27.07.2021 - 13:08

Nürnberg: N-Ergie eröffnet Parkhaus mit 128 Ladepunkten

Der Nürnberger Energieversorger N-Ergie hat sein im Februar angekündigtes „Parkhaus der Zukunft“ eingeweiht. Das Gebäude bietet 128 Ladepunkte für E-Autos und ist für Mitarbeiterschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen zugänglich. Umgesetzt wurde das Großprojekt von Ladeinfrastrukturspezialist Reev.

N-Ergie bezeichnet sein „elektrisches Parkhaus“ in Nürnberg-Sandreuth als größtes seiner Art in Franken und eines der größten in Bayern. Der Baubeginn datiert von Mai 2020. Für Planung, Umsetzung und den nun folgenden Betrieb hat sich der Energieversorger das Münchner Unternehmen Reev ins Boot geholt. Zusammen haben die Partner nach eigenen Angaben ein Projekt angepackt, das als Vorbild für künftige Quartiers-Parkhäuser dienen könnte.

Zum konkreten Aufbau des Parkhauses: Das Gebäude liegt auf dem Betriebsgelände der N-Ergie an der Sandreuthstraße auf Höhe der Einmündung zur Maybachstraße und kommt auf 14 Halbgeschossen auf insgesamt 338 Stellplätze. Von diesen sind wiederum 128 mit Ladepunkten des Typs eMH3 Wallboxen von ABL ausgestattet. Der Strom für die Elektrofahrzeuge wird direkt vor Ort gewonnen: Auf dem Dach des Parkhauses erzeugen Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 100 kWp Strom. Eine Pufferbatterie mit 100 kW Leistung und 112 kWh Speicherkapazität balanciert die regenerative Stromerzeugung und den Strombedarf aus.

Die Park- und Lademöglichkeiten können wie eingangs erwähnt von Mitarbeitern der N- Ergie aber auch öffentlich genutzt werden – unter anderem von Anwohnern und Pendlern. Reev kümmert sich um die Steuerung und Abrechnung der Ladevorgänge, ebenso um das gesamte Energiemanagement inklusive der PV-Anlage und des Batteriespeichers. Vor allem das Lastmanagement lohnt laut den Partnern eines genaueren Blicks. Denn die Last wird nicht nur über das ganze Gebäude hinweg betrachtet, sondern über einzelne Unterverteiler auch isoliert nach Halbgeschoss. Diese seien wiederum Ebenen-übergreifend miteinander gekoppelt, um bedarfsgerecht anzusteuern zu können, wie viel Strom auf welcher Parkebene gerade beansprucht und benötigt wird.

ZF

Eine Cloud-Software von Reev erlaubt es zudem, die gesamte Ladelösung aus der Ferne zu steuern. „Erweiterungen und Updates der Ladelösung können so flexibel und unkompliziert umgesetzt werden, womit das Projekt auf Jahrzehnte zukunftsfähig bleibt“, ist Energieversorger N-Ergie überzeugt. Die Einbindung weiterer Innovationen soll im Laufe der Zeit folgen. So schwebt den Initiatoren ein noch weiter digitalisiertes Nutzermanagement vor. Konkret soll künftig „ein eigens entwickeltes KI-System die Nutzerpriorisierung steuern“.

„Mit dem Parkhaus der Zukunft konnten wir nicht nur einen bedeutenden Schritt für die Mobilitätswende in unserer Metropolregion gehen, sondern auch Impulse setzen für die digitalisierte und vernetzte Zukunft der Mobilität“, äußert Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie. „In einem Projekt dieser Dimension müssen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Besonders die elektrotechnische Konzeption ist komplex. Dementsprechend froh waren wir über die enge Zusammenarbeit mit den eMobility Experten von Reev.“

Das neue Parkhaus ist eines von zehn Parkhäusern in Nürnberg und Fürth, die im Rahmen eines gemeinsamen Projekts von N-Ergie und Infra Fürth u.a. mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet werden. Die kalkulierten Kosten für das Parkhaus gab N-Ergie bei Baubeginn Anfang 2020 mit ungefähr acht Millionen Euro an. In der aktuellen Mitteilung zur Eröffnung macht der Energieversorger keine Angaben zu den Investitionskosten.
Quelle: Infos per E-Mail

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11 Kommentare zu “Nürnberg: N-Ergie eröffnet Parkhaus mit 128 Ladepunkten

  1. Jakob Sperling

    “Der Strom für die Elektrofahrzeuge wird direkt vor Ort gewonnen”. Dazu diene eine PV-Anlage mit 100kW Peak.
    Ich hoffe, dass die das nicht selber glauben. Eine PV-Anlage mit 100kWp produziert im Jahr bestenfalls 130 MWh Energie. Damit kann man z.B. 2’600 Ladungen von 50 kWh bereitstellen, also etwa 7 pro Tag. Und das bei 128 Ladepunkten?
    Oder anders gerechnet: Mit dieser PV-Anlage kann man an einem sonnigen Tag etwa 500 kWh gewinnen. Damit kann man – dank der Batterie – z.B. 12 Stunden lang 41 kW liefern. Das reicht für zwei 22kW-Ladestellen oder 4 11kW-Ladepunkte. Es hat da aber 128 Ladepunkte. Wenn ich den Strom mit dem erwähnten Lademanagement auf die 128 Ladepunkte verteile, gibt das etwa 320 Watt pro Ladepunkt. Eine Ladung dauert dann halt etwa 150 Stunden.
    Wer will da warum wem was vormachen?

    • Matthias

      Ein Auto fährt im Schnitt ca. 37km am Tag, als E-Auto verbraucht es dabei ca. 6 kWh.
      Mit den besagten 500 kWh eines sommerlichen Sonnentages können also unter der Woche über 80 E-Autos versorgt werden. Es wird ein Weilchen dauern bis soviele dort andocken.

      Montags werden viele mit niedrigem Akkustand aufkreuzen, dann wird die Nachfrage höher sein. Das benachbarte Heizkraftwerk der N-Ergie wird aber auch dadurch nicht in die Knie zu zwingen sein.

      • Jakob Sperling

        Um an einem ganzen (optimalen) Tag 80 minimal angebrauchte Akkus wieder aufzufüllen sind 128 Ladepunkte aber nicht sehr effizient.
        Auch sollte ein Auto, dem 6 kWh fehlen, nicht eine Ladestation besetzen; der kann und soll am Abend zuhause laden.
        Ich habe ja überhaupt nichts gegen 128 Ladestationen aber es ist etwas sehr beschönigend, wenn man sagt, die Energie dazu stamme von der PV-Anlage auf dem Dach, wenn vielleicht etwa 20% der Energie tatsächlich von da stammen werden.

      • Wolfgang

        Das mag sein, dass ein E-Auto nicht mehr am Tag fährt. Jetzt bin ich aber vielleicht jemand der hier nur einen Zwischenstop in Nürnberg macht, eine Weile shoppen geht oder was auch immer. Da erwarte ich mir schon, dass ich in 4h zumindest 20kwh in mein Auto rein bringe.
        Es wird wohl noch eine externe Stromzufuhr hier geben? Was bringt mir eine Ladesäule an der ich nicht mal die Leistung von einer Haushaltssteckdose beanspruchen kann.

        Ich bin da eher der Meinung von Jakob Sperling.

    • Elektrisch im Oldenburger Münsterland

      Sie haben Recht. Allerdings gehen Sie von einer hohen Auslastung aller Ladepunkte aus. Das ist wahrscheinlich unwahrscheinlich. Bei unregelmäßig starker Auslastung kann die Solaranlage den Batteriespeicher mehrfach auf- und entladen. Klar ist, dass nicht der gesamte Strombedarf vom Dach gedeckt werden kann, aber ein Teil sicher. Im Ladekreuz Hilden soll der gesamte Autostrom bereits mit Solar abgedeckt werden, wobei die Anlage und der Speicher dort wesentlich größer ist.

    • Christian

      Die Rechnung ist relativ einfach: 100 kWp liefern max. 80 kW Leistung bei hohen Lufttemperaturen, im März und April auch mal 100 kW. Mit 80 kW kann man 7 Autos mit 11 kW laden oder 10 zweiphasig oder 21 einphasig. Die Pufferbatterie verdoppelt die Leistung. Es reicht also höchstens für 42 einphasig ladende Autos.
      Die Wahrscheinlichkeit dass da mehr als 20 Autos gleichzeitig laden halte ich für unwahrscheinlich, siehe Kommentar über die Lage des Parkhauses.

    • Lutzvanderhorst

      Bestimmt gibt’s außerdem eine Anbindung von dem Hkw Sandreuth welches durch kraftwärme Kopplung einen durchaus hohen Wirkungsgrad erzielt.

  2. Hannes P

    Das Parkhaus im nirgendwo von Nürnberg. Keine Anbindung mit U- oder Straßenbahn … Weiter geht es nur im Dieselbus … maximal für Mitarbeiter der N-Ergie oder Anwohner interessant.

  3. Lutzvanderhorst

    Bestimmt gibt’s außerdem eine Anbindung von dem Hkw Sandreuth welches durch kraftwärme Kopplung einen durchaus hohen Wirkungsgrad erzielt.

  4. Viktor P

    Alle die sich beschwären es gibt zu wenig PV auf dem Dach. 100 kwp ist die nächste Schallmauer die von der Politik (Lobby) vorgegeben ist und es nicht sinnvoll betreiben lässt.

  5. J.F.G.

    Schön zu lesen das die meisten verstanden haben das wir alle immer wieder aufs neue richtig nett verarscht werden, da hilft auch schönreden nichts.
    Will man das E-Auto Programm wirklich straff durchziehen, werden wir wohl etwas mehr PV Anlagen benötigen um auch nur im Ansatz Strom für Millionen Autos generieren zu können!
    Aber egal.
    Was ich bei diesem ach so innovativen tollen Zukunftsprojekt wirklich pervers finde ist die Tatsache das man eine komplette Fassade (in einem Wohngebiet) nachts zum Tage macht indem man sie schön hell in türkisblauem Licht erstrahlen lässt!
    Eine Nacht lang hat man das gemacht. Danach war erst mal Schluss mit Licht.
    Man hat dann nochmals versucht in einer anderen, etwas schwächeren Lichtfarbe ein Element zu beleuchten. Auch nur eine Nacht.
    Seitdem ist Friede.
    Das ganze Viertel war nachts hell beleuchtet.
    Im Grunde ist das nichts anderes als Energieverschwendung – Hausfriedensbruch – und eine Lichtverschmutzung vor´m Herrn!
    Ob der Strom dazu aus dem tollen Akku kommt?
    Ich weiß es nicht. Ist mir auch egal. Man könnte ihn aber auch ins Netz einspeisen.
    Die Tatsache das schon bei der Planung jemand dort sitzt und solch einen Irrsinn verzapft, lässt mich schon am Verstand unserer Spezies zweifeln.
    Der Umstand das sowas auch noch abgesegnet wird unterstreicht meine Meinung nur noch!
    Ist es da nicht schön zu wissen das es zumindest bezahlt ist, irgendwer gut Geld verdient hat, und die Kunden der E-Nergie den ganzen Irrsinn bezahlen dürfen.
    Was für eine Innovation!
    In der Presse habe ich von all dem wer hätte es gedacht nichts mitbekommen.
    So etwas wäre eine Schlagzeile Wert.
    Aber das rückt dann wohl die Zukunftsweisende Innovation wieder in ein doch eher schlechtes Licht.
    Frag mal jemand die Anwohner in der Gegend was sie von solch einer Zukunft halten!

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2021/07/27/nuernberg-n-ergie-eroeffnet-parkhaus-mit-128-ladepunkten/
27.07.2021 13:22