Haushalt 2025: Regierung fördert E-Autos wohl per Sonderabschreibung

Die Bundesregierung hat sich auf einen Haushalt für das Jahr 2025 verständigt. Darin wird auch die Elektromobilität berücksichtigt. Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht von der Möglichkeit einer „Sonderabschreibung für E-Mobile“, um der Automobilindustrie einen „Push“ zu geben.

Bild: Pixabay/Nikolaus Bader

Die Spitzen der Ampel-Koalition haben sich auf einen Regierungsentwurf für den Haushalt 2025 geeinigt und diesen heute in Berlin vorgestellt. Verkündet wurde zugleich auch eine „Wachstumsinitiative“, die „neue Impulse für ein sicheres, wettbewerbsfähiges und zukunftsfähiges Deutschland“ setzen soll. Insgesamt stehen rund 100 Milliarden Euro für investive Ausgaben zur Verfügung, heißt es in einem Schreiben (PDF), welches das Wirtschaftsministerium verschickt hat. Die Investitionsausgaben werden auf rund 57 Milliarden Euro erhöht. Hinzu kommen Ausgaben aus dem Klima- und Transformationsfonds sowie Zuschüsse zur Entlastung beim Strompreis (EEG-Umlage) in Höhe von rund 40 Milliarden Euro.

Konkret erwähnt wird auch die Elektromobilität. Allerdings wird es hier keine neuerliche, direkte Förderung wie mit dem früheren Umweltbonus geben. Stattdessen ist in der Wachstumsinitiative von Abschreibungsmöglichkeiten für Selbstständige und Unternehmen die Rede. Das soll ganz offensichtlich die Anschaffung von Elektrofahrzeugen in gewerblichen Flotten weiter anreizen.

Konkret sagte Wirtschaftsminister Robert Habeck in der Pressekonferenz zur Vorstellung des Haushaltes 2025:

„Es gibt eine Sonderabschreibung für E-Mobile. Die auf einen Impuls wartende Automobilindustrie kriegt durch unsere Beschlüsse nochmal einen Push. Das kann das Klima gut gebrauchen, das kann die deutsche Automobilindustrie gut gebrauchen.“

Weitere Details gibt es im Moment noch nicht. Die technische Umsetzung wird bis zur Sitzung des Bundeskabinetts am 17. Juli 2024 ausgearbeitet. Ganz neu ist die Möglichkeit zur Sonderabschreibung elektrischer Fahrzeuge ohne nicht. Schon im Wachstumschancengesetz wurde diese Möglichkeit einer degressiven Abschreibung eingeführt – allerdings nur mit Wirkung bis zum Jahresende 2024. Es ist also davon auszugehen, dass diese Möglichkeit schlichtweg auf das Jahr 2025 ausgedehnt wird. Unternehmen können dadurch einen höheren Teil der Beschaffungskosten solcher E-Fahrzeuge zu Beginn der Nutzungszeit steuermindernd aktivieren.

Ist diese Abschreibungsmöglichkeit nun ein relevanter Hebel für die Elektromobilität? Wohl eher nicht. Sie kann bei der Entscheidung für oder gegen elektrische Fahrzeuge im Fuhrpark natürlich eine Rolle spielen. Die Wirkung dürfte in der Praxis aber eher begrenzt sein.

Interessant ist an Robert Habecks Aussage vielmehr, was zwischen den Zeilen steht: Wenn Habeck von einer „auf Impulse wartenden Automobilindustrie“ spricht, schwingt Kritik an der zuletzt im Europawahlkampf verbreiteten Verunsicherung durch die Opposition, aber auch den FDP-Verkehrsminister mit. Hier will Habeck offensichtlich ein Signal zugunsten der Elektromobilität als zentraler Technologierichtung setzen. Mehr Worte sind dazu wohl nicht nötig.

20 Kommentare

zu „Haushalt 2025: Regierung fördert E-Autos wohl per Sonderabschreibung“
Max
05.07.2024 um 13:29
Dass E-Autos nicht viel populärer werden, liegt in meinen Augen weniger an mangelnden Subventionen, sondern an unattraktiven Produkten. Und damit meine ich nicht das geringe Angebot unterhalb von 25 TEUR, sondern die geringen DC-Ladeleistungen. Solange ein ID.3-Einstiegsmodell (kein billiges Auto!) als Vorzeigeprodukt für deutsche Autokunden nicht deutlich über 120 kW kommt, sind die Ladepausen bei Langstrecken für sehr viele Leute unattraktiv (und diese Leute wollten auch keinen Tesla haben). Wann werden die europäischen Hersteller endlich Modelle im mittleren Preissegment mit 5C-Zellen anbieten?
Markus
06.07.2024 um 10:27
5C ist ganz nette Werbung und auf lange Sicht sicherlich wünschenswert. Aber ein Großteil wäre wohl auch mit 3C sehr zufrieden, vor allem auch mit größeren Akkus. Man muss auch mal sehen was die Säulen die rumstehen überhaupt hergeben. Noch immer sind Säulen mit Ladeleistungen unter 250 kW vor allem abseits der Autobahnen weit verbreitet und werden auch noch immer installiert. Aber wenn man die schon einmal vernünftig nutzen könnte wäre es schon angenehmer. Auch in China wo 5C Zellen gepusht werden muss erst einmal die Infrastruktur dafür her. Li Auto muss für ihren MEGA eigene Säulen aufstellen.
Franz Bauer
05.07.2024 um 14:43
Ja genau 5C. Warum reicht hier nicht ein Auto im mittleren Preissegment das 1000km nur 15 bis 20 min länger braucht als ein Verbrenner ? Warum gleich 5C? Am besten noch die Frage, warum gibt es denn noch kein billiges Auto das keine 3000km am Stück Fährt? Das Problem sind weniger die Autos sondern die fehlenden AC Lader in der Stadt. Ich bin es leid in der Stadt ein AC Lader zu suchen. Dann lade ich lieber nochmal extra an der Autobahn. Das ist das Problem, meiner Meinung nach.
Chris
08.07.2024 um 09:51
Ich sehe mehr das Problem der hohen Fahrzeugpreise. Ich musste jedenfalls extrem viel tiefer in die Tasche greifen als bei den Verbrennern vorher (Fahre seit über 9 Jahren Elektroauto). AC in den Städten .... puh, ehrlich gesagt finde ich die Preise an den öffentlichen Säulen gerade derart brutal, dass ich ohne eigene Lademöglichkeit eh gar nicht auf die Idee käme, mir gerade ein Elektroauto zuzulegen. Natürlich sehe ich einen gewissen Zuschlag ein, aber wenn wir mal wieder bei Schwiegereltern um die Ecke bei Allego laden, dann geht das mit meinen Karten ab 54 Cent los. Da muss man sich doch nicht wundern, dass die Leute an ihrem Diesel kleben. Ich fahre das aus Überzeugung, aber da braucht man sich bei der Masse keine Hoffnung machen.
Markus
05.07.2024 um 14:36
Sehe ich auch so. Im Alltag mag die Ladeleistung der VW Modelle zwar reichen, der Normalbürger möchte sich aber nicht extra für die Urlaubsfahrt noch einen Zweitwagen anschaffen. Und diese Urlaubsfahrt nach Italien braucht mit dem ID3 halt doch einen ganzes Stück länger als mit der Ladeleistung bspw. eines Ioniq5.
e-Lover
05.07.2024 um 15:22
Ich fahre jede Woche seit Jahren an die 1000km (90% AB) quer durch F-D-B-NL-L. Alle ~200km einen (Lade-)Stopp 20 bis 25 min. Die Pause ist für mich Erholung pur und geht absolut in Ordnung. Auch andere E-Fahrer*innen sind völlig entspannt, während ihr Auto lädt; Gehen Essen, Einkaufen, schreiben E-Mails, lesen Nachrichten oder ein Buch, Streamen Serien oder gehen einfach Spazieren.Aber: Müller-Meier-Schulze (?!) möchte 2mal im Jahr mit der Familienkutsche in den Urlaub und die 800(?!)km in Schallgeschwindigkeit mit am Besten mit - (minus) 10Minuten Pause hinter sich legen? Geht's noch??~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ die TOP 6 der vorgeschobenen irrationalen Argumente zur E-Mobilität: 1: Reichweite zu gering 2: Laden dauert zu lang 3: Zu wenig AC/DC-Lader 4: Strom zu teuer 5: Autos zu teuer 6: Batterie Alterung ungewiss 7: und natürlich wie überall: Whataboutism .. (siehe https://www.duden.de/rechtschreibung/Whataboutism)Die Realität, wie ich sie sehe: 1: mit meiner winzigen 33kW Batterie über 200km Reichweite -> einfach sparsam fahren!! Stichwort Tempolimit! (mit Tempolimit profitiert die Gesellschaft stets als Ganzes!) 2: Laden: 15-25min Entspannen oder Arbeiten 3: Laden: Qual der Wahl der unzähligen AC/DC Lademöglichkeiten 4: Preise: je nach EU-Land zwischen 15 bis max. 39 Cent pro kWh (39 Cent in Dt.) wobei ausschließlich (!!) Ökostromanbieter 5: Kaufpreis: es geht definitiv auch gebraucht, und die Preise sind nicht höher als der Petrol-Head-Pedants 6: kommt auf den Hersteller/ und die Zell-Chemie an; jedoch: neuere Batterien werden die meisten Karosserien, in denen sie verbaut sind, locker überleben 7: Es ist unglaublig leise im Fahrzeug auf der AB. Leiser als an jeder Eisdiele am Straßenrand. 8: Nix stinkt, nix tropft, kein ÖL, keine Chemie, keine (Ab)Gase... gewiss: Für mich gesprochen vermisse ich definitiv keine Petrol-Schleudern. Wer jedoch meint, die Petrol-Schleuder ist trotzdem sein Favorit, und E-Autos, egal wie "gut" diese seien, "doof" - dem ist einfach nicht zu helfen.Zur Antwort auf den eigentlichen Artikel: Die Öl/Fahrzeugindustrie-Lobby sowie einige Medien reden seit 10 Jahren E-Autos schlecht um Profite zu generieren/steigern auf Kosten der Umwelt und der Gesellschaft. Diesen Missstand gilt es zu beseitigen. Vorbild: Norwegen. Keine Lobby, keine Bullshit-Presse.that's my 50 Cents ..Cheers
Andreas
08.07.2024 um 09:47
Maximal 39ct? Aber doch wohl nur zu Hause. Die gängigen Anbieter ohne Monatsabo verlangen alle inzwischen um die 50ct. Aber ich lasse mich gerne belehren und profitiere davon ;-)
H.Ebel
08.07.2024 um 07:27
Kann ich nur zustimmen. Und ausserdem ist es überhaupt nichtamtliches, der Batterie laufend eine "Druckbetankung"zu verpassen. Das verringert definitiv die Lebensdauer.
Hans Thumm
06.07.2024 um 23:50
zu 200% richtig !!!
Emobilist
08.07.2024 um 07:22
Das sehe ich genau so. Alle 200-300 km eine Ladepause von 25-30 Minuten ist kein Problem. Meiner lädt nur mit unter 80 kW und damit fahre ich entspannt bis nach Schweden. Günstige e-autos sind viel wichtiger, damit die Masse umsteigt und keine "kleinen" Verbrenner er mehr kauft.
SchniefSchnauf1234
06.07.2024 um 10:10
Ich kann mir vorstellen das für viele EMobilisten der ersten Stunde das Konzept, langsam fahren und öfters gar nicht mal so kurz Laden, aufgeht. Nur damit überzeugt man Niemanden dem das eigentlich ziemlich egal ist wie er oder sie sich fortbewegt. Hauptsache bequem und preiswert. Ich persönlich möchte 2,5 h mit mindestens 130 km/h fahren können und dann nicht deutlich mehr als 20 min Pause machen müssen. Das funktioniert auch schon, nur eben zu den entsprechend hohen Kosten. Ich denke gute Produkte zu einem attraktiven Preis sind der Schlüssel. Die neue Förderung ist dafür ein guter Ansatz. Die Fahrzeuge landen nach ein paar Jahren zu attraktiveren Konditionen auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Doch bei elektrischen Gebrauchtwagen herrscht noch (oft zu unrecht) große Skepsis gegenüber der Haltbarkeit der Batterien. Zielgerichtete Aufklärungsarbeit wäre deshalb entscheidend, denn mit einem guten Thermo- und Batteriemanagementsystem ist die zyklische Alterung der Zellen gut zu beherrschen.
Jörg
06.07.2024 um 09:38
Dem kann ich weitestgehend zustimmen. Das größte Problem liegt im Kopf der Fahrer - geschuldet der fehlenden Erfahrung und der ständigen Missinformation in den Medien. Auch ich habe ein paar Wochen gebraucht, um mich auf die geänderten Umstände wie Reichweite und Ladepausen einzustellen und die "Wartezeit" besser zu nutzen. Davon abgesehen war mir aber nach dem ersten Tag Elektro klar, dass ich nie wieder Verbrenner fahren will, daran hat sich auch die 100ste Ladepause nichts geändert. Ich kann jedem Verbrennerfahrer nur empfehlen, sich den Stock aus dem A**** zu ziehen und sich ohne Vorurteile mal drauf einzulassen...
Andre
06.07.2024 um 08:25
Zum Vorbild Norwegen: ja da fahren doch aber auch viel weniger Autos und keine störenden LKW. Das kann ja in DE nicht funktionieren….. . Da würde ja bei uns das Stromnetz zusammenbrechen wenn 80% elektrisch fahren. Und überhaupt, E-Auto aus Prinzip nicht wegen der Politik.So diskutiert im Bekanntenkreis. Da braucht man nicht weiter diskutieren. Denjenigen habe ich dann mal mit genommen. Wie ? Nicht schneller als 220 km/h ? Und 450 Kilometer Reichweite genügen Dir? Er hat auch nicht geglaubt, dass ich noch nie ein Ladeproblem mangels Säule hatte. Auch in der Urlaubszeit nicht an der Autobahn. Na da hast Du wohl Glück gehabt… .Ich habe es aufgegeben da zu diskutieren und freue mich nicht mehr in der Tankstelle aufs Zahlen zu warten weil vor mir 10 Leute einen Großeinkauf machen, 5 Lotto spielen und 3 ein Paket abgeben. BTW: Auto ist ein Mercedes EQE
Thomas
05.07.2024 um 19:12
Thumbs up für die Meinungsäußerung.
Battie
07.07.2024 um 10:34
So schön
Werner
08.07.2024 um 09:10
Die Idee der Sonderabschreibung geisterte bereits 2014 durch die Politik. Wenn man sich das mal tatsächlich durchrechnet ist diese Maßnahme eine völlige Phantasiemaßnahme. Ja, kurzfristig bringt es Liquidität, langfristig spart ein Unternehmen dadurch exakt gar nichts (von etwaigen Zinsgewinnen auf das früher verfügbare Geld einmal abgesehen).
Peter
08.07.2024 um 09:29
"Sonderafa" ist eine Scheinförderung die sich toll anhört, aber deswegen kauft kein Unternehmen ein E-Auto (ich bin Unternehmer und hab eins).Beim Verkauf hat man ja dann auch das Problem des höheren Veräußerungsgewinns. Für mich eine echte Nebelkerze von Habeck. Ansonsten haben die deutschen Hersteller da noch viel Luft nach oben. Mich stören bei der Langstrecke aber tatsächlich auch die hohen Strompreise an den Schnellladern. Damit sich das E-Auto da rechnet, muss die Effizienz viel besser werden und in den Bereich 15 kWh/100 km kommen. Die fetten Autos der Mittel- und Oberklasse aus München, Stuttgart und Ingolstadt liegen da näher am doppelten, wenn man auf der Autobahn mit Richtgeschwindigkeit oder etwas drüber unterwegs ist.
Micha
08.07.2024 um 12:53
Hier scheinen immer wieder Benziner Fahrer ihre begrenzte Kompetenz weiterzugeben. Ich fahre 5 Jahre elektrisch und 20 min Pause alle 350 km sind kein Problem sondern werden nur aufgebauscht. Lediglich der sinnlos hohe Preis für Ladwstrom ist inakzeptabel.
Ralf K.
08.07.2024 um 23:18
Welches Auto zu welchem Preis? Denn diese Erfahrung: 350 km (ich nehme mal an Autobahn-Kilometer) und dann 20 min Laden gilt nur für eine sehr, sehr kleine Gruppe von BEV. Vor allem: dann wieder 350 km, dann wieder 20 min laden, und das Spiel noch 2-3x wiederholt. Dann müssen die 350 km Autobahn-nämlich aus einem 20-min-Ladefenster z.B. von 10% bis 70% SoC. Also aus 60% Entladehub des Akkus, der dafür auf 100 % Entladehub ca. 583 echte Autobahn-km schaffen müsste.
Philipp
09.07.2024 um 12:46
Im Handelsblatt wurde auch erwähnt, dass die Schwelle für die 0,25% Dienstwagensteuer von 70 auf 95k angehoben werden soll. Aus meiner Sicht sehr sinnvoll um auch die 5er, A6, E-Klasse und X5 Dienstwagen-Fahrer zum EAuto zu motivieren. Dafür dürfen Plug-In-Hybride gerne wieder mit 1% besteuert werden ;-).

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