16.02.2021 - 10:47

Italvolt will 45-GWh-Zellproduktion in Italien aufbauen

Das neu gegründete Unternehmen Italvolt will die erste „Gigafabrik“ für E-Auto-Batteriezellen in Italien bauen. Angekündigt wird eine anfängliche Kapazität von 45 GWh, die später auf 70 GWh erweitert werden könnte. Einige Punkte – etwa der geplante Produktionsstart – sind aber noch nicht bekannt.

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Der ähnliche Name lässt es bereits vermuten: Hinter Italvolt steckt Lars Carlstrom, der zuvor bereits das Unternehmen Britishvolt gegründet hatte, welches eine Batteriezellfabrik im englischen in Blyth plant.

In die nun angekündigte Fabrik in Italien sollen rund vier Milliarden Euro investiert werden. Italvolt erklärt, dass die Fabrik voraussichtlich 4.000 Mitarbeiter beschäftigen wird und dass die erste Phase des Projekts im Jahr 2024 abgeschlossen sein soll. Der genaue Standort der Fabrik müsse aber noch bestimmt werden. Fest steht nur, dass die Fabrik in Italien entstehen wird. „Für die Realisierung eines solch herausfordernden Projekts in Bezug auf Größe und technischen Aufwand hat sich Lars Carlstrom entschieden, sich auf Italien zu konzentrieren“, heißt es in der Mitteilung.

Einzelheiten darüber, wie das Projekt finanziert werden soll oder wann die Produktion beginnen soll, gibt es noch nicht. Bekannt wurde nur, dass Comau, ein zum Stellantis-Konzern gehörender Hersteller von Industrierobotern – ein Zulieferer für die Fabrik sein soll. Angesichts der Auto-Werke in Italien wäre Stellantis natürlich auch ein naheliegender Abnehmer für die Produkte. Zudem wird nicht erwähnt, welche Zelltypen Italvolt fertigen will.

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Die Fabrik selbst soll von der Architektur-Abteilung von Pininfarina entworfen werden. Konkrete Ankündigungen gibt es darüber hinaus aber nicht. Es wird lediglich beschrieben, dass es eine „intelligente und verantwortungsbewusste Industrieanlage“ werden soll, die den starken Fokus von Pininfarina auf ökologische und soziale Auswirkungen widerspiegeln soll.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Team aus hochqualifizierten Ingenieuren und Technikern die umweltfreundlichste Batterieproduktion aufbauen kann – nicht nur in Europa, sondern weltweit“, wird Gründer Carlstrom in der Mitteilung zitiert. „Unser Ziel ist es, die Zukunft der Automobilindustrie zu sichern und sicherzustellen, dass die Lieferkette von Anfang bis Ende so umweltfreundlich wie möglich ist.“

Update 19.02.2021: Wenige Tage, nachdem das neu gegründete Unternehmen Italvolt die erste „Gigafabrik“ für E-Auto-Batteriezellen in Italien angekündigt hat, steht nun auch auch der Standort fest: Wie Italvolt mitteilt, wird diese in der nordwestitalienischen Region Piemont angesiedelt, konkret in der Gemeinde Scarmagno bei Turin. Italvolt übernimmt für seine Fabrik einen ehemaligen Standort des Unternehmens Olivetti, das heute ein verlassenes Industriegebiet mit einer Fläche von etwa einer Million Quadratmetern ist.

Olivetti gehört heute zur Telecom-Italia-Gruppe, war aber einst eines der wichtigsten Unternehmen im Bereich Elektronik und Schreibmaschinen. Heute stellt Olivetti unter anderem Drucker, Kassensysteme und 3D-Drucker her. Das Werk in Scarmagno wurde zwischen 1962 und 1964 gebaut. Nach mehreren Erweiterungen und der Krise bei Olivetti gingen Produktion und Nutzung der Anlage zunehmend zurück.

Italvolt führte dabei die Unterstützung der italienischen Regierung und der lokalen Behörden an, machte aber wie schon bei der Ankündigung der Pläne keine Angaben zur Finanzierung. „Wir haben keine öffentliche Finanzierung von Italvolt abgeschlossen“, so Gründer Lars Carlstrorm. „Wir sind unabhängig und transparent, und irgendwann wird es eine Diskussion über öffentliche Mittel geben. Die Unterstützung der Region Piemont, lokaler Verwaltungen und Handelsverbände hat unsere Erwartungen übertroffen.“

Carlstrom führt dabei auch die „intensive und fruchtbare Zusammenarbeit“ der vergangenen acht Monate an – so offen, wie Italvolt die Standortfrage bisher dargestellt hatte, war sie also offenbar nicht. Die Gründe, die Italvolt für den Standort anführt, ähneln jenen von Olivetti in den 1960er Jahren: Die gute Autobahn-Anbindung und Schienenverbindung mit Ivrea, Mailand und Turin. „Wir haben Orte in Süditalien erkundet, aber Ivrea ist effizienter für uns, um unsere Produkte in Gebiete in ganz Europa zu verteilen“, so Carlstrom. „Es gab einen Grund, warum Olivetti die Fabrik dort gegründet hat – sie verfügt über eine Energieversorgung und Infrastrukturen, die in der Region benötigt werden.“
reuters.com, italvolt.com (auf Italienisch), forbes.com, italvolt.com (beide Update)

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