiter heisst immer grössere Gefährdung von Radfahrer und Fussgänger. Immer mehr Energieverbrauch. Ein Audi E-Tron z.B. verbraucht fast gleich viel Energie, wie ein vernünftiger Benziner. Da sind wir keinen Schritt weiter!
    Es gibt noch heute keinen einzigen Famileinwagen mit genügend Platz, der kein SUV ist. Oder habe ich was verpasst?

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05.05.2020 09:24