30.07.2021 - 15:17

Aufbau von 320 Laternen-Ladepunkten in Dortmund gestartet

Im Rahmen des Projekts NOX-Block sollen in Dortmund 320 Laternen-Ladepunkte entstehen. Die ersten 25 Exemplare sind nun betriebsbereit. Die Hardware liefert Ebee Smart Technologies, die Installation übernimmt das Konsortium StraBelDo (Straßenbeleuchtung Dortmund).

An der Schmiedingstraße in der Dortmunder Innenstadt haben die Initiatoren dieser Tage die ersten Laternen-Ladepunkte in Betrieb genommen. Bis September 2022 sollen insgesamt etwa 320 Ladepunkte an Beleuchtungsmasten im öffentlichen Raum entstehen. Zielgruppe sind laut einer Mitteilung der Stadt Dortmund insbesondere Pendler und Menschen, die keine Lademöglichkeit auf dem eigenen Grundstück haben. Benötigt werde lediglich ein Standardkabel mit Typ-2-Stecker. Zur Authentifizierung und Bezahlung kann entweder eine RFID-Karte, eine Smartphone-App oder eine Webseite mit Direct Payment verwendet werden.

Den Auftrag, das innovative Projekt in Dortmund umzusetzen, hat das Konsortium StraBelDo erhalten. Es besteht aus der Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21) und dem technischen Dienstleister Spie Deutschland & Zentraleuropa. Das modernisiert, wartet und setzt die Straßenleuchten instand. In diesem Zuge erfolgt auch die Ausstattung eines Teils der Laternen mit Ladegeräten des zur Bender-Gruppe gehörenden Hardware-Herstellers Ebee.

Laut Ebee wird die eichrechtskonforme Ladestation an der bestehenden Straßenleuchte befestigt und kann anschließend je nach verfügbarer Stromversorgung auf eine Leistung von 3,7, 11 oder 22 kW konfiguriert werden. Im Dortmunder Projekt seien die Ladepunkte direkt am Niederspannungsnetz angeschlossen und würden mit 11 kW betrieben, teilt Ebee mit. Die Integration übernimmt das oben genannte Konsortium. Die DEW21 sei als Betreiber der Ladepunkte auch technischer Partner von Ebee, heißt es.

Ralph Müller-Eberstein, Leiter Business Development von Ebee, begrüßt den flächendeckenden Aufbau von Laternen-Ladepunkten: „Öffentliche Ladepunkte an den Beleuchtungsmasten ermöglichen den preiswerten Aufbau und Betrieb von dringend benötigter Ladeinfrastruktur. Die Städte stellen damit eine platzsparende Ladelösung für Laternenparker bereit, die in der Regel nicht über eine Garage mit Wallbox verfügen, aber dennoch nicht auf E-Mobilität verzichten wollen.“

ZF

Eingebettet ist das Laternen-Projekt in die Initiative NOX-Block, die ein wesentlicher Baustein der Smart-City-Strategie in Dortmund und Teil einer kommunalen Lösungsstrategie ist, um E-Mobilität attraktiver zu machen. Erklärtes Ziel von NOX-Blocks ist es, die Stickoxidwerte im Ballungsgebiet zu verringern. Dazu arbeiten die Städte Dortmund, Schwerte und Iserlohn zusammen. Insgesamt sollen im Rahmen des Projekts bis zu 680 Ladepunkte im öffentlichen, halböffentlichen und privaten Raum aufgebaut werden – 500 davon in Dortmund, 100 in Schwerte und 80 in Iserlohn. Wissenschaftlich begleitet wird der Aufbau von der TU Dortmund sowie der Bergischen Universität Wuppertal. Der Bund bezuschusst NOX-Block mit rund 10 Millionen Euro.

Zum Auftakt des Projekts 2019 wurde noch Ubitricity als Hardware-Partner genannt. Ebee hat das Produkt von Ubitricity inzwischen ersetzt, „da gesetzliche Forderungen und auch die Anforderungen des Kunden eine nicht-properitäre und offene Lösung fordern“, wie electrive.net auf Anfrage bei Ebee/Bender erfahren hat.

In der Tat scheiterte der Roll-out von Laternen-Ladesystemen bis vor Kurzem hierzulande noch an deutschen Normen. Im März gaben Ubitricity und Ebee vor diesem Hintergrund bekannt, gemeinsam eine speziell für den deutschen Markt konzipierte Laternenladelösung zu entwickeln. Der neue Laternen-Ladepunkt ist mit einem Ladecontroller von Ebees Mutterkonzern Bender ausgestattet und erfüllt laut den Partnern alle Standardanforderungen des deutschen Eichrechts und der Technischen Anschlussbedingungen (TAB).

Eine Kooperation zwischen Ubitricity und Ebee liegt nahe. Beide Firmen sind Nachbarn auf dem Berliner EUREF-Campus. Während sich Ubitricity – seit Anfang des Jahres in Besitz von Shell – mit Laternen-Ladelösungen allen voran in Großbritannien einen Namen gemacht hat. Ist Ebee ein auf Laternenladen in Deutschland spezialisierter Hardwareentwickler.

Ubitricity machte mit den deutschen Normen zuvor übrigens keine guten Erfahrungen. Sie bescherten dem Unternehmen eine gescheiterte Auftragsvergabe über 1.000 Laternen-Ladepunkte in Berlin. Im September 2020 hieß es, die Berliner Laternenmasten seien zu eng, um die Technologie von Ubitricity darin legal zu verbauen. Zudem gab es mit dem Eichrecht eine weitere Hürde. Im November 2020 folgte dann nach Verzögerungen die öffentliche Neuausschreibung.
Quelle: Info per E-Mail, dortmund.de

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3 Kommentare zu “Aufbau von 320 Laternen-Ladepunkten in Dortmund gestartet

  1. Birne

    Genau die richtige Richtung.
    HPC Ladeparks sind das eine, aber in jeder Straße eine TYP II Möglichkeit das andere. Top.

    • Dirk

      …in Dortmund gibt es ca. 4000 Straßen. Dann könnten 320 Ladepunkte ein wenig knapp werden.

  2. eMobilitätsberatung-Berlin K.D.Schmitz

    Unseren Informationen zufolge, und die sind nicht vom Hörensagen, sondern aus 1 Hand, ist das Projekt in Berlin am den Vorgaben des Senates gescheitert. Ubitricity hat das System mit der gesamten Technik im Spezialkabel erfunden. Der Vorteil, die gesamte Technik inkl. Software und Stromvertrag, ist in einer Box im Kabel untergebracht. Das ist so in etwa als wenn man einen Tesla ansteckt. Hier kommuniziert das Kabel anstelle des Fahrzeugs bei Tesla. Erst durch die Forderung von der Verkehrs Senatorin zu Berlin, Fr. Günther, mehr Technik zum abrechnen in jede Laterne haben zu wollen, machte den Einbau dann unmöglich. Jede Laterne wird durch den Anbau unansehnlicher und teurer, auch bei Schäden durch anfahren der Laterne zb.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2021/07/30/aufbau-von-320-laternen-ladepunkten-in-dortmund-gestartet/
30.07.2021 15:47