CEO-Wechsel bei Hyzon Motors

Hyzon Motors, ein Hersteller von H2-Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugen, hat einen neuen CEO. Craig Knight hat das Unternehmen verlassen, als Interims-CEO wurde der bisherige Chief Strategy Officer des Unternehmens, Parker Meeks, berufen. Die Affäre, die hinter dem Chefwechsel steckt, könnte auch die Börsennotierung von Hyzon beeinflussen.

Knight gibt nicht nur den Posten als CEO ab, sondern auch jenen als Direktor – er scheidet damit auch aus dem Verwaltungsrat, dem Board of Directors, aus. Das Board hat Meeks als Interims-CEO ernannt, um in der Zeit nach potenziellen externen, aber auch internen Kandidaten zu suchen, die Hyzon Motors langfristig führen sollen.

Hyzon Motors konnte nach der Gründung im Jahr 2020 sehr schnell expandieren, da das Unternehmen auf die Technologie, das Fachwissen und Personal von Horizon Fuel Cell Technologies zurückgreifen konnte –  – einem Unternehmen für Wasserstoff-Brennstoffzellen, das vor etwa 17 Jahren von Craig Knight und George Gu gegründet wurde. Gu bekleidete bisher auch eine wichtige Rolle bei Hyzon, wurde aber nun degradiert: Statt als Executive Chairman mit zusätzlichen Befugnissen im operativen Geschäft ist Gu künftig nur noch Non-Executive Chairman. In dieser Funktion wird er laut dem Unternehmen Meeks bei strategischen F6E-Fragen beraten.

Hyzon Motors ist seit dem Februar 2021 börsennotiert, der Börsengang erfolgte per SPAC-Fusion mit der an der Nasdaq notierten Decarbonization Plus Acquisition Corporation. Im vergangenen Jahr attackierte der Leerverkäufer Blue Orca Hyzon Motors – unter anderem mit dem Vorwurf, dass es sich bei einem Großkunden um ein „Fake-Unternehmen“ handeln soll. Hyzon konnte zwar die Behauptungen entkräften, dennoch durchleuchtete die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) das Unternehmen – und wurde an anderer Stelle fündig.

Dabei geht es um Unregelmäßigkeiten in der Buchführung und welche Informationen das Unternehmen gemeldet hat. Die Art und Weise, wie Hyzon Einnahmen in China gemeldet hat und wie interne Finanzkontrollen durchgeführt wurden, ist Craig Knight nun zum Verhängnis geworden.

Im Zuge der Affäre steht nun auch die Börsennotierung an sich in Frage: In einer Einreichung bei der SEC gab Hyzon an, dass man die Frist der Nasdaq zur verspäteten Einreichung der Finanzergebnisse nicht einhalten könne und man es sich auch nicht leisten könne, die interne Untersuchung zu beschleunigen. Hyzon gibt selbst an, dass es „mit erheblichen Veränderungen der Betriebsergebnisse“ für die ersten beiden Quartale 2022 rechne. Auch den Geschäftsberichten für das erste Quartal und das Gesamtjahr 2021 könne man nicht trauen.

Aber auch das Europa-Geschäft läuft wohl nicht rund: Das Unternehmen gab an, dass es „Betriebsineffizienzen bei Hyzon Motors Europe BV, dem Joint Venture mit Holthausen Clean Technology Investments“, festgestellt habe – ohne weiter ins Detail zu gehen. Im niederländischen Groningen befindet sich auch das Europa-Werk von Hyzon – die ersten Fahrzeuge wurden bereits im Sommer 2021 ausgeliefert.

Erst im Juni hatte Hyzon Motors die deutsche Firma Orten inklusive des Umrüstspezialisten Orten Electric Trucks übernommen bzw. die Übernahme angekündigt. Damals hieß es, dass die Übernahme der Orten Betriebs GmbH und ihrer Tochtergesellschaften voraussichtlich im vierten Quartal 2022 abgeschlossen werden soll. Derzeit gibt es keine aktuellen Informationen zum Zwischenstand.
electrive.com, hyzonmotors.com, freightwaves.com (alle CEO-Wechsel), freigtwaves.com (finanzielle Probleme)

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