Rosenbauer liefert erste Hybrid-Feuerwehrautos noch 2020 aus

Das erste hybride Feuerwehrfahrzeug von Rosenbauer ist dem Konzept-Stadium entwachsen und wird noch in diesem Jahr von den ersten Kooperationspartnern übernommen – konkret von der Berliner Feuerwehr, der Brandweer Amsterdam und der Dubai Civil Defence.

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In dem von Concept Fire Truck (CFT) in Revolutionary Technology (RT) umbenannten Fahrzeug kommt ein elektrischer Antriebsstrang von Volvo Penta zum Einsatz. Die Antriebsleistung beider Elektromotoren beträgt bis zu 350 kW, hinzu kommen ein dieselbetriebener Range Extender von BMW und Hochvoltbatterien mit insgesamt 100 kWh verfügbarer Kapazität.

Mit je einem E-Motor pro Achse verfügt das Fahrzeug über einen Allradantrieb. Mit den kompakten E-Motoren konnte auch eine Lenkung an beiden Achsen realisiert werden, womit der RT für seine Größe besonders wendig sein soll. Zudem kann das Fahrwerk so verstellt werden, dass die Bodenfreiheit in drei Niveaus festgelegt werden kann. Bei der Löschtechnik erfolgt der Antrieb der Pumpen entweder mechanisch über den Diesel oder auch elektrisch mit einem Generator. Der Rt verfügt über einen 2.000 Liter großen Wassertank und 200 Liter Schaummittel.

„Die Teams von Volvo Penta und Rosenbauer haben eng zusammengearbeitet, um eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln, mit der das elektrische Feuerwehrauto seine Arbeit sicherer, effektiver und nachhaltiger erledigen kann als ein herkömmliches Fahrzeug“, sagt Dieter Siegel, CEO von Rosenbauer International. „Gemeinsam haben wir das revolutionärste und fortschrittlichste Fahrzeug der Feuerwehrbranche geschaffen. Sie sind die Experten auf diesem Gebiet und verstehen unsere Bedürfnisse wirklich.“

Das neue Feuerwehrauto soll eine Antwort auf globale Megatrends wie Klimawandel, demografische Veränderungen und Urbanisierung – und deren Auswirkungen auf die Arbeit der Feuerwehr – geben. Die Zusammenarbeit mit der Berliner Feuerwehr geht rund zwei Jahre zurück, im November 2018 hatten beide Parteien eine Innovationspartnerschaft unterzeichnet, um das Hybrid-Löschfahrzeug zu entwickeln. Dazu kommen eine ähnliche Vereinbarung mit dem Australian Capital Territory (ACT) rund um die Hauptstadt Canberra und der Feuerwehr von Amsterdam. Der Concept Fire Truck wurde erstmals 2016 als Prototyp vorgestellt, mit den Kooperationen will der österreichische Feuerwehr-Ausrüster das Fahrzeug genau auf die zukünftigen Bedürfnisse von Feuerwehren zuschneiden.

Bei dem nun als RT vorgestellten Fahrzeug handelt es sich immer noch um einen technischen Prototypen, der laut Rosenbauer aber „alle wesentlichen Merkmale des zukünftigen Endproduktes“ besitze. „Wir haben uns bewusst für diesen Namen entschieden, weil wir überzeugt sind, dass der RT einen tiefgreifenden Wandel, eine Revolution im Bau von Feuerwehrfahrzeugen darstellt“, sagt Michael Friedmann, Leiter des Bereiches Group Strategy, Innovation & Marketing. „Das Fahrzeug ist keine Weiterentwicklung, keine neue Generation einer bestehenden Type oder Baureihe, sondern beantwortet neue Fragestellungen und basiert auf völlig neuen Herangehensweisen und Technologien. Technologien, die, wie wir meinen, richtungsweisend und vielleicht sogar bahnbrechend für die Zukunft des Feuerwehrfahrzeuges und der Feuerwehren sein könnten.“

Der nun gezeigte Prototyp soll als Technologieträger bei Rosenbauer verbleiben, die nächsten drei Erlkönige sollen an die genannten Feuerwehren zur Praxiserprobung übergeben werden. Die Enthüllung der Kundenfahrzeuge ist laut Rosenbauer für den Herbst geplant.

Update 27.09.2020: Die drei Hybrid-Feuerwehrautos sind jetzt auf dem Weg nach Berlin, Amsterdam und Dubai, wo sie die Kundenerprobung gehen. In der aktuellen Mitteilung ist die Leistung des RT etwas höher angegeben als zuvor. So soll das Modellüber zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von bis zu 360 kW und bis zu 50.000 Nm verfügen.
rosenbauer.com, volvogroup.com, greencarcongress.com, volvogroup.com (beide Update)

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