06.04.2021 - 09:41

Mercedes EQS kommt mit bis zu 770 Kilometern Reichweite

Schon vor der offiziellen Weltpremiere am 15. April hat Mercedes-Benz die wichtigsten technischen Daten zu seinem Elektro-Flaggschiff EQS veröffentlicht. Das reichweitenstärkste Modell übertrifft die bisherige Angabe deutlich.

Nachdem der Hersteller Ende März bereits die Batteriemontage für den EQS gestartet und Fotos des Innenraums veröffentlicht hatte, stellt Mercedes-Benz nun für seinen Luxusstromer Reichweiten von bis zu 770 Kilometern nach WLTP in Aussicht. Bisher wurde die maximale Reichweite des EQS mit „über 700 Kilometer“ beziffert. Dazu beitragen soll auch der niedrige Luftwiderstand, der cW-Wert liegt laut Daimler bei 0,20.

Zudem gibt es weitere Infos zum Antrieb der reinen Elektro-Plattform: Heckantrieb ist Serie, also werden alle EQS einen elektrischen Antriebsstrang (eATS) an der Hinterachse besitzen, die Versionen mit 4MATIC zusätzlich auch einen eATS an der Vorderachse. Mercedes hebt besonders die Leistungsfähigkeit der permanenterregten Synchronmaschine (PSM) an der Hinterachse hervor: Dort sind zwei Wicklungen mit jeweils drei Phasen verbaut, wodurch sich eine „Sechsphasigkeit“ ergeben soll. Zudem verfügen die Statoren über eine Einzugswicklung, was das magnetische Feld verstärken soll.

Die Leistungsspanne reicht von 245 bis 385 kW. In der aktuellen Mitteilung nennt Mercedes-Benz zwei Modellbezeichnungen: EQS 450+ und EQS 580 4MATIC. Somit ist es möglich, aber nicht bestätigt, dass es sich bei dem EQS 450+ um das 245-kW-Modell mit der großen Batterie und den 770 Kilometern Reichweite handelt und beim EQS 580 4MATIC um das Allrad-Modell mit 385 kW. Hierfür wird aber keine Reichweite genannt.

Geplant ist zudem eine noch stärkere Performance-Version, hierzu gibt es aber noch keine genauen Angaben. Bereits länger gibt es Spekulationen, wonach ein AMG-Ableger des EQS wie das Tesla Model S Plaid+ oder der Audi e-tron S über drei Motoren verfügen wird.

Angeboten werden je nach Variante zwei Batteriegrößen (400 Volt) mit 90 bzw. 107,8 kWh nutzbarem Energieinhalt – einmal sind zehn, einmal zwölf Module verbaut. Der Kobalt-Anteil in den Batteriezellen wurde auf zehn Prozent reduziert, das optimierte Aktivmaterial besteht im Verhältnis von 8:1:1 aus Nickel, Kobalt und Mangan. Mittels Over-the-Air-Updates will Daimler die selbst entwickelte Batterie-Management-Software über die Lebensdauer hinweg aktuell halten. Die Batterie kann auch während der Fahrt vorgewärmt oder gekühlt werden, um die Batterie im optimalen Temperaturfenster zu halten.

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Optional soll ein Onboard-Lader für bis zu 22 kW AC-Ladeleistung erhältlich sein. Die Ladeleistung ab Werk nennt Daimler nicht, sie dürfte aber bei 11 kW liegen. Die maximale DC-Leistung an Schnellladestationen beziffert Mercedes-Benz mit bis zu 200 kW, in 15 Minuten soll Strom für bis zu 300 WLTP-Kilometer nachgeladen werden können. Der EQS unterstützt zudem Plug & Charge.

Bis zu 290 kW Rekuperationsleistung

Eine weitere Möglichkeit, Strom in die Batterie zu bekommen, ist die Rekuperation. Hier soll die maximale Leistung (wohl bei den Allrad-Modellen) bei 290 kW liegen – bei den Versionen mit Hinterradantrieb wird die Rekuperation durch die Traktion begrenzt. Die Verzögerung soll bei bis zu 3 m/s² liegen. In dem aus dem EQC bekannten Rekuperationssystem (über die Schaltwippen am Lenkrad sind drei Stufen wählbar) mit dem Modus „DAuto“ soll das Fahrzeug selbstständig mit bis zu 5 m/s² verzögern – genannte 3 m/s² per Rekuperation und 2 m/s² werden automatisch über die Radbremsen verzögert. Per Rekuperation soll der EQS bis zum Stillstand bremsen können.

Zudem verweist Mercedes darauf, dass der Antrieb des EQS besonders leise sein soll. Beide eATS besitzen rundum ein NVH-Cover (Noise, Vibration, Harshness), die eATS werden darüber hinaus über Elastomerlager doppelt entkoppelt. Der Hauptboden der Batterie ist nicht glatt, sondern mit Sicken ausgestattet, um Vibrationen und die Geräuschentwicklung zu unterbinden. Der Fahrzeugboden selbst ist hingegen glatt.

Im Vergleich zu der Routenplanung des EQC soll das System EQS über eine neue Visualisierung verfügen, ob die vorhandene Batteriekapazität ausreicht, um ohne Laden zum Startpunkt zurückfahren zu können. Zudem werden manuell hinzugefügte Ladestationen entlang der Route bei der Routenberechnung präferiert, vom System vorgeschlagene Ladestopps können ausgeschlossen werden. Die „Aktive Reichweiten-Überwachung“ empfiehlt, in den Eco-Modus zu wechseln, wenn ein Risiko besteht, das Ziel oder die Ladesäule mit den gesetzten Einstellungen nicht zu erreichen.
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20 Kommentare zu “Mercedes EQS kommt mit bis zu 770 Kilometern Reichweite

  1. Hans Herbert

    Damit ist das Idealfahrzeug bereits erreicht! Alle 300 km 20 Minuten Pause fördern die Volksgesundheit und entlasten die Krankenkassen. Wenn sich dann noch Shoppingmalls in den Ladeparks durchsetzen, werden die Kunden bald nach längeren Ladezeiten rufen, um das Reiseerlebnis zu erhalten. – Weitere Minimierungsleistungen bei den Ladezeiten werden bald überflüssig sein.

    • Josef

      Nö, nicht für alle…10min sollten es noch werden, was sicher in 5 Jahren der Fall sein wird.
      Ich mach NIE an einer Autobahnraststätte Pause, sondern im Abstand von 3 bis 5km an einem Restaurant und da kann man nicht laden…zweimal Pause ist echt nicht schön.
      Bei 10min schafft auch eine Ladesäule theoretisch bis 6 Autos…bei 20min nur drei. D.h. die gesamte Infrastruktur kann halbiert werden, da man viel mehr Autos gleichzeitig bedienen kann.

      • Jürgen Starck

        Dass Tempo 130 kommt ist sicher und es ist auch eine gesellschaftliche Änderung zu berücksichtigen. Elektroautos sollen umweltfreundlich sein und das sind sie nicht bei einem Verbrauch von 30kWh oder mehr und auch nicht bei 150 kW Kapazität der Batterie.
        Menschen, die keine Zeit für 20 Minuten Pause haben, sind in Zukunft keine Helden mehr sondern Personen, die sich und ihre Termine zu wichtig nehmen und ein schlechtes Zeitmanagement haben.
        350 kW verteuert die Ladung und wird von 99 % gemieden werden.
        Was gebraucht wird ist AC – Ladung mit 11 kW sowie DC mit 50 kW jeweils zum Preis von 29 Cent / kWh.
        Entlang der Autobahn kann es ein paar wenige HPC geben.
        Auch die Reichen haben die Chance, vernünftig zu werden.

        • Juergen Starck

          Ich muss zu meinem Kommentar noch eine Ergänzung machen, die vielleicht etwas den Schrecken nimmt:
          Ans Niedrigspannungsnetz angeschlossene 150 KW HPC-Lader für 39 Cent / kWh, wie aktuell bei EnBW im ADAC- oder Vielfahrertarif, sind auch noch eine sinnvolle und realistische Option.
          Das ändert aber nichts daran, dass Ladungen schneller als 150 KW eine Nische sind und bleiben sollten.

        • T.R.

          Wie urteilen Sie bitte über die Individualität der Menschen? Schrecklich, solche sozialistischen Gedanken!

      • eFahrer

        Das ist Ihr ganzes Agument – beschämend,
        So wenig Bereitschaft- offenbar habe sie zu wenig Dokus über den IRAK Krieg und Co gesehen oder es ist ihnen einfach nicht klar das Krieg für Öl auch stattfindet, weil sie zu bequem sind eine Kleinigkeit anzupassen um eine große persönliche Verbesserung zu realisieren. Gerade bei Ihren km fällt das stärker ins Gewicht. Denke sie bitte daran beim nächsten Zahlen an der Tanke – Krieg für Öl ist auch für Sie.

    • David

      Richtig ist, dass man damit schon mal arbeiten kann. Trotzdem kommt 350 kW Ladeleistung und wenn das erreicht ist, wird aus der Ladekurve eine Gerade. Ebenso werden die Langstreckenautos mittelfristig Akkus bis 150 kWh haben. Es sei denn, es kommt wirklich Tempo 130 km/h. Dann reichen die 108 kWh.

  2. Djebasch

    Komisch das die Reichweite bei den Verbräuchen nicht aufgeht…
    Also die Reichweite die dann hinkommt ist 550KM mehr nicht und das nur bei Schonender Fahrweise…
    Und bisher ist Mercedes nicht gerade für Sparende E Fahrzeuge bekannt…

    • Merkwürdigliebe

      Komisch das in diesem Artikel keine Verbräuche stehen…
      Also einen Verbrauch von 19,6 kWh/100km bei schonender Fahrweise finde ich nirgends…
      Und bisher hatte Mercedes noch keine “purpose” BEV´s im Angebot…

      Man kann sich alles hinbiegen wie man möchte, jetzt warten wir doch mal ab wie gut oder schlecht der EQS wird.

      Auf allen Plattformen nurnoch Genörgel – Sollten wir nicht alle Froh sein das die Leute die eine S Klasse fahren/gefahren sind jetzt ein super Ersatz bekommen?

      • D-Tric

        Seh ich genauso. Die einen nörgeln, dass die Daten ja wohl nicht stimmen können. Die anderen, dass sich so ein Auto ja eh niemand leisten kann. Und wieder andere wissen ganz genau, dass ausser Tesla eh niemand E-Autos bauen kann. Statt sich einfach mal zu freuen, dass mittlerweile auch andere Hersteller so langsam aufwachen und erste (oder zweite) Schritte in Richtung E-Mobilität machen. Und Mercedes baut nun mal Fahrzeuge für Mercedeskunden und keine günstigen Kleinwagen. Den Markt müssen dann halt andere beackern.

        • Tim Kleeberg

          Vielen Dank für diesen Beitrag

  3. EFahrer

    Prima – Glückwunsch- endlich ein Fahrteug für die Regierungsbank in Berlin und BW und andere Landesregierungen. Es gibt keine Ausreden mehr.
    Nur M. Söder muss jetzt noch weiter warten, das passt zu seiner „Ausgangssperre“ 🙂

    Ps bin aufs Papa-Mobil gespannt —> 500er eFiat oder dieses Teil oder beides?

    • mike

      Dr. Söder hat sich ja für eine Begrenzung der Amtszeit auf 2 Wahlperioden eingesetzt. Er ist jetz schon in der 2. Die Hoffnung stribt zuletzt!

  4. Tim Kleeberg

    Vielen Dank für die Beiträge!
    Ich finde es auch erfreulich, dass was passiert. Bisher hat die „Community“ palavert, dass die „großen“ Hersteller nichts unternehmen und jetzt muss halt was anderes gefunden werden.
    Mit dem Blick auf das Positive, lebt (und fährt) es sich besser.
    Eine sehr positive Sache zum Beispiel ist: der EQS unterstützt Plug&Charge nach ISO 15118. Das finde ich klasse!

  5. Udo

    Das sollten bei 770 km Reichweite deutlich unter 15 kWh Verbrauch auf 100 km sein
    Wie soll das gehen
    Muß ich da als Beifahrer mit in Pedale treten
    Hat Mercedes vielleicht als Sonderausstattung zu verkaufen
    Hihi

  6. Jürgen

    770 km Reichweite bei 107,8kWh Batteriekapazität macht genau 14kWh/100km. Das ist doch mal eine Ansage!
    Bin gespannt auf die (realistische) EPA Reichweite.

    • Markus

      Die erste kWh ist doch schon “verbraucht”, um den “Panzer” vom Stillstand in Bewegung zu versetzen.
      Unter 20 kWh wird das Gefährt nicht zu bewegen sein.

  7. Lex

    Ich fahre immer noch ca. 1900km mit meinem 35i bei 3,9-4,1l/100km. 🙂 und der ist mittlerweile 25 Jahre alt.
    Das nenne ich nachhaltig!

    • Yogi

      Sofern sie das nicht mit efuels fahren ist ihr Kommentar ziemlich sinnfrei.
      Oder wo kamen die 15.000 Liter Diesel oder 19500 Liter Erdöl für sie die letzten 25 Jahre her und wo gingen sie hin? (50 Tonnen CO2?)

  8. HerbertDiessenhofer

    14 kwh Verbrauch bei weit über 2 Tonnen Gewicht halte ich für höchst unwahrscheinlich. Zumal auch bei dieser Plattform noch zig Steuergeräte mitwirken, welche die Effizienz mit Sicherheit nicht steigern. Ich schätze mal, dass die in Masse hergestellte EQS Version deutlich schlechtere Werte aufweisen wird.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2021/04/06/mercedes-eqs-kommt-mit-bis-zu-770-kilometern-reichweite/
06.04.2021 09:02