30.09.2020 - 15:29

Berliner Feuerwehr übernimmt Hybrid-Löschwagen

Die Berliner Feuerwehr hat den ersten Hybrid-Löschwagen von Rosenbauer in Betrieb gekommen. Die Berliner bezeichnen das Modell zwar als „elektrobetriebenes Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (kurz: eLHF)“, tatsächlich handelt es sich um einen Hybrid mit Range Extender.

An dem Fahrzeug hat Rosenbauer eine Weile entwickelt, bereits im November 2018 wurde eine Innovationspartnerschaft zwischen der Berliner Feuerwehr und dem auf Einsatzfahrzeuge spezialisierten Unternehmen geschlossen. Ziel war es, innerhalb von zwei Jahren ein Hybrid-Löschfahrzeug zu entwickeln – was nun gelungen ist.

Das zunächst als Concept Fire Truck (CFT) bezeichnete Fahrzeug wurde von Rosenbauer inzwischen in Revolutionary Technology (RT) umbenannt. In dem Fahrzeug kommt ein elektrischer Antriebsstrang von Volvo Penta zum Einsatz. Die Antriebsleistung beider Elektromotoren beträgt bis zu 350 kW, hinzu kommen ein dieselbetriebener Range Extender von BMW und Hochvoltbatterien mit insgesamt 100 kWh verfügbarer Kapazität.

Mit je einem E-Motor pro Achse verfügt das Fahrzeug über einen Allradantrieb. Mit den kompakten E-Motoren konnte auch eine Lenkung an beiden Achsen realisiert werden, womit der RT für seine Größe besonders wendig sein soll. Zudem kann das Fahrwerk so verstellt werden, dass die Bodenfreiheit in drei Niveaus festgelegt werden kann. Bei der Löschtechnik erfolgt der Antrieb der Pumpen entweder mechanisch über den Diesel oder auch elektrisch mit einem Generator. Der RT verfügt über einen 2.000 Liter großen Wassertank und 200 Liter Schaummittel. Aber auch im Innenraum wurde der RT anders gestaltet als herkömmliche Löschfahrzeuge.

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In Berlin ist man stolz auf das eLHF. „Es ist toll, dass wir als Hauptstadt-Feuerwehr Vorreiter sind“, sagt Landesbranddirektor Karsten Homrighausen. „Das neue Fahrzeug wird wie jedes andere LHF die täglichen Einsätze abarbeiten; nur sauberer und leiser.“ Berlins Innensenator, Andreas Geisel, sagte anlässlich der Vorstellung: „Die Ergänzung durch ein neues, einmaliges Elektro-LHF ist ein weiterer Schritt für eine moderne Fahrzeugflotte. Die Berliner Feuerwehr wird damit zugleich ein Stück klima- und umweltfreundlicher und treibt die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet elektrischer Antriebe von Feuerwehrfahrzeugen wesentlich voran.“

In dem nun gestarteten Probebetrieb wollen die Berliner das eLHF in unterschiedlichen Feuerwachen erproben. Anhand von Einsatzzahlen und Lage wurden die Feuerwachen Schöneberg und Suarez sowie die Lehrrettungswache in Mitte ausgewählt – zum einen wegen der Lage innerhalb der Umweltzone, zum anderen wegen der hohen Frequenz an Einsätzen. In dem Test will die Feuerwehr unter anderem herausfinden, wie sich das Schnellladen (ca. 30 Minuten)  in der Wache mit den Einsatzzeiten und -fahrten verbinden lässt – und wie der Betrieb der gesamten Löschtechnik an der Einsatzstelle möglichst rein elektrisch erfolgen kann. Oder wie es Innensenator Geisel ausdrückt: „Wir können noch nicht sagen, ob es für den dauerhaften Gebrauch geeignet ist und welche Fehler und Pannen es gibt.“

Die Erkenntnisse aus den Einsätzen des neuen eLHF werden gesammelt und ausgewertet. Bei erfolgreichem Projektverlauf ist ab dem Jahr 2022 eine deutliche Ausweitung der LHF-Flotte mit Elektro-Antrieben geplant. Parallel zu dem Testbetrieb in Berlin werden mit dem Rosenbauer RT ähnliche Praxiseinsätze in Amsterdam und Dubai durchgeführt.
morgenpost.de, feuerwehrmagazin.de, twitter.com, berliner-feuerwehr.de

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