Berlin startet erneute Ausschreibung für 1.000 Laternen-Ladepunkte

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat nun nach Verzögerungen die öffentliche Neuausschreibung für die Errichtung und den Betrieb von bis zu 1.000 Ladepunkten an Straßenlaternen gestartet.

Diese Laternen-Ladepunkte sollen im Rahmen des Forschungsprojekts „Neue Berliner Luft“ in den Jahren 2021 und 2022 in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf installiert werden. Dabei soll erforscht werden, ob die Lademöglichkeiten an Laternen die Elektromobilität für weitere Zielgruppen attraktiver machen, die nicht über einen eigenen Stellplatz mit Lademöglichkeit verfügen. „Mit dem Ausbau von Laternen-Ladepunkten in Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf testen wir zudem in großer Stückzahl eine neue Technologie auf ihre Wirtschaftlichkeit und Anwenderfreundlichkeit und fördern die Elektromobilität bewusst auch jenseits des Stadtzentrums“, heißt es in der kurzen Mitteilung.

Im September war bekannt geworden, dass der bisherige Plan mit der Lösung des Unternehmens Ubitricity nicht umgesetzt werden konnte. Die Berliner Laternenmasten seien zu eng, um die Technologie von Ubitricity darin legal zu verbauen. Zudem gab es mit dem Eichrecht eine weitere Hürde. Den Auftrag dazu hatte das Berliner Unternehmen Anfang 2019 erhalten.

Die kurze Mitteilung des Senats erwähnt aber nicht den Kern der neuen Ausschreibung: Statt der in die Laterne integrierten Lösung – von der Ubitricity in London über 2.000 Exemplare installiert hat – soll die Ladestation nun außen an der Laterne angebracht werden. In Berlin sind bereits 30 Exemplare dieser „Rucksack“- oder „Huckepack“-Lösung installiert. Damit sollen die Vorschriften der Anwendungsregel „TAR Niederspannung“, die den Bauraum für stationäre Messstellen genau definiert, erfüllt werden.

Bereits im September stellte die Senatsverwaltung gegenüber „Tagesspiegel Background“ klar, dass Ubitricity Konsortialführer für das Projekt „Neue Berliner Luft“ bleibe und auch an der Ausschreibung für die Standardladetechnik teilnehmen könne. Ob Ubitricity das auch macht, war zunächst noch offen. Das Unternehmen setzt eigentlich auf einen sehr einfachen und günstigen Ladepunkt, die Messtechnik soll in dem „intelligenten Ladekabel“ mit integriertem mobilen Stromzähler verbaut sein. Ubitricity kritisierte damals, dass die Kosten „deutlich höher als bei der Integration in den Lichtmast“ seien. Allerdings bietet Ubitricity neben dem Laternen-Ladepunkt auch einen freistehenden Poller und eine Wallbox an, an denen teilweise auch ohne das „Smart Cable“ geladen werden kann.

Das Projekt „Neue Berliner Luft“ wird über das „Sofortprogramm Saubere Luft“ vom Bund gefördert. Ziel des Programms ist es, für bessere Luft in Städten zu sorgen.
rbb24.de, berliner-zeitung.de, berlin.de

1 Kommentar

zu „Berlin startet erneute Ausschreibung für 1.000 Laternen-Ladepunkte“
U. Munde
14.09.2021 um 22:02
Hallo, wie weit ist den eigentlich der Stand der Entwicklung, im Berliner Stadtgebiet? Bisher habe ich nur vereinzelt Laternen mit dieser Aufrüstung gesehen und dann noch an Standorten, wo kein Mensch wohnt und Arbeitsstätten sind dort auch fast "ausgestorben". Man hört überhaupt nichts mehr über das Thema oder ist corona auch daran Schuld, dass es nicht weiter geht?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Lesen Sie auch