Nissan zeigt Konzept zur mobilen Energieversorgung

Nissan hat ein Konzeptfahrzeug namens Re-Leaf auf Basis seines Elektro-Modells Leaf entwickelt, das dank höherer Bodenfreiheit und weiterer Modifikationen direkt ins Zentrum von Katastrophengebieten gelangt, um dort Elektrizität für die Notversorgung und den Wiederaufbau bereitzustellen.

Der Re-Leaf nutzt die bidirektionale Ladefähigkeit des Serienmodells. Über zwei außen angebrachte wasserdichte Steckdosen sowie eine weitere 230-Volt-Steckdose im Kofferraum lassen sich elektrische Geräte direkt mit der Batterie des Fahrzeugs verbinden. Auf diese Weise sollen beispielsweise medizinische Geräte, Kommunikationsmittel, Beleuchtung und andere Ausrüstung auch nach einem Ausfall der öffentlichen Stromversorgung betrieben werden können.

Meist dauere es in Katastrophenfällen zwischen 24 und 48 Stunden, bis die Stromversorgung wieder hergestellt sei. In der Zwischenzeit soll der Re-Leaf mehrere Geräte gleichzeitig betreiben können. Als Beispiele führt Nissan in der Mitteilung einen elektrischen Presslufthammer oder ein Druckluftgebläse für Aufräumarbeiten, einen 10-Liter-Suppenkessel oder ein intensivmedizinisches Beatmungsgerät für die Versorgung oder ein Flutlicht an.

Damit der Re-Leaf bei einer Naturkatastrophe überhaupt an das Ziel kommt, wurde das Fahrzeug selbst modifiziert. Um auf den trümmerbedeckten Straßen voranzukommen, wurde die Bodenfreiheit des Leaf um 70 auf 225 mm erhöht und das Fahrzeug mit einem zusätzlichen Unterbodenschutz ausgerüstet. Zudem wurde die Spur verbreitert (vorne 90 mm, hinten 130 mm), 17-Zoll-All-Terrain-Reifen von BF Goodrich aufgezogen und die Radhäuser für die Offroad-Reifen und die breitere Spur angepasst.

Im Innenraum wurden die hinteren Sitze entfernt und der Boden abgeflacht, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen – hinter den Vordersitzen gibt es in dem Konzeptauto zudem eine Trennwand zu dem neu geschaffenen Laderaum. Aus dem Kofferraum soll im Zielgebiet ein maßgeschneideter Schreitisch ausgezogen werden können, der mit seinem 32-Zoll-Bildschirm als Steuer- und Kommunikationszentrale dienen soll.

Das Fahrzeug selbst ist zwar nur ein Konzept zu Demonstrationszwecken, die Technik ist laut Nissan aber für den tatsächlichen Einsatz bestimmt und in dieser Form umsetzbar. Mit dem Namen Re-Leaf spielen die Japaner übrigens auf drei Faktoren an, die im Katastrophenfall wichtig sind: eine schnelle Reaktion („response“), Wiederherstellung („recovery“) und die künftige Verbesserung der Widerstandsfähigkeit („resilience“).

Mit der Idee eines elektrischen Fahrzeugs zur Notstromversorgung in Katastrophenfällen ist Nissan in Japan nicht alleine – mit dem Ansatz eines Batterie-elektrischen Fahrzeugs aber schon. Toyota hat erst in der vergangenen Woche einen gemeinsam mit Denyo entwickelten Brennstoffzellen-Lkw gezeigt, der bei Naturkatastrophen oder Freiluftkonzerten zur Stromversorgung mit Wasserstoff eingesetzt werden soll. Im August hatten Toyota und Honda das Konzept eines Brennstoffzellen-Busses gezeigt, der ebenfalls Wasserstoff-basiert zur Notstromversorgung eingesetzt werden soll.

Unterschiede sind natürlich aufgrund der Fahrzeuggröße die Erzeugungskapazität. Aber auch entscheidend: Während der Re-Leaf nach Wiederherstellung der lokalen Stromversorgung vor Ort wieder geladen werden kann, sind die Brennstoffzellen-Konzepte weiterhin auf die womöglich ebenfalls betroffene Wasserstoff-Infrastruktur angewiesen.
nissannews.com

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