01.10.2020 - 11:19

Bayerns H2-Tankstellen-Förderung gestartet

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Das Ende Mai angekündigte Förderprogramm der Landesregierung Bayerns zum Aufbau einer Wasserstofftankstellen-Infrastruktur wurde zum 1. Oktober offiziell gestartet. Mit rund 50 Millionen Euro Fördergeldern will die bayerische Staatsregierung bis zum Jahr 2023 insgesamt 100 Wasserstoff-Tankstellen in Bayern schaffen.

Gefördert werden öffentliche und nichtöffentliche H2-Tankstellen für Nutzfahrzeuge, Busse und Logistikfahrzeuge, ebenso wie Elektrolyseure zur Erzeugung von grünem Wasserstoff vor Ort sowie die Anschaffung bzw. Umrüstung von Nutzfahrzeugen, Bussen sowie Logistikfahrzeugen in Kombination mit betriebsinternen Tankstellen.

Antragsberichtigt sind den aktuellen Informationen zufolge „sowohl juristische als auch natürliche Personen, soweit sie wirtschaftlich tätig sind und zum Zeitpunkt der Auszahlung ihren Sitz, Niederlassung oder eine Betriebsstätte in Bayern haben.“

Bei öffentlichen Tankstellen sollen bis zu 90 Prozent der Differenz zwischen den beihilfefähigen Kosten und dem Betriebsgewinn der Investition gefördert werden, bei nichtöffentlichen Tankstellen ist eine Förderung der Investitionsmehrkosten mit Förderquoten von grundsätzlich bis zu 40 Prozent möglich. Eine Ausnahme gilt hier für kleine (bis zu 60 Prozent) und mittlere Unternehmen (bis zu 50 Prozent). Elektrolyseure (In dem Förderaufruf „Vor Ort Wasserstofferzeugungsanlagen“ genannt) werden nach dem selben Prinzip mit bis zu 40 Prozent und höheren Fördersätzen für KMU gefördert.

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Die Betriebskosten werden nicht gefördert. Als Voraussetzung muss die Tankstelle mindestens sechs Jahre lang betrieben werden, zudem muss die Tankstelle zu mindestens zur Hälfte mit grünem Wasserstoff versorgt werden. Hier wird ausdrücklich grüner, nicht regenerativ erzeugter Wasserstoff genannt. Damit ein Elektrolyseur förderfähig ist, muss er zu 100 Prozent mit regenerativen Energien betrieben werden. Abgewickelt wird das Förderverfahren über die Bayern Innovativ GmbH.

Ziel ist es laut dem bayerischen Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), bayerische H2-Technologie zu fördern und Wirtschaft und Industrie des Bundeslandes „fit zu machen für den wachsenden internationalen Wasserstoffmarkt“. Das Tankstellen-Förderprogramm sei ein weiterer Baustein der Strategie.

Dabei setzt Aiwanger auch auf markige Zitate. „Beim Thema Wasserstoff ist jetzt genug geredet, jetzt wird umgesetzt“, so der Minister. Und: „Wir werden ‚Made in Bavaria‘ zu einem Wasserstoff-Gütesiegel entwickeln.“

Ein weiterer Baustein: Die Brennstoffzellen-Wertschöpfung in Bayern soll gestärkt werden. Dafür erhielt die Quantron AG gemeinsam mit Freudenberg Sealing Technologies eine Förderung von vier Millionen Euro, um die Brennstoffzelle bei schweren Lkw in Serie zu bringen. Der erste umgerüstete Quantron Energon soll im zweiten Quartal auf die Straße kommen, die Serienproduktion ist für 2022 geplant. Quantron wurde als Nutzfahrzeug-Umrüster 2019 in Augsburg gegründet und arbeitet neben Batterie-elektrischen Antrieben auch an der Brennstoffzelle. Der große H2-Lkw Energon ist angekündigt, aber auch Transporter wie der Iveco Daily sollen mit Brennstoffzelle ausgerüstet werden.

Ende Mai hatte Bayern – ergänzend zur Nationalen Wasserstoffstrategie des Bundes – seine eigene Wasserstoffstrategie vorgestellt. Damals wurde auch der Plan zur Förderung der 100 H2-Tankstellen durch das Landeswirtschaftsministerium publik.
bayern.de (Mitteilung), bayern.de (Förderaufruf als PDF), presseportal.de (Quantron)

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11 Kommentare zu “Bayerns H2-Tankstellen-Förderung gestartet

  1. Hans Herbert

    Bayern will grünen und regenerativen Strom, aber herkommen soll er von woanders. Windkraftanlagen gelten als unschön. Hier fehlt es doch offensichtlich am H2-Konzept der verschiedenen Regierungen. Dies gilt umso mehr, als grüner Wasserstoff ein echter Energieverschwender ist.

    • Markus

      Es gibt in Bayern sehr wohl eine Strategie. Immerhin gibt es demnächst eine Pflicht bei Neubauten Solarzellen zu installieren. Dieser Strom wird sicher nicht voll nutzbar sein, da einfach keine Abnehmer da sind. Also kann man mit dieser Überkapazität, die sonst sinnlos produziert wird, Wasserstoff herstellen. Egal wie hoch der Wirkungsgrad bei Wasserstoff ist, es ist ein Medium das einfach zu speichern und zu transportieren ist.

      • StromBert

        Nach dem neuen EEG lohnt sich keine Einspeisung und daher sind Überschüsse nicht mehr zu erwarten.

  2. Marc Mertens

    Das Konzept bzw. das Signal einer stärkeren Förderung der Wasserstoffgesellschaft ist an sich erst einmal sehr gut.

    Warum hier allerdings laut Presseartikel keine PKW-Betankungen gefördert zu werden scheinen, ist mir allerdings ein Rätsel.

    Warum schauen Herr Söder und Co. nicht einfach nach Japan oder Korea? Dort wird flächendeckend geplant und gefördert. Der Vorteil an H2 liegt nämlich auch in der Komplexität der Technik zur nachaltigen Sicherung von lokalen Arbeitsplätzen.

    Irgendwie scheinen das die Bundes- und Landesregierungen bei uns in Deutschland zu übersehen. Die Wertschöpfung ist nämlich wesentlich tiefer als bei reinen BEVs.

    Aber wir reiten bestimmt wieder weiter auf dem Thema Wirkungsgrad und Energieverluste herum. Dabei ist das bei regenerativen Energiequellen zu H2-Erzeugung wie Wasserkraft, Solar und Windkraft (vor allem bei Seekraftwerken) sehr zu vernachlässigen.

    Die Schweizer sind auch schon weiter wie wir und arbeiten derzeit daran, dass die Hyundai Xcient FCEV LKW selbst H2 transportieren dürfen. Dafür müssen nur einige Bundesgesetze angepasst werden, weil Wasserstoff oder alternativ angetriebene Fahrzeuge nicht explizit erlaubt sind.

    Dann steht der H2-Eigenlogistik mit FCV auch nichts mehr im Wege. Ein Schelm, wenn man darin einen Kreislaufgedanken erkennen mag. Wir scheinen das Konzept der Asiaten nicht erkennen zu wollen.

    • Djebasch

      Irgendwie verkehrte Welt wir sollen Energie Sparen nicht verschwenden mit H2, denn das passiert dann…
      Im Moment haben wir noch Überproduktionen aus der Industrie aber wie man bereits in Japan sieht reichen 25000 Autos um bereits diese mengen zu übersteigen…
      Und Japan Importiert jetzt Kohle Wasserstoff aus China und Australien…
      Bevor wir über Wasserstoff für Fahrzeuge nachdenken sollten wir erstmal die Erneuerbaren erhöhen und da tun wir gerade alles um das zu verhinden siehe EEG…
      Solange unsere Regierung die 50% halten will und stattdessen der Stromlobby den Weg bereiten möchte ist Wasserstoff nicht empfehlenswert daher werden die nächsten Wahlen zeigen was unsere Bevölkerung davon hält…
      Die Welt verändert sich mit oder ohne uns , die Frage ist nur wie verlieren wir mehr Arbeitsplätze…

    • Hans Herbert

      Man kann aus einer unsinnigen Veranstaltung keinen Vorteil (für die ökologische Zielsetzung) ziehen. Warum soll das Thema Wirkungsgrad zu vernachlässigen sein? Das ist doch blanker Unsinn weil es nicht genug Versorgung mit grüner Energie gibt und der Bedarf ständig steigt. Das Thema H2-Wirtschaft wird ziemlich offensichtlich von der untergehenden Öl- und Kohlewirtschaft betrieben, die haben das nötige Geld dazu. Die nehmen dann auch keine Rücksicht darauf, ob der Wasserstoff nun grün oder braun ist. Hier müssen die Regierungen schon sehr aufpassen, dass sie nicht hunderte Mrd. Euro für Industrieruinen in den Sand setzen.
      Batterien haben systemische Vorteile, sie sind einfach aufgebaut und ihre Versorgung ist nicht von bestimmten Lieferanten abhängig. Ihre Kosten verringern sich ständig und die mit ihnen betriebenen Systeme werden stabil und wartungsarm sein. Warum sollte sich in Fällen, wo keine besonderer technischer Bedarf besteht, die H2-Technik durchsetzen. Ohne Diktatur unmöglich.

      • Markus

        Das Problem an erneuerbaren Energien ist, dass sie für eine Grundlast nicht stabil genug sind. Außerdem werden unsere Netze mit diesem “schmutzigen Wechselstrom” so belastet das die Gefahr einer Abschaltung droht. Der Netzausbau müsste da viel stärker voran getrieben werden. Nur will kaum jemand die Gleichstromtrassen vor der Tür. Wasserstoff kann man vor Ort mit dieser Überkapazität herstellen.

        • StromBert

          .. keine Überkapazitäten mehr da. Dank Altmeier und CDU/CSU und dem neuen EEG.

    • Roma

      Die Industrie braucht zukünftiges H2 selbst. Und etwa in der Stahlerzeugung bringt es auch viel mehr. Oder auch in der Langzeitspeicherung zur Stromerzeugung macht es mehr Sinn, ökologischen und ökonomische, als es im PKW, ja fast schon zu verschwenden.
      Woher Bayern dafür ihren grünen Strom bekommen will ist auch unklar, mit PV wirds schwer mit der Regulierung, Wind ist nicht erwünscht.

  3. StromBert

    Wie kommen die auf die finanzielle Aussage, mit
    50 Millionen Euro 100 H2-Tankstellen zu bauen?

    Den alleine die H2-Technik für eine H2-Tankstelle kostet 1-1,5 Millionen. Ohne Bauarbeiten, Planung etc…

    Also 30-40 könnten es werden. Ohne Preissteigerungen…

    Das könnte man jetzt als „Politisches Gelaber“ abtun.
    Der BER kostete ja auch nur 3x -4x soviel wie geplant…

  4. Gerd

    H2 sollte erst mal stationär, sicher, zuverlässig und effizient genutzt werden. Dann kann man irgendwann über mobile Anwendung sprechen. Ersteres dauert aber wohl noch sehr lange. Bis dahin sollten wir sauberen Strom erst mal effizient nutzen.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/10/01/bayerns-h2-tankstellen-foerderung-gestartet/
01.10.2020 11:27