Fisker stoppt Feststoff-Batterie-Projekt

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Fisker hat seine Pläne mit Feststoff-Batterien aufgegeben. Wie Henrik Fisker nun in einem Interview angab, sei diese Entscheidung bereits vor mehr als einem Jahr gefallen. Ein Serien-Einsatz sei aus seiner Sicht noch mindestens sieben Jahre entfernt.

Fisker hatte noch Mitte 2018 angegeben, bei der E-Limousine EMotion von Anfang an auf eigens entwickelte Festkörper-Batterien zu setzen. Rund anderthalb Jahre später wurde diese Entscheidung intern aber revidiert, wie Henrik Fisker nun in einem Interview mit „The Verge“ sagte.

„Wir kamen am Ende zu dem Schluss, ich denke, es war wahrscheinlich Ende 2019, Anfang 2020 – ich habe vergessen, wann genau –, dass Festkörperbatterien immer noch sehr, sehr weit weg sind, sie sind nicht um die Ecke“, so Fisker in dem Interview wörtlich.

Zuvor hatte er erklärt, dass mehrere Jahre Forschungsarbeit nicht das gewünschte Ergebnis gebracht hätten. „Es ist eine Art Technologie, bei der man das Gefühl hat, zu 90 Prozent da zu sein – und man dann merkt, dass die letzten 10 Prozent viel schwieriger sind als die ersten 90“, sagte Fisker. „Aber das weiß man erst wirklich, wenn man da ist.“ Als man sich dem „vollen Verständnis“ der Technologie genähert habe, habe man festgestellt, dass es sehr viel schwieriger sei als erwartet – auch angesichts der Euphorie der früheren Forschungserfolge.

Henrik Fisker selbst schätzt inzwischen, dass eine Volumenfertigung von Solid-State-Batterien für die Autobranche noch mindestens sieben Jahre entfernt sei. Sobald man einen Durchbruch bei der Forschung erzielt habe, würde es drei Jahre dauern, um eine Massenfertigung einzurichten und weitere drei Jahre für Haltbarkeitstests, so Fisker. Als diese Erkenntnis kam, habe man Feststoff-Batterien „zu diesem Zeitpunkt vollständig fallen gelassen“, sagte Fisker in dem Interview.

Gänzlich ausschließen will der Unternehmensgründer aber nicht, dass seine Firma eines Tages wieder an Solid-State-Batterien arbeitet. „Wenn wir das tun, wäre es etwas völlig Neues“, so Fisker. „Die Festkörper-Batterie, an der wir gearbeitet haben, hat zu diesem Zeitpunkt einfach keine Zukunft.“

Das erste Modell von Fisker Inc, das E-SUV Ocean, wird von Produktionspartner Magna mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen mit flüssigem Elektrolyt gebaut – für Europa in Graz. Im Sommer 2020 hatte Fisker angekündigt, bis 2025 vier E-Modelle auf den Markt bringen zu wollen. Neben dem E-SUV Ocean soll es sich dabei um ein Sport-Crossover auf derselben Basis handeln, zudem ist eine E-Limousine geplant. In der Grafik wurde noch die Silhouette eines Pickups gezeigt, was von Fisker damals als „Lifestyle“-Pickup bezeichnet wurde. In der vergangenen Woche gab Fisker bekannt, ab 2023 zusammen mit Foxconn ein „bahnbrechendes“ Elektroauto in einem neuen Segment bauen zu wollen.
theverge.com

2 Kommentare

zu „Fisker stoppt Feststoff-Batterie-Projekt“
Hans Herbert
01.03.2021 um 17:10
Henrik Fisker: einmal Bahnbrechend und wieder zurück!
Udo
02.03.2021 um 17:22
Da war der Wunsch größer als die Realität Aber ich drück euch trotzdem die Daumen

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