Toyota bringt E-Limousine bZ3 mit China-Partnern

Toyota hat eine rein elektrische Limousine namens bZ3 angekündigt, die in Zusammenarbeit von Toyota, BYD und FAW Toyota entwickelt wurde – und auch vorerst nur in China angeboten werden soll. Zudem deutet sich laut Medienberichten an, dass die Japaner ihre Elektro-Strategie überarbeiten könnten.

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Zunächst aber zum bZ3: Das Fahrzeug basiert wie das bekannte E-SUV auf der Toyota-eigenen Elektro-Plattform e-TNGA. Das Auto ist den Toyota-Angaben zufolge 4,73 Meter lang bei 2,88 Metern Radstand, 1,84 Meter breit und 1,48 Meter hoch. Da bei der Entwicklung auf die Aerodynamik geachtet wurde, soll der bZ3 auf einen cW-Wert von 0,218 kommen – zur Front-Fläche macht Toyota keine Angaben.

Auch zum Elektroantrieb gibt es in der Mitteilung der Japaner noch keine detaillierten Infos. Die Bauart der Elektromotoren, deren Leistung und Anordnung sind noch nicht bekannt. Zur Batterie gibt es zwar keine Angabe zum Energiegehalt, aber weitere Details. So kommt zum ersten Mal in einem Toyota eine LFP-Batterie zum Einsatz, die von BYD zugeliefert wird. Ob es sich um die Blade-Batterie von BYD oder eine andere LFP-Zelle des Herstellers handelt, gibt Toyota aber nicht an. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Die Batteriestruktur, die Kühlung, die Steuerung und die Sicherheitsüberwachungssysteme wurden alle für dieses Auto neu entwickelt, wodurch das hochwertige Elektrifizierungssystem effizient, fortschrittlich, sicher und zuverlässig wird.“ Im chinesischen CLTC-Zyklus sollen bis zu 600 Kilometer Reichweite möglich sein.

Die robusten LFP-Batterien und die „umfangreiche Elektrifizierungstechnologien, die durch langjährige HEV-Entwicklung verfeinert wurden“, sollen im bZ3 auch für eine besonders lange Batterie-Lebensdauer sorgen. Toyota benennt als Entwicklungsziel, dass nach zehn Jahren eine Kapazität von 90 Prozent des Ursprungswerts erreicht werden soll, „um den Kunden ein beruhigendes Gefühl zu geben“. Ob dieses Entwicklungsziel auch 1:1 das spätere Garantie-Versprechen für die Batterie wird, ist offen. In einer Fußnote schränken die Japaner ein, dass die Angabe auf der „simulierten durchschnittlichen Nutzung der Batteriezelle“ basiere und die tatsächlich im Fahrzeug installierte Batteriekapazität „je nach Fahrbedingungen und Betriebsumgebung“ variiere. „Die Erhaltungsrate der Batteriekapazität von 90 % nach zehn Jahren ist nicht unter allen Bedingungen garantiert“, so Toyota.

An der Entwicklung waren neben Toyota selbst auch die China-Joint-Ventures BYD Toyota EV Technology (BTET) und FAW-Toyota beteiligt. BTET ist die Schnittstelle zur Batterie-Technologie von BYD, Toyota bringt die e-TNGA-Plattform ein und FAW-Toyota ist für die Produktion und mit seinem Händlernetz für den Vertrieb verantwortlich. Wann genau der bZ3 auf den Markt kommen soll und zu welchen Preisen, ist noch nicht bekannt.

Weitere Elektro-Toyotas dürften auch in China folgen: „Toyota ist bestrebt, Kunden in China attraktivere Produkte anzubieten. Es ist geplant, nach dem bZ4X und dem bZ3 weitere bZ-Modelle einzuführen“, heißt es in der Mitteilung.

Doch um welche Modelle auf welchen Plattformen es sich dabei handelt, scheint laut einem Medienbericht offen zu sein. Wie vier mit den Plänen vertraute Personen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angaben, könnte Toyota den erst Ende 2021 angekündigten Plan, 38 Milliarden Dollar in reine E-Autos zu investieren, teilweise schon wieder verwerfen. Akio Toyoda hatte im Dezember insgesamt 15 Konzept-Elektroautos vorgestellt und angekündigt, dass bis 2030 insgesamt 30 BEV-Modelle auf den Markt kommen sollen.

Laut den Insidern will Toyota die Produktionskosten senken, um Tesla und anderen Wettbewerbern „besser Paroli bieten zu können“. Demnach seien die Arbeiten an einigen der 30 Elektroautos bereits gestoppt worden. Würden die nun intern diskutierten Pläne angenommen, könnten die Arbeiten bei einigen Modellen auch nicht mehr aufgenommen werden. Konkret soll die Entwicklung an dem elektrischen SUV „Compact Cruiser Crossover“ und der Limousine Crown, die für Mitte des Jahrzehnts geplant waren, auf Eis liegen. Toyota hat sich auf Reuters-Anfrage nicht zu den Informationen geäußert.

Ob die Optimierung der Produktionskosten dann weitere Kooperationen wie beim bZ3 zur Folge hat, ist offen. Möglich scheint es aber laut dem Bericht: Eine Arbeitsgruppe namens „Business Revolution“ wurde den Insidern zufolge nun damit beauftragt, bis Anfang nächsten Jahres Pläne für Verbesserungen der bestehenden BEV-Plattform oder für eine neue Architektur zu entwerfen. Es steht also noch nicht fest, ob die erst 2019 vorgestellte e-TNGA optimiert wird oder ein Nachfolger entwickelt wird – und vor allem bis wann diese Arbeiten abgeschlossen sind.

Update 06.03.2023: FAW-Toyota hat in China mit der Produktion seiner rein elektrischen Limousine bZ3 begonnen. Der Toyota-Stromer mit BYD-Technik wird im FAW-Toyota-Werk in Tianjin gebaut, das eine Jahreskapazität für 200.000 Fahrzeuge bietet. Die Auslieferungen des Toyota bZ3 sollen noch in diesem Monat starten. Die Preise liegen zwischen 189.800 und 219.800 Yuan (umgerechnet ca. 25.800 bis 29.900 Euro).

Den Vorverkauf des bZ3 läutet Toyota gleich mit einer Rabattaktion ein: Gegen eine Anzahlung von 2.000 Yuan (270 Euro) erhalten die ersten 5.000 Kunden bei einer verbindlichen Bestellung einen Zuschuss von 5.000 Yuan (680 Euro). Bestandskunden von FAW-Toyota erhalten sogar 8.000 Yuan (1.085 Euro) Nachlass, wenn sie ihr altes Auto ersetzen oder 6.000 Yuan (815 Euro) Rabatt, wenn sie das Fahrzeug zusätzlich kaufen. Die ersten 5.000 Kunden erhalten zudem
eine kostenlose Wartung für zehn Jahre oder 200.000 Kilometer, eine kostenlose 24-Stunden-Pannenhilfe und eine kostenlose Wallbox.
global.toyota (bZ3), handelsblatt.com (Reuters-Bericht), carnewschina.com (Update)

4 Kommentare

zu „Toyota bringt E-Limousine bZ3 mit China-Partnern“
Tom
25.10.2022 um 12:24
...jaja, Toyota... Langsam kommen's d'rauf, dass ihr Plan womöglich nicht aufgeht ;-)
Renato
26.10.2022 um 07:36
Genau Für mich leider zu spät. Habe meinen Prius bereits durch einen Hyundai Ioniq ersetzt (und bin begeistert von der Effizienz)
Elke Tersch
07.03.2023 um 09:48
Werde meinen sechs Jahre jungen Prius PHV im Laufe des Jahres gegen das nun neue Prius PHV Modell austauschen. Bin top zufrieden.
Manfred Stummer
27.10.2022 um 07:44
Genau auch meine Vorgangsweise. Inzwischen vom Ionlq 28 auf Kona 64 gewechselt. Konnte über den Sommer 550 Kilometer Reichweite realisieren. So wird das mit Toyota nichts.

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