31.03.2021 - 14:16

SK Innovation erwägt Rückzug aus US-Batteriegeschäft

SK Innovation erwägt einen Ausstieg aus dem Batteriegeschäft in den USA, falls Präsident Joe Biden die Entscheidung der US-Handelskommission im Rechtsstreit der südkoreanische Batteriezellenhersteller zugunsten des SKI-Konkurrenten LG Chem nicht bis zum 11. April aufhebt.

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„Wir prüfen Optionen, um unsere US-Batterieproduktion nach Europa oder China zu verlagern“, wird eine Sprecherin von SK Innovation in einem Bericht von Reuters zitiert. Das Unternehmen habe sich mit Experten beraten, um Möglichkeiten zu erörtern, wie man sein Batteriegeschäft aus den Vereinigten Staaten zurückziehen könne.

Hintergrund ist, dass SK Innovation und LG Chem bzw. deren neue Batteriesparte LG Energy Solution in den USA in einen Rechtsstreit verwickelt sind. Der Vorwurf: Mitarbeiter, die SK Innovation von LG Chem abgeworben hatte, sollen geschütztes Know-how von LG Chem zur Entwicklung und Herstellung von Batterien an SK Innovation weitergegeben haben. SK Innovation klagte wenig später seinerseits gegen LG Chem wegen angeblicher Patentverletzungen. LG Chem behauptete u.a., dass SK Innovation den Auftrag zur Lieferung von Batteriezellen für den Konzernbaukasten MEB von Volkswagen nur gewonnen habe, weil von LG Chem abgeworbene Mitarbeiter besagte Geschäftsgeheimnisse preisgegeben hätten.

Die US-Handelskommission hatte 2020 vorläufig und kürzlich endgültig zugunsten von LG entschieden. Und das Urteil hat es in sich: SK Innovation wird es für die Dauer von zehn Jahren untersagt, bestimmte Batterien und deren Komponenten in die USA zu importieren. Es gibt aber zeitlich begrenzte Ausnahmen: So darf SKI temporär Komponenten für die US-Produktion von Batterien für den elektrischen Ford F-150 und die MEB-Fahrzeuge von Volkswagen importieren – im Falle von Ford vier Jahre lang und im Falle von Volkswagen zwei Jahre lang.

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Aus Sicht von SKI gibt es nun im Wesentlichen drei Möglichkeiten: eine außergerichtliche Einigung mit LG, eine Aufhebung des Urteils durch Präsident Joe Biden oder – im Falle einer Vollstreckung des Urteils – die Erwägung eines Rückzugs aus den USA. Biden hat eine auf 60 Tage limitierte „präsidiale Überprüfungsfrist“, um die Entscheidung zu kippen. Diese endet am 11. April. SKI versucht Druck aufzubauen, indem das Unternehmen unter anderem damit droht, den Bau seiner 2,6 Milliarden Dollar teuren Batteriefabrik im Bundesstaat Georgia zu stoppen.

Laut Reuters reichte SKI dieser Tage einen Antrag bei der US-Handelskommission ein, die Entscheidung vom Februar nicht zu vollstrecken und bezeichnet die Anordnungen darin als „katastrophal“. Die Anordnungen der Kommission zerstören die wirtschaftliche Lebensfähigkeit von SKIs Investition in die Batterieproduktion in Georgien und werden rational und unweigerlich zu deren Aufgabe führe, zitiert die Nachrichtenagentur aus den Papieren.

Nach dem Urteil im Februar reagierte Volkswagen bereits mit einem Antrag, die Ausnahmeregelung für sich von zwei auf mindestens vier Jahre zu verlängern. Volkswagen hoffe aber, dass die beiden Zulieferer den Streit außergerichtlich beilegen, hieß es Mitte Februar in einem anderen Reuters-Artikel. Wenig später berichtete die Nachrichtenagentur zudem, dass die US-Handelskommission auch den US-Autobauer Ford kritisiere. Der Vorwurf: Der Autobauer habe auch dann noch Verträge mit SKI abgeschlossen, als bereits Beweise dafür aufgetaucht waren, dass der Konzern Geschäftsgeheimnisse des Rivalen LG Chem verletzt hatte. Ford weist den Vorwurf jedoch zurück.

Update 12.04.2021: Die südkoreanischen Batteriezellhersteller SK Innovation und LG Energy Solution haben eine Einigung in ihrem jahrelangen Rechtsstreit erzielt. Beide Unternehmen verständigten sich darauf, alle Gerichtsverfahren in den USA und in Südkorea einzustellen und in den nächsten zehn Jahren auf gegenseitige Klagen zu verzichten.
reuters.com

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