08.02.2021 - 11:34

VW-Händler planen offenbar Auslieferungs-Pauschale für E-Autos

Mehrere VW-Händler erwägen laut einem Medienbericht, Zusatzkosten für die Auslieferung von Elektroautos durch die Einführung einer Servicepauschale an Kunden weiterzugeben. Hintergrund: Die Händler investieren bis zu 300 Euro pro Auslieferung der E-Autos, die von der vom Hersteller gezahlten Provision nicht gedeckt sind.

Das berichtet die „Automobilwoche“ unter Berufung auf „mehrere Händler“. „Wir investieren in jedes ausgelieferte Elektroauto und können dafür nichts berechnen“, sollen mehrere befragte VW-Partner gegenüber der Fachzeitschrift angegeben haben.

Im Rahmen des für die ID.-Familie eingeführten Agenturmodells ist bekanntlich Volkswagen direkt der Vertragspartner des Käufers, nicht mehr wie früher der Händler. Das Autohaus ist in diesem Vertriebsmodell nur noch ein Vermittler bzw. „Agent“. Volkswagen zahlt den Händlern zwar eine Pauschale für die Auslieferung des ID.-Modells an den Kunden, dieser Betrag deckt aber offenbar nicht die tatsächlichen Kosten.

Gegenüber der „Automobilwoche“ beziffern die Händler den Fehlbetrag auf rund 300 Euro je Fahrzeug. „Die Kosten, die uns für Reinigung und technisches Vorbereiten der Fahrzeuge zur Auslieferung an den Kunden entstehen, müssen wir nun gesondert abrechnen“, heißt es in dem Bericht.

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Diese Zusatzkosten können die zum Vermittler gewordenen Händler aber nicht dem Konzern in Rechnung stellen. Deshalb sollen sie an den jeweiligen Kunden weitergereicht werden – zumindest bei einigen Händlern, offenbar nicht bei allen. Diese „Servicepauschale“ wird von den Händlern in dem Bericht als „ärgerlich“ bezeichnet.

Eine Stellungnahme von Volkswagen zu den Händler-Plänen gibt es in dem Artikel nicht. Auf Anfrage von electrive.net erklärt Volkswagen, dass die Händler für den ID.3 eine „vertraglich vereinbarte und sehr faire Provision“ erhielten, die mit auch dem Händlerverband abgestimmt sei. „Diese beinhaltet auch die Aufbereitung und Auslieferung der Fahrzeuge. Darüber hinaus werden dem Handel zusätzlich auch die Kosten für Schäden oder Garantiearbeiten an angelieferten Fahrzeugen über den gewohnten Regel-Prozess erstattet“, so ein VW-Sprecher. „Weiterhin haben wir gerade mit dem Händlerverband vor dem Hintergrund des Lockdowns weitere Unterstützungsmaßnahmen für die Händler vereinbart.“
automobilwoche.de

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32 Kommentare zu “VW-Händler planen offenbar Auslieferungs-Pauschale für E-Autos

  1. Peter Weber

    Na ja, das hebt den Preis eines VW um 300 Euro an. Der Kunde überlegt sich dreimal, ob es dann noch ein VW wird.
    “Versteckte Zusatzkosten” kommen beim Kunden nie gut an.
    Zumal ja auch Händlerrabatte entfallen beim Agenturmodel.
    Der Hersteller sollte kostendeckend seine “Dienstleister” zahlen.

    Ggf. wird eine parallele Auslieferungswelt ganz ohne Händler entstehen…direkt nach hause.
    Mal sehen was wird.

    • Werner Lösch

      VW verdient viel Geld an einem E.Auto .vom Staat gibt es ein Zuschuss für jedes E .Auto ..Die Autos sind viel zu teuer und dann 300 Euro für die Überführung .Das ist Abzocke .

  2. Gerd

    Ein weiterer Versuch, den herstellerseitigen Anteil der Umweltprämie unter 0 zu drücken.
    Auf 0 ist der ja längst, weil es keine Rabatte gibt.

    Für mich wäre ein Teil der Lösung: Auf Online-Vertrieb setzen, Händler-Anzahl drastisch zurückfahren und Probefahrten über Outlets anbieten.
    Ich brauche keinen “Agenturgeschäft-Mitverdiener” mehr, der zudem bei Garantie- und Servicefällen keinerlei lokale Entscheidungskompetenz mehr hat.

  3. David

    Wenn man bei einem Händler, der glaubt diese 300€ zu brauchen, ne halbe Stunde sitzt, schweben und stöckeln mit der Zeit Legionen eleganter Gestalten aus einer Parallelwelt mit Latte Macchiato Gläsern zum Kaffeemaschinenpark in der Wartezone. Woher sie kommen und wohin sie gehen, was sie machen, ahnt man nicht. Sie entschweben schnell in vom Kunden nicht betretbare Etagen. Es wird aber auch Händler geben, wo Chef und Chefin im Kittel den halben Laden schmeißen. Da kommt man mit der Pauschale locker hin. Die Kunden können im Internetzeitalter entscheiden, wo sie abholen.

    • Gerd Frenken

      Das stimmt natürlich nur teilweise. Der Kunde wird schon vorzugsweise dort abholen wollen, wo er nachher auch den Service machen lässt, also in seiner räumlichen Nähe. Das hat bekanntlich Vorteile.

      • Bernd Darfeld

        Ich habe meine letzten Neuwagen 2014 und ‘17 über die ja seit Jahren bekannten Internet-Portale gekauft und vom „entfernten“ Händler abgeholt. Den Service lasse ich beim Händler in meiner Nähe machen. Bekomme ich zwar auch gelegentlich Blicke „warum haben Sie nicht bei uns gekauft?“, aber damit kann ich leben, zumal er ja also von mir als After-Sales-Kunden profitiert.

        • Horst Kühn

          ID.3 in Wolfsburg abholen kostet 580€+130€Anmeldung ,
          Abholung beim Händler kostet 920€

      • Norbert

        Ich weiß ja nicht ob Sie schon einmal ein Elektroauto gefahren haben ?
        Ich fahre Tesla seid zwei Jahren und habe mittlerweile 200000 Kilometer drauf. Ohne Inspektion. Beim Elektroauto braucht es keine Inspektion. Außer bei Deutschen Herstellern?

        • Karl Zareng

          Hat ein BEV keinen Bremsenverschleiss, Reifenabnutzung, Lichttest, Bremsflüssigkeitswechsel, Akku-Fitness-Check, Klimaanlagenwartung usw.? Ich lasse meine Fahrzeuge gerne jährlich in der Werkstatt durchchecken 🙂

          • H. Ebel

            Klar muss auch bei einem BEV regelmäßig gewartet werden. Bei Hyundai z.B. alle 15000 km bzw. 1xjährlich. Finde ich zwar etwas viel. Ich habe inzwischen mit meinem Kona über 37000 km weg und damit 2 Inspektionen. Trotzdem pro Inspektion “nur” um die 100,- € im Gegensatz zum letzten Verbrenner über 300,- € ist ja doch ein Unterschied. Und wenn man viel mit dem Motor/Rekuperation bremst, dann halten die Bremsen auch viel länger.

          • Alupo

            So etwas wie Bremsenverschless gibt es beim eAuto nicht, zumindest nicht wenn diese richtig konstruiert wurden was die Materialauswahl betrifft.

            Und Reifen kann ich überall kaufen und wechseln lassen.

            Scheibenwisch Wasser kann ich selbst nachfüllen.

            Also, wozu sollte ich beim eAuto eine Werkstatt benötigen? Bei Tesla sind nicht einmal Inspektionen vorgeschrieben, gut so, denn so muss es sein. Mein Fernsehhersteller fordert ja auch keine Inspektionen ein, obwohl durch Fernseher schon einige Häuser abgebrannt sind.

        • Paul

          Die Bremsflüssigkeit ist alle 2 Jahre fällig, genauso wie der Innenraumfilter. Klimamittel und Kühlmittel halten auch nicht ewig. Der Wartungsaufwand gegenüber einem Verbrenner ist sicherlich geringer, allerdings auch nicht Null, so wie Sie das hier darstellen. Zum TÜV geht es auch alle zwei Jahre. Wenn dann ein Querlenker oder ähnliches fällig wird (Fahrwerke halten auch nicht ewig), bietet es sich oft an, beides gleich im Rahmen eines Servicetermins zu erledigen. Mir ist es übrigens lieber, wenn das Auto ab und an fachgerecht gewartet und überprüft wird, als wenn mir die Karre bei 160 um die Ohren fliegt, so wie es bei Tesla schon passiert ist.

          • Alupo

            Die Bremsflüssigkeit ist eben nicht alle 2 Jahre fällig. Nur wenn man wöchentlich den Deckel aufschraubr und Luft reinläßt. Aber das sollte sich doch inzwischen herumgesprochen haben?

            Mein früherer AG stellte u. a. auch Bremsflüssigkeit her.

    • David Wieser

      Ich habe mal jahrelang in einem großen US-amerikanischen, weltweit tätigen IT-Konzern gearbeitet. Der Betrag, den man dem Kunden gegenüber auf irgendwelche Preise aufschlagen musste, um selbst leidlich profitabel zu sein, wurde dort intern „uplift“, „surcharge“ oder auch „overhead“ genannt. Vor allem letzterer Begriff trifft es eben sehr gut 🙂 In manchen Firmen gibt’s davon mehr, in anderen weniger.

  4. D-Tric

    Ärgerlich, aber bei einem Auto für 40.000 Euro kommt es auf die 300 Euro dann auch nicht mehr an.

    • Sven

      Nach meiner eigenen Erfahrung beim Kauf von zwei e-up! Bei einem norddeutschen VW-„Partner“ mit zwei Filialen im Süden von HH, darf ich hoffen, dass es sich bei der Ankündigung um einen Druckfehler handelt.
      I CH müsste 300 Euro Servicepauschale erhalten, da ich die Dummheit, Arroganz und Unfähigkeit dieser Mischpoke über ein Jahr ohne irgendwelche Kompensationen ertragen habe. Mein nächstes Auto: nur als direktkauf im Werk. Der Händler ( so es ihn dann noch gibt) darf dann mal die Scheibenwischer wechseln.

  5. Lukas

    Die werden ausgerechnet haben wie viel weniger sie am id.3 verdienen als an einem vergleichbar ausgestatteten Golf…. Total – nicht prozentual gemessen am Kaufpreis…

  6. Peter W

    Autohersteller haben in den letzten Jahren die Händler gezwungen Glaspaläste zu bauen und Schulden anzuhäufen. Jetzt werden ihnen die Einnahmen gestrichen. Das kann nicht gut gehen. Das System der Händler mit Werkstatt wird zu Grunde gehen. Sie werden bald nicht mehr gebraucht. Wozu auch? Ölwechsel, Antriebsriementausch und Filterwechsel entfallen, und von der Elektronik haben sie eh keinen Schimmer. Sie schließen den Laptop an und der sagt was zu tun ist.

    • frank

      Bis dahin wird Sie aber lange das zeitliche gesegnet haben, denn wir haben insgesamt 1.4 Milliarden Verbrenner auf der Welt die noch locker bis 2040 gefahren werden und dazu werden auch noch weiter Verbrenner verkauft die noch 2050 oder 2060 betrieben werden.

      Zudem liegt der E-Auto Anteil bei gleichbleibender Förderung bis 2025 bei sagenhaften 3,9% wobei auch PHEV Fahrzeug mit Verbrenner hierbei einen größeren Anteil haben als reine BEV.

      Entsprechend ist der ganze Elektro Hype nichts weiter als ein laues Lüftchen und das wissen auch die Vertragshändler (die Hersteller sind ja politisch nur dazu gezwungen worden) also worüber reden wir hier eigentlich ???

      Prozentual gesehen interessiert das Thema E-Auto Mobilität doch niemanden !

      • Christoph

        Lieber frank, es werden nicht alle 1.4 Mrd Autos in deutschen Werkstätten repariert, sondern weltweit.
        Und es kommt die Zeit, da wird es nur noch BEVs zu kaufen geben. Alle ICE und die unsäglichen Hybride, egal welcher Art, werden verschwinden.
        Und ja der BEV mag im Moment verschwindend gering sein, aber er wächst mehr als nur stetig.
        Sowie die Infrastruktur und auch die Innovationen drum herum.
        Ich bin sehr froh wenn alle Hersteller, z. B. wie Volvo, freiwillig die Höchstgeschwindigkeit begrenzen, gibt prozentual auch weniger Tote auf den Autobahnen. Und viele Kunden werden sehen, dass sie von Haus entspannter fahren werden, statt in Grund und Boden zu rasen, oder gehören Sie mit Ihrem BEV und Tesla Bashing zu den Menschen die Angst vor der Disruption neuer Technologien haben?
        In diesem Sinne einen schönen Tag

  7. Karl

    Warten auf den nächsten Tesla, VW macht da weiter wo Sie bei der “Dieselabzocke” aufgehört haben. Schade wie sich ein Konzern mit Milliardengewinne unglaubwürdig macht.

    • frank

      Nicht nur VW, auch Mercedes, BMW, Opel, Fiat, etc. etc. jedoch sind die Zulassungszahlen bei Tesla so verschwindend gering im vergleich, das man auf einen Tesla nicht so lange warten muss, sondern eigentlich direkt abholen kann im vergleich 😉

      • Christoph

        Sie verwechseln da aber sehr viel lieber frank. Haben Sie sich wirklich mit dem Thema BEV auseinandergesetzt oder ist das typisches Stammtisch Bashing?

  8. Stefan

    Angenommen die Werkstattaufenthalte reduzieren sich dann auch nochmal spürbar bei E Autos, dann brauchen die Händler dafür dann sicher auch eine Kompensation

  9. Sven Harter

    „Klassisch“ musste von ja ohnehin für die Überführung und Bereitstellung des neuen Fahrzeugs Hunderte von Euros zahlen und das bei jedem mir bekannten Hersteller. Sogar bei Werksabholung. Ist denn jener Posten nun in der neuen Welt des Agenturmodells und -vertriebs weggefallen oder zahlt man ihn weiterhin PLUS diese hier genannten 300€ für den VW-„Händler“?

  10. Tom

    Ein weiterer Punkt der das tiefe Desinteresse an Präsentationswillens der Innovationsmodelle bei den Händlern erklärt.

    Unbeleuchtet und ohne aktiviertem Cockpit steht das neue Erfolgsmodell in der hintersten Ecke des Verkaufsraumes. Das scheinbare Interesse des langjährigen VW Kunden ist dem Händler sichtlich unangenehm, so wird dieser erfolgreich wegignoriert. Neun gut betuchte Mitarbeiter im Verkaufsraum sind tief in sich selbst und ihre Kaffeeküche versunken.

    So ziehe ich als VW Fan teils schockiert teils traurig von dannen. Wenn das die Antwort auf amerikanische Elektrovehikel ist sehe ich eine tiefe rabenschwarze Zukunft für die deutsche Automobilindustrie. Von der Ladestrategie und den technischen Raffinessen ganz zu schweigen.

    Dieser Beamtenapparat wird auf Dauer schwer zu finanzieren und zu halten sein. Die Tage der Händler sind sind gezählt.

    • Peter Weber

      Genau das mit den desinteressierten Verkäufern haben wir auch live erlebt. Dann kam noch später die Aussage: Wer einen VW kauft muss nicht sparen.
      Wolke 7 würde ich sagen.
      Nun fahren wir einen Hyundai aus einem sehr netten weit entfernten Autohaus, telefonisch gekauft.

      Geht doch…

  11. SHausSTA

    Ob sich mit diesem Modell langfristig ein flächendeckendes und damit kundenfreundliches Händlernetz aufrecht erhalten lässt, wird sich zeigen. Tesla kann sich ein solches Vertriebsmodell offenbar (noch) erlauben. Für mich persönlich wäre eine Vertragswerkstatt in der Nähe, bei der ich kurzfristige Reparaturtermine und Ersatzteile bekommen kann, ein wichtiges Kaufargument.

    • Rene

      Sie leben halt noch in der Verbrennerwelt.

    • Walter Tolzen

      Es ist sicher auch eine Alters- und Generationsfrage, das „wieviel Service braucht der Mensch?“.
      Mein Vater vor 3-4 Jahrzehnten bevorzugte Tankstellen mit Service, das Tanken sah er nicht als seine Aufgabe an – ich schmunzelte darüber. Heute selbst mit 60+ freue ich mich auch, wenn ein Tankwart mich bedient und gebe ihm gerne 1-2 Euro als Trinkgeld.

  12. Achim

    Genau mit dieser Art und Weise der Gier machen die sich unbeliebt und werden langfristig die Verlierer sein.

    Eine Pauschale, die nicht bei allen Fahrzeugen anfällt sondern nur bei BEVs ist unakzeptabel.

    Bspw. hat man bei Tesla mit einem Software-Update, der übrigens nichts kostet, mehr Reichweite. Und bei VW muss man für das aktuelle Kartenmaterial mehr als 400 € zahlen – das Umdenken hat bei VW und den dt. Automobilherstellern noch nicht stattgefunden.

    U.a. wird deswegen kein Tesla-Fahrer mehr ein VW (AG)/ BMW oder Mercedes mehr fahren…

  13. Thomas

    Tesla macht es vor. Nur Online-Vertrieb, ohne den Zwischenhändler. Das Modell Autohaus ist veraltet und stirbt. VW geht es halt nur langsamer an als Tesla. In 10 Jahren wird keiner mehr ein Auto über ein Autohaus kaufen. Online bestellt und Abholung in Wolfsburg oder Dresden heißt es dann.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2021/02/08/vw-haendler-planen-offenbar-auslieferungs-pauschale-fuer-e-autos/
08.02.2021 11:23