Northvolt übernimmt US-Startup Cuberg

Der schwedische Batteriezellen-Hersteller Northvolt hat das US-Startup Cuberg übernommen. Cuberg arbeitet an Lithium-Metall-Batterien mit hoher Energiedichte und hat bisher vor allem Kunden aus der Luftfahrtindustrie. Nach der Übernahme will Northvolt auch ein Forschungszentrum in Kalifornien eröffnen.

Zu den finanziellen Details der Übernahme macht Northvolt in der Mitteilung keine Angaben. Laut den Schweden solle Cuberg das US-Geschäft von Northvolt leiten und die Entwicklung seiner Batterietechnologie vorantreiben. Diese verspreche für die Elektromobilität „einen niedrigeren Preis, eine bessere Leistung und höhere Sicherheit“, so Northvolt.

Cuberg wurde 2015 aus der Stanford University ausgegründet, um „Batterietechnologie der nächsten Generation“ mit einer besonders hohen Energiedichte und thermischen Beständigkeit auf der Basis eines flüssigen Elektrolyten in Kombination mit einer Lithiummetall-Anode zu kommerzialisieren. Zu den Kunden von Cuberg zählen u.a. Boeing, BETA Technologies, Ampaire und VoltAero. Boeing hatte sich Anfang 2018 an Cuberg beteiligt.

Die Technologie von Cuberg bezeichnet Northvolt in der Mitteilung als „bahnbrechend“. „Vertrauenswürdige Dritte“ hätten die Zellen von Cuberg validiert und eine um mehr als 70 Prozent höhere Kapazität in Relation zu vergleichbaren Lithium-Ionen-Zellen bescheinigt. Diese für die Luftfahrt entwickelten Zellen wollen Northvolt und Cuberg nun für Automobil- und Industrieanwendungen weiterentwickeln und bis 2025 industrialisieren. Laut den Schweden sollen die Zellen eine volumetrische Energiedichte von 1.000 Wh/l überschreiten.

„Das Cuberg-Team hat außergewöhnliche Fähigkeiten gezeigt, um erstklassige Technologie, nachgewiesene Ergebnisse und einen hervorragenden Kundenstamm in einer schlanken und effizienten Organisation zu entwickeln“, sagt Peter Carlsson, CEO und Mitbegründer von Northvolt. „Durch die Kombination dieser Stärken mit den Fähigkeiten und der Technologie von Northvolt können wir sowohl die Leistung als auch die Sicherheit erheblich verbessern und gleichzeitig die Kosten für Batteriezellen der nächsten Generation weiter senken.“

Was Cuberg nach Angaben von Northvolt für eine Übernahme attraktiv gemacht hat, war offenbar die Tatsache, dass die Amerikaner auch „die größte Herausforderung mit neuen Batterietechnologien“ angegangen sind: ein effektives Scale-up der Fertigung. Da die Zellen auch auf Produktionslinien für Lithium-Ionen-Zellen gefertigt werden können, will Northvolt die neuen Batterien innerhalb von drei Jahren in großem Maßstab herstellen – zunächst für die Luftfahrt, danach auch für andere Anwendungen.

Northvolt wird nach der Übernahme von Cuberg ein Technologiezentrum im Silicon Valley errichten. Dort sollen Lithium-Metall-Zellen weiterentwickelt werden, etwa auch für die Automobilindustrie. „Das Zentrum wird es Northvolt ermöglichen, mit den führenden Technologieunternehmen und Universitäten im Silicon Valley zusammenzuarbeiten, um die laufenden Forschungsanstrengungen zwischen Europa und Nordamerika zu überbrücken“, so das schwedische Unternehmen.
northvolt.com

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