18.12.2020 - 11:20

23 europäische Länder launchen IPCEI Wasserstoff

Das BMWi verkündet den Launch des IPCEI Wasserstoff. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames europäisches Projekt (sogenannte Important Projects of Common European Interest – IPCEI) analog zu den zwei bereits im Bereich Batteriezellfertigung angeschobenen Initiativen.

Konkret haben 22 EU-Mitgliedstaaten und Norwegen eine Absichtserklärung unterzeichnet, mit der sie ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Entwicklung einer europäischen Wertschöpfungskette für insbesondere grünen Wasserstoff und zu entsprechenden Investitionen in Milliardenhöhe erklären. Das Bekenntnis zu Wasserstoff als Zukunftstechnologie bezeichnen die beteiligten Länder als maßgeblich, um Europa bis 2050 zum klimaneutralen Kontinent zu machen.

„Kein Mitgliedstaat und kein Unternehmen kann dies allein schaffen – es wird erhebliche öffentliche und private Investitionen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit erfordern“, äußert Margrethe Vestager, Exekutiv-Kommissionsvizepräsidentin der Europäischen Kommission. Das IPCEI Wasserstoff wurde unter deutscher Ratspräsidentschaft aufs Gleis gesetzt. Zeitplan und Umfang der Initiative sind noch nicht publik. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier betont lediglich, dass „wir mithilfe gemeinsamer europäischer Projekte und gemeinsamer Investitionen bei Wasserstofftechnologien in Europa die Nummer 1 in der Welt werden und so unsere Wettbewerbsfähigkeit ausbauen und Arbeitsplätze nachhaltig sichern wollen“.

Zu Wort kam bei der unten im Video abrufbaren Online-Pressekonferenz auch Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt. Er machte darauf aufmerksam, dass sauberer Wasserstoff eine Schlüsselrolle im Wettlauf um die Dekarbonisierung zahlreicher Wirtschaftszweige spiele. „Als Kernstück des Europäischen Green Deals wird erneuerbarer und kohlenstoffarmer Wasserstoff nicht nur zur Umstellung unserer Industrie auf grüne Energie beitragen, sondern auch bedeutende Geschäftsmöglichkeiten für EU-Unternehmen darstellen.“

Gemeinsame europäische Projekte – sogenannte IPCEIs – sind in Deutschland bisher im Bereich Batteriezellfertigung und Mikroelektronik angeschoben worden. Die Projekte koppeln gemeinsame Investitionsanstrengung kooperierender europäischer Unternehmen mit staatlicher Förderung. Ziel ist jeweils, Impulse im europäischen Binnenmarkt zu setzen, Innovationsfähigkeit zu forcieren und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
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7 Kommentare zu “23 europäische Länder launchen IPCEI Wasserstoff

  1. StromSchleuder

    Herr Altmeier vertritt nicht die Interessen Deutschland, sondern nur seiner Lobbyisten. Wir hätten bei Batteriespeicher schon viel viel weiter sein können. Wir hatten dann den, momentan noch verpuffenden Windstrom, speichern und in Flauten wieder einspeisen können. Tesla hat in 100 Tagen einen Speicher in Australien vor einigen Jahren aufgebaut. In 100 T wird keine Wasserstofffabrik aufgebaut und auch nicht zu dem Preis.

    • GJR

      Und wie rentabel war der Tesla Speicher in Australien? Das war eine Marketing Aktion, die wie immer bei Tesla der Aktionär bezahlt. Beim Wasserstoff geht es um den Aufbau einer rentablen Infrastruktur für einen ganzen Kontinent.

      • BX_Orange

        Und inwiefern ist irgendwas an Wasserstoff rentabel? Also – außer die Einnahmen aus Fördermitteln zum Hauptumsatz zu machen?

        Übrigens wird hier von der “Dekarbonisierung der Industrie” gesprochen, nicht von Wasserstoff-Mobilität. Das ist bereits bei den deutschen Fördernovellen auffällig, in der breiten Öffentlichkeit wird aber immer noch das Zombiekonzept “Wasserstoffauto” als einziges Konzept präsentiert.

        • Peter W

          So ist es. Und wären wir nicht so dumm, könnten wir unseren Wind- und Solarstrom wesentlich besser vermarkten anstatt in in Nachbarländer zu veschenken und Kohle zu verfeuern.

        • Libero

          guter Hinweis. Nur nicht sicher, ob es 1:1 vergleichbar ist. die HPR Anlage dient laut deren Präsentationen iW der Netzstabilität (= Frequenzgüte) in South Australia (SA). Dafür wurden 70% der Kapazität für SA reserviert. Analog geschieht das in GER durch den Intraday Handel. mE sind die Stromsysteme nicht wirklich vergleichbar, denn in GER brauchen wir nicht die Minutenreserven wie SA, sondern einen saisonalen Speicher, alternativ Transportleitungen (Strom oder Gas) , denn die Menge an erneuerbarem Strom reicht bei weitem nicht aus, ansatzweise, den Bedarf zu decken, besonders wenn Heizen (Wärmepumpen), Verkehr und Industrie weiter decarbonisieren. Dennoch werden Batteriespeicher eine Rolle in der Energiewende spielen. Nur nicht so religiös wie in den voranstehenden Mails 😉

  2. John

    Habe ich schon an mehreren Stellen hier erwähnt.
    Erst wenn wir für die Batterie die Anode und Kathode im absoluten Überfluss und mit minimalen sozioökologischen Effekten herstellen können, dann kommen wir der ultimativen Batterielösung nahe. Ferner muss die Batterie auch entsprechend leicht werden (für mobile Anwendungen). Das Ladethema und die Rohstoffe um die halbe Welt zu verkabeln habe ich hier noch nicht mal erwähnt.
    Also wo ist die Batterie die mit Salzwasser und Luft läuft?
    Es gibt sinnvolle Anwendungen für beide Technologien und es geht auch nicht immer nur um Wirtschaftlichkeit. Auch das Thema Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit (z.B. fairer Ausgleich für Umweltschäden oder lokale Wertschöpfung) muss berücksichtigt werden.
    H2 kann in unbegrenzten Mengen fast überall auf der Erde hergestellt werden, wenn genügend grüner Strom vorhanden ist. Persönlich glaube ich dass es nachhaltiger ist große und diverse Kapazitäten von grünem Strom weltweit aufzubauen, als die halbe Welt umzugraben und dann noch nicht mal das Recycling Thema für entsprechend große Batteriemengen gelöst zu haben.
    Elon Musk ist kein Heiliger!
    Wir brauchen beide Technologien.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/12/18/23-europaeische-laender-launchen-ipcei-wasserstoff/
18.12.2020 11:17