02.08.2022 - 12:02

Nikola übernimmt Batteriehersteller Romeo Power

Nikola hat eine Vereinbarung zur Übernahme des US-Batterieherstellers Romeo Power geschlossen. Damit holt sich der E-Lkw-Bauer die Entwicklung und Produktion von Batteriepacks ins Haus und sichert sich so nach eigenen Angaben die Kontrolle über kritische Prozesse.

Die Übernahme soll auf Basis einer reinen Aktientransaktion erfolgen, die von den Boards of Directors beider Unternehmen genehmigt wurde. So sollen die Romeo-Aktionäre für jede Romeo-Aktie 0,1186 Nikola-Stammaktien erhalten, was einem Eigenkapitalwert von etwa 144 Millionen US-Dollar und einer Pro-forma-Beteiligung von 4,5 Prozent an Nikola entspricht. Der Abschluss der Transaktion ist für Ende Oktober 2022 geplant, sofern die Romeo-Aktionäre die Mehrheit der ausstehenden Romeo-Stammaktien andienen und die üblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der behördlichen Genehmigung, erfüllt sind. Die Transaktion soll für Nikola bis 2026 zu jährlichen Kosteneinsparungen von bis zu 350 Millionen US-Dollar führen.

Die Vereinbarung umfasst auch das Romeo-Werk im kalifornischen Cypress, das zum Kompetenzzentrum für Batterien von Nikola werden soll. Durch die Übernahme des auf die Entwicklung und Produktion von Lithium-Ionen-Batteriemodulen und -packs für Nutzfahrzeuganwendungen fokussierten Unternehmens verspricht sich Nikola „eine deutliche Verbesserung der Betriebsabläufe und eine Kostensenkung bei der Produktion von Batteriepacks“.

Nikola ist bisher der größte Produktionskunde von Romeo gewesen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. „Mit der Kontrolle über die wesentlichen Batteriepack-Technologien und den Herstellungsprozess glauben wir, dass wir die Entwicklung unserer Elektrifizierungsplattform beschleunigen und unsere Kunden besser bedienen können“, erläutert Mark Russell, CEO von Nikola. „Angesichts unserer engen Beziehung zu Romeo und der laufenden Zusammenarbeit sind wir zuversichtlich, dass wir die vielen erwarteten strategischen und finanziellen Vorteile dieser Übernahme erfolgreich integrieren und umsetzen können.“

Laut Robert Mancini, Vorstandsvorsitzender von Romeo Power, ist der Zusammenschluss „eine natürliche Weiterentwicklung“ der bisherigen Beziehung zwischen den beiden Unternehmen. „Unsere Produkte bieten die für schwere Nutzfahrzeuge wichtige Energiedichte, kombiniert mit Sicherheitsleistung und Batteriemanagement-Software“, sagt er. „Nach einer umfassenden Prüfung von Alternativen sind wir der festen Überzeugung, dass dieser Zusammenschluss den Romeo-Aktionären die beste Möglichkeit bietet, an der laufenden Wertschöpfung eines größeren und stärkeren gemeinsamen Unternehmens teilzuhaben.“

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Nach erfolgreichem Abschluss des Umtauschangebots soll eine neu gegründete Tochtergesellschaft von Nikola mit Romeo verschmolzen werden, und alle verbleibenden Romeo-Stammaktien, die im Rahmen des Umtauschangebots nicht angedient wurden, sollen für ungültig erklärt und in das Recht umgewandelt werden, die gleiche Gegenleistung wie im Umtauschangebot zu erhalten. Nikola hat sich bereit erklärt, Romeo eine Zwischenfinanzierung in Höhe von 35 Millionen US-Dollar zur Verfügung zu stellen, um die Fortführung der Geschäftstätigkeit bis zum Abschluss der Transaktion zu ermöglichen.

Welche Auswirkungen die Romeo-Übernahme durch Nikola auf die anderen Kundenprojekte des Batteriespezialisten haben wird, ist derzeit unklar. Seit März arbeiten zum Beispiel Romeo und der Umrüster Wrightspeed zusammen, um Umrüstkits für die Elektrifizierung bestehender Busse sowie mittelschwerer und schwerer Lkw zu entwickeln und anzubieten. Das würde perspektivisch gegen die Interessen von Nikola laufen – wenn bestehende Fahrzeuge auf E-Antriebe umgerüstet anstatt als Neufahrzeug bei Nikola bestellt werden.

Romeo Power ist im vergangenen Jahr über eine Fusion mit der Investmentgesellschaft RMG Acquisition an die US-Börse gegangen. Das Startup wurde von ehemaligen Ingenieuren von SpaceX, Tesla, Apple, Amazon und Samsung im Jahr 2016 gegründet.

Nikola startete Ende März 2022 mit der Serienproduktion seines Batterie-elektrischen Lkw Tre in seinem Werk in Coolidge im US-Bundesstaat Arizona. Die ersten Auslieferungen sollen im zweiten Quartal 2022 erfolgen.
nikolamotor.com, romeopower.com

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