JLR verschiebt den Marktstart seiner Elektro-Modelle
JLR wird seine ersten vollelektrischen Modelle aus eigener Produktion später auf den Markt bringen, als ursprünglich geplant. Konkret geht es dabei um die wichtigste Baureihe im Programm des britischen Autobauers: Ursprünglich hätte der Range Rover Electric ab Ende diesen Jahres an die ersten Kunden übergeben werden sollen, die Auslieferungen verzögern sich jetzt aber um einige Monate und sollen erst 2026 starten. Kunden, die die Elektro-Version des SUV bestellt haben, wurden schriftlich darüber informiert. Dies berichtet der Guardian.
Grund dafür sei, dass der Konzern abwarten möchte, wie sich der Markt entwickelt und dass die Fahrzeuge vor der Markteinführung länger als ursprünglich getestet werden sollen. Bei diesen Informationen bezieht sich der Guardian auf die Aussagen von zwei Personen, die mit der Produktionsplanung von JLR vertraut sind.
Der Range Rover Electric wäre das erste vollelektrische Modell des Herstellers, das von dem Tochterunternehmen des indischen Tata-Konzerns nicht nur entwickelt, sondern auch gebaut wird. Der Jaguar i-Pace, der elektrische Erstling der Briten, wurde nämlich von Magna Steyr im österreichischen Graz gefertigt. Aufgrund der mangelnden Produktionserfahrung möchte der Autobauer sichergehen, dass die ersten komplett hauseigenen E-Autos die eigenen Qualitätsstandards erfüllen.
Es gibt aber noch mehr Gründe dafür, dass die Briten es bei der Einführung ihrer vollelektrischen Modelle langsam angehen lassen: Ende 2027 soll ein neues Batteriewerk des Mutterkonzerns Tata im englischen Somerset den Betrieb aufnehmen – ein Jahr später als ursprünglich geplant. Die dort produzierten Stromspeicher dürften auch in den Fahrzeugen von JLR verwendet werden.
Dazu kommt, dass sich die politischen Grundvoraussetzungen auf dem US-Markt, einem der wichtigsten für den Autobauer, unter Donald Trumps Regierung geändert haben. Der aktuelle US-Präsident hält nicht viel von der E-Mobilität und ließ erst kürzlich die steuerlichen Kaufanreize für Elektroautos streichen. Und die Autos von JLR sind zudem von den hohen Zöllen betroffen, die Donald Trump auf Autos aus dem Vereinigten Königreich erhoben hat.
Das Unternehmen stoppte für eine gewisse Zeit sogar den Export nach Nordamerika, was von April bis Juni in einem Rückgang der Verkäufe um 15,1 Prozent resultierte. Trotz all der Herausforderungen bleibt die Bilanz von Jaguar Land Rover stabil: Der Autobauer hat in den vergangenen zehn Quartalen durchgehend Gewinne verzeichnet.

Nicht nur die Elektromodelle von Land Rover, sondern auch die Schwestermarke Jaguar soll von den Verzögerungen betroffen sein. Die Marke mit der Raubkatze hatte im vergangenen Dezember ein polarisierendes Rebranding vollzogen, in dem sie bewusst mit der eigenen Historie brach und mit der bunten und auf Diversität bedachten Kampagne die Häme der konservativen Autowelt auf sich zog. Jaguar soll zukünftig höher positioniert werden, eine junge wohlhabende Kundschaft ansprechen und vor allen Dingen nur noch rein elektrisch angetriebene Modelle anbieten.
Der Produktionsstart der ersten zukünftigen Jaguar-Baureihe, die aktuell noch unter dem Namen „Type 00“ bekannt ist, soll im August 2026 erfolgen. Im Dezember 2027 soll das zweite Modell folgen. Land Rover plant derweil eine Elektro-Version des Oberklasse-SUV Range Rover Velar, die unter dem größeren Range Rover Electric positioniert sein und ab April 2026 vom Band laufen soll. Die Offroad-Ikone Defender soll ebenfalls eine rein elektrische Variante an die Seite gestellt bekommen.
„Bis 2030 wird JLR bei all seinen Luxusmarken Elektroversionen anbieten. Unsere Pläne und Fahrzeugarchitekturen sind flexibel, sodass wir uns an unterschiedliche Markt- und Kundenanforderungen anpassen können. Wir sind den höchsten Standards in Bezug auf Design, Fähigkeiten und Qualität verpflichtet und werden unsere neuen Modelle zum für unsere Kunden, unser Unternehmen und die einzelnen Märkte richtigen Zeitpunkt auf den Markt bringen“, zitiert der Guardian einen Unternehmenssprecher.
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