29.03.2022 - 13:16

Elli und Mitnetz Strom testen Netzintegration von E-Fahrzeugen

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In einem gemeinsamen Pilotprojekt werden Elli und Mitnetz Strom in den kommenden Monaten optimierte Ladestrategien erproben. Das Vorhaben hat ein effizientes Zusammenspiel zwischen Stromnetz und Elektromobilität zum Ziel. Zum Einsatz kommen E-Fahrzeuge des VW-Konzerns.

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Die Veränderung großer Teile der Mobilität in Richtung Elektrifizierung bringe neue Herausforderungen mit sich. So wachsen die Anforderungen an die Verteilernetze und es müsse darauf geachtet werden, dass die Netze nicht überlastet werden, schreibt der VW-Konzern in einer Mitteilung. Gerade angesichts des wachsenden Anteils an erneuerbaren Energien erachtet der Konzern deshalb passende Speichermöglichkeiten als erforderlich, denn „Sonne und Wind liefern nicht gleichmäßig Energie“.

Der VW-Ladedienstleister Elli und der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom wollen in dem Projekt nun aufzeigen, wie mit „zeitvariablen, monetären Anreizen kundenfreundliche Produkte zum intelligenten Laden von Elektrofahrzeugen“ umgesetzt werden können. Dabei sollen sowohl die regionale Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als auch die verfügbaren Kapazitäten im Verteilnetz berücksichtigt werden. Nähere Angaben zum Umfang, wie etwa die Anzahl der eingebundenen Ladepunkte, macht VW in der Mitteilung nicht.

„Regional erzeugter Wind- und Solarstrom, der bis zur Fertigstellung des Netzausbaus in höheren Spannungsebenen ansonsten abgeschaltet werden müsste, kann gezielt zum Laden von Elektroautos genutzt werden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Eine Software stimme die geplanten Ladevorgänge zwischen E-Autos und Netzbetreiber ab, wodurch Engpässe im Ortsnetz verhindert und die vorhandene Netzkapazität bestmöglich genutzt werde.

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„Das smarte Laden in unserer Pilotanwendung unterstützt die Energiewende in vielen Dimensionen. Die Nutzung von lokalem Strom aus erneuerbaren Energien wird erhöht und das Mobilitätsbedürfnis des Kunden sichergestellt“, erläutert Niklas Schirmer, Vice President Strategy der Volkswagen Group Charging GmbH. Der Kunde soll dabei geringeren Strompreisen profitieren können.

Das Vorhaben soll im Umfeld des Volkswagen-Standortes Zwickau umgesetzt werden. Aus den Erkenntnissen der Pilotanwendung will VW konkrete Handlungsempfehlungen „für die weitere Ausgestaltung des rechtlichen und regulatorischen Rahmens“ erstellen. Außerdem soll ein skalierbares Konzept für einen sicheren und effizienten Datenaustausch zwischen Kunden, Lieferanten und Netzbetreibern erarbeitet werden.

„Die zukünftige Energiewelt erfordert neue intelligente Datenwege für den Datenaustausch zwischen Netzbetreibern und Marktakteuren“, sagt Henning Schuster, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens E-Bridge Consulting, das die Pilotanwendung inhaltlich und organisatorisch unterstützt. „Wir wollen nun ausprobieren, welche Konzepte für die Netzintegration von E-Mobility sinnvoll sind.“

Update 21.06.2022: Elli und Mitnetz Strom haben nun den angekündigten Versuch gestartet. Im ersten Schritt nehmen rund 20 Fahrerinnen und Fahrer der VW-Modelle ID.3, ID.4 und ID.5 daran teil, dass Elektroautos künftig zu einem Teil des Energiesystems werden und für den Ladevorgang vermehrt Grünstrom aus der Region nutzen. Die Ergebnisse des Pilotversuchs werden im Herbst 2022 erwartet.

Die Lösung, wie eine praktische Umsetzung von smartem Laden aussehen könnte, haben die Partner nun auf der E-World in Essen vorgestellt. Ein Algorithmus vergleicht die Ladepläne der Autos über Preisanreize mit der regionalen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie den verfügbaren Kapazitäten im Verteilnetz. Über die dadurch entstehende flexible Netznutzung soll die Häufigkeit von Engpässen im Stromnetz verringert werden und finanzielle Vorteile für die Teilnehmer entstehen.

„Wir zeigen mit dem Projekt erstmals, wie Elektroautos nutzerfreundlich mit dem Stromnetz synchronisiert werden können. Das Auto wird darin für den Netzbetreiber zum rollenden Stromspeicher. Für Fahrerinnen und Fahrer wird über Preisanreize ein finanzieller Mehrwert generiert“, so Niklas Schirmer, Vice President Strategy Elli. „Indem die Stromnachfrage der E-Autos flexibilisiert wird, kann mehr erneuerbarer, regional erzeugter Strom genutzt werden.“ Allein im Jahr 2020 mussten in Deutschland rund 6.200 GWh Grünstrom abgeregelt werden.
volkswagen-newsroom.com, volkswagen-newsroom.com (Update)

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2 Kommentare zu “Elli und Mitnetz Strom testen Netzintegration von E-Fahrzeugen

  1. sig

    Zweitarifsignal und SchuKo Steckdose ist doch längst möglich.
    Damit kann man die mobilen Speicher netzdienlich laden.
    Wäre günstigst.
    Da PKW ja doch verbraucher sind, muß man ja nicht auch gleich wieder ans bidirektionale denken, steigert Kosten und Verluste.

  2. Ralf Dunker

    Es ist gut, dass die E-Mobilität langsam als zusätzlicher großer Stromverbraucher zu hohen Stromnachfrage-Zeiten, also als Problem, erkannt wird.
    Leider werden die Experimente zur Vermeidung der Abregelung Erneuerbarer Kraftwerke stets rein technisch betrieben. Die sozioökonomische Frage, wer sich an bidirektionalen Lösungen beteiligen mag (weil es einen signifikanten Vorteil birgt und keine Risiken für den Akku), bleibt immer unbeantwortet. Wer die sechs Milliarden Kilowattstunden, die 2020 abgeregelt wurden und für die Stromkunden zu Kosten von knapp 1,5 Milliarden € führten, wirklich vermeiden will, muss Geschäftsmodelle für potente Investoren anbieten. Das gelingt nur dann in der gebotenen Zeit, wenn der Akku getauscht wird. Dann können dort, wo heute Diesel und Super in der Erde auf die VerbraucherInnen warten (über 14.000 Tankstellen in D.), Akkupools den „Strom zur falschen Zeit“ billig aufnehmen. Die Betreiber verdienen dann entweder durch a) Abgabe der Akkus an FahrerInnen oder b) durch Rückspeisung in die Netze bei Unterdeckung – und zwar in ökonomisch skalierbarer Dimension. PKW mit mit Steckdose sind m.E. prototypisch. Darauf weisen die modularen Entwicklungen sämtlicher Hersteller hin. Wagen wir endlich den Schritt zum genormten Traktionsakku. Damit geht die Transformation schnell und weitgehend frei von Subventionen über die Bühne.

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