VinFast soll im zweiten Halbjahr 2022 an die US-Börse

Vietnams Mischkonzern Vingroup will seine E-Autosparte VinFast im zweiten Halbjahr 2022 an die US-Börse bringen und dadurch mindestens drei Milliarden Dollar einzunehmen. Außerdem strebt das Unternehmen an, im kommenden Jahr dreimal so viele Elektroautos abzusetzen wie bisher geplant.

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Das meldet Reuters unter Berufung auf ein Statement des Konzerns. Dem Bericht zufolge hatte VinFast bereits im April angedeutet, einen Börsengang mit einer Bewertung von 60 Milliarden Dollar und erwarteten Einnahmen in Höhe von mindestens 3 Milliarden Dollar vorzubereiten. Umgerechnet sind dies 53 Milliarden bzw. knapp 2,7 Milliarden Euro.

Konkret hat Mutterkonzern Vingroup nun eine in Singapur ansässige Holdinggesellschaft gegründet, um den Börsengang voranzutreiben. „Die neue Gesellschaft, VinFast Singapore, ist ein Schritt, um VinFast in ein globales Unternehmen zu verwandeln und den Börsengang in den USA vorzubereiten“, zitiert Reuters aus einer Erklärung des Unternehmens. „Vingroup wird ein Hauptaktionär von VinFast Singapore sein.“

Eine neue Information ist zudem, dass VinFast im nächsten Jahr einen weltweiten Absatz von 42.000 Elektrofahrzeugen anstrebt – anstatt der bisher geplanten 15.000 Exemplare. VinFast verkauft seit 2019 Fahrzeuge, die ersten Modelle verfügen aber noch über einen Verbrennungsmotor. Die internationale Expansion plant das Unternehmen aber mit Elektroautos: Im kommenden Jahr sollen zwei E-SUV auf den Markt gebracht werden, der mittelgroße VF e35 und der Siebensitzer VF e36. Wie das Unternehmen im September bestätigt hatte, sollen die beiden Modelle auch in Europa verkauft werden – Deutschland gehört zu den drei ersten Märkten.

Kapital-intensiv ist die aktuelle Entwicklungsphase des Unternehmens auch deshalb, weil die Vingroup noch in diesem Jahr mit dem Bau einer Batteriezellenfabrik für VinFast in der vietnamesischen Provinz Ha Tinh beginnen dürfte. Laut einem Reuters-Bericht aus dem Oktober soll das Werk ab dem dritten Quartal 2022 zunächst mit einer Jahreskapazität von 3 GWh die Produktion aufnehmen. Bis 2025 soll eine Erweiterung auf 5 GWh pro Jahr geplant sein.

Laut den Informationen von Reuters will der Konzern 387 Millionen Dollar (332 Millionen Euro) in die Anlage auf einem 12,6 Hektar großen Gelände in der zentral gelegenen Provinz investieren. Der Standort wurde von der Vingroup wohl nicht zufällig gewählt: Bereits im April hatte Reuters berichtet, dass in der Region ein zweites Fahrzeugwerk von VinFast entstehen soll.

Bei den Batterien verfolgt VinFast eine mehrgleisige Strategie: Zum einen sind eigene Batteriewerke geplant, die aber noch nicht den aktuellen Bedarf decken können – es müssen also noch Zellen zugekauft werden. Zudem hat das Unternehmen im Bereich der Entwicklung schon länger die Fühler in die Richtung von Firmen ausgestreckt, die an neuen Batterietechnologien forschen. Darunter Gotion High-TechProLogium und StoreDot.

Update 11.04.2022: Der vietnamesische Elektroauto-Hersteller VinFast hat seinen Börsengang in den USA beantragt. Details zur Listung sind noch nicht bekannt. Der US-Börsengang von VinFast wird früheren Angaben zufolge offenbar für das zweite Halbjahr 2022 angestrebt. Mit dem dadurch generierten Kapital soll unter anderem der Bau des kürzlich angekündigten ersten Werks von VinFast in den USA finanziert werden.

VinFast selbst schreibt in der kurzen Mitteilung, dass der Umfang des Börsengangs und die Preisspanne noch nicht feststehen. Reuters zitiert hingegen eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle, wonach VinFast wahrscheinlich versuchen werde, etwa zwei Milliarden US-Dollar einzunehmen. Das entspricht derzeit umgerechnet rund 1,83 Milliarden Euro.
reuters.com, reuters.com, vinfastauto.com (beide Update)

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