USA: Toyota ordert Kathodenmaterialien bei LG Chem

Toyota Motor North America sichert sich in großem Umfang Batteriematerialien von LG Chem. Konkret geht es um Kathodenmaterialien für Toyotas Batteriewerk in North Carolina. Als Beginn der Lieferungen wird 2025 angepeilt

Bild: Toyota

Beide Unternehmen sollen einen langfristigen Vertrag im Wert von umgerechnet 2,02 Milliarden Euro (Originalangabe: 2,13 Milliarden US-Dollar) zur Lieferung von Kathodenmaterialien unterzeichnet haben. Das geht aus mehreren koreanischen Medienberichten hervor, die sich auf offizielle Angaben von LG Chem berufen. Der Konzern wird die Kathodenmaterialien demnach ab 2025 aus seiner neuen Kathodenfabrik in Tennessee an Toyotas Batteriewerk in North Carolina liefern, das ebenfalls 2025 die Produktion aufnehmen soll.

Der Liefervertrag zwischen LG Chem und Toyota Motor North America soll bis zum Jahr 2030 laufen. Und: Er ist unabhängig von dem erst einige Tage zuvor geschlossenen Liefervertrag zwischen Toyota Motor North America und LG Energy Solution, in dem es um komplette Batteriemodule geht.

Dazu ein kurzer Exkurs: LGES soll an Toyota ebenfalls ab 2025 jährlich Batteriemodule mit einer Gesamtkapazität von 20 Gigawattstunden liefern, die NCMA-Pouchzellen mit hohem Nickelgehalt enthalten und von Toyota in neuen US-Elektroautos verbaut werden sollen. So teilte es Toyota Motor North America Ende vergangener Woche mit. Produziert werden die Batterien in der Fabrik von LG Energy Solution in Michigan, die vor diesem Hintergrund für rund drei Milliarden US-Dollar (etwa 2,85 Milliarden Euro) um neue Produktionslinien für Batteriezellen und -module exklusiv für Toyota erweitert wird. Die Fertigstellung ist für 2025 geplant.

 

Geliefert werden sollen die Batteriemodule zunächst an Toyota Motor Manufacturing Kentucky, wo sie zu Batteriepacks zusammengefügt und in BEV eingebaut werden. Wie berichtet wollen die Japaner ebenfalls ab Mitte des Jahrzehnts Elektroautos in den USA bauen, das erste Modell soll ein großes E-SUV mit drei Sitzreihen werden. Welchen Energiegehalt das Batteriepack dieses Fahrzeugs bieten soll, ist noch nicht bekannt.

Für LGES ist der Toyota-Deal übrigens der größte Einzelauftrag, der außerhalb von Joint-Venture-Vereinbarungen (etwa Ultium Cells mit Ford oder NextStar Energy mit Stellantis) getroffen wurde.

Die Frage, warum Toyota nicht auf einen japanischen Zell- oder Modullieferanten zurückgreift, ist leicht zu beantworten: Um in den Genuss von Steuererleichterungen im Rahmen des Inflation Reduction Act zu kommen, müssen die Hersteller von Elektrofahrzeugen auf Batteriematerialien zurückgreifen, die in Nordamerika hergestellt oder verarbeitet werden. Das ist bei LG Chem bzw. LG Energy Solution der Fall.

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1 Kommentar

zu „USA: Toyota ordert Kathodenmaterialien bei LG Chem“
Arne S.
11.10.2023 um 14:06
"Die Frage, warum Toyota nicht auf einen japanischen Zell- oder Modullieferanten zurückgreift, ist leicht zu beantworten: Um in den Genuss von Steuererleichterungen im Rahmen des Inflation Reduction Act zu kommen, müssen die Hersteller von Elektrofahrzeugen auf Batteriematerialien zurückgreifen, die in Nordamerika hergestellt oder verarbeitet werden. Das ist bei LG Chem bzw. LG Energy Solution der Fall." Leider falsche Schlussfolgerung bzw. schlecht recherchiert. Es gibt in Nordamerika einen japanischen Kathodenaktivmaterialhersteller - Toda bzw. das JV BASF Toda.

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