Opel Mokka GSE: 207 kW starke Sportversion des Elektro-Crossovers

Vier Jahre nach dem Marktstart der zweiten Mokka-Generation und rund ein Jahr nach der Präsentation des Facelifts enthüllt Opel jetzt die Performance-Variante des Crossovers. Die Modelle mit dem GSE-Kürzel fahren zukünftig alle vollelektrisch vor.

Bild: Opel

Das Kürzel GSE hat bei den Rüsselsheimern Tradition und ziert seit den Siebzigern Sportmodelle, die den Blitz im Kühlergrill tragen. Seit der Einführung des Astra GSE, einem Plug-in-Hybriden, stehen die drei Buchstaben aber nicht mehr wie einst für „Grand Sport Einspritzer“, sondern für „Grand Sport Electric“. Mit der nächsten Generation an GSE-Modellen geht Opel noch einen Schritt weiter und setzt bei seinen Sportversionen nur noch auf reine Elektroantriebe. Der Mokka GSE läutet bei dem Hersteller also einen Umbruch ein.

Das Modell folgt in den Fußstapfen der technisch eng verwandten Konzern-Brüdern Alfa Romeo Junior Veloce und Abarth 600e. Während es sich bei den beiden Italienern ebenfalls um sportliche Crossover handelt, hat Peugeot dieselbe Technik für den kürzlich enthüllten e-208 GTI, einen klassischen Kompaktsportler mit Elektroantrieb, genutzt. Den gleichen Weg ging Lancia mit dem Ypsilon HF. Die leistungsstarken Stellantis-Kleinwagen teilen sich die e-CMP-Plattform, den Antriebsstrang und die Batterietechnik.

An der Vorderachse sitzt ein Permanentmagnet-Synchronmotor, der 207 kW und 345 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt. Die volle Leistung steht aber nur im Sport-Modus, den dynamischsten unter den drei, zur Verfügung. Eine konkrete Gewichtsangabe haben die Rüsselsheimer noch nicht veröffentlicht, sie kommunizieren zum jetzigen Zeitpunkt nur, dass der neue Mokka GSE weniger als 1,6 Tonnen auf die Waage bringen soll. Damit ist er, wie es sich für eine Sportversion gehört, einige Kilo leichter als der normale Mokka Electric.

Schnellster Elektro-Opel bisher

Laut den Rüsselsheimern haben sich die Ingenieure bei der Entwicklung der Hochvolt-Komponenten Inspiration bei der gleichnamigen Rallye-Version geholt, die bereits vor einigen Wochen enthüllt wurde und eventuell im Opel Electric Rallye Cup den Corsa ersetzen könnte. Die Änderungen betreffen unter anderem den Inverter und den Kabelbaum.

Wenn es um die Fahrleistungen geht, fährt der Mokka GSE im Segment der kleinen Crossover-Modelle vorne mit: Er beschleunigt in 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, während der Topspeed elektronisch auf 200 km/h begrenzt ist. Damit ist er der schnellste vollelektrische Opel. Diese Höchstgeschwindigkeit sollte jedoch nicht zu oft bis an die Grenze ausgereizt werden, da sonst die WLTP-Reichweite von maximal 336 Kilometern schnell dahinschmilzt. Die NMC-Batterie hat eine Bruttokapazität von 54 kWh (Nettokapazität von 50,8 kWh). Im Standardmodell bietet dieselbe Batterie eine Reichweite von bis zu 407 Kilometern.

Der Mokka GSE soll nicht nur geradeaus schneller sein, sondern auch flott um die Kurve zirkeln. Deshalb hat Opel ihm an den angetriebenen Vorderrädern ein mechanisches Torsen-Lamellen-Sperrdifferenzial spendiert, das das Drehmoment je nach Bedarf intelligent auf die beiden Vorderräder verteilt, um beispielsweise bei Nässe ein Durchdrehen des Rades zu verhindern. So wird die Traktion erhöht, was besonders auf kurvigen Straßen für mehr Performance sorgen soll.

Im Vergleich zu den Mokka-Versionen mit weniger Leistung hat Opel zudem die elektrische Servolenkung direkter abgestimmt sowie spezielle Achsen und ein sportlicheres Fahrwerk mit doppelten Hydro-Stoßdämpfern verbaut. Dazu kommt eine verstärkte Bremsanlage, die an den gelben GSE-Sätteln erkennbar ist, die durch die speziellen 20-Zoll-Leichtmetallräder gut sichtbar werden. Der Mokka GSE rollt serienmäßig auf „Michelin Pilot Sport EV“-Gummis. Optional ist aber auch eine weniger sportive Bereifung verfügbar, die eher auf Effizienz getrimmt ist und die maximal angegebene Reichweite ermöglicht.

Ansonsten ist die Optik des Mokka GSE für eine Sportversion vergleichsweise dezent ausgefallen – einzig die großen Räder und die breiten GSE-Schriftzüge an der Front und den Flanken lassen ihn aus der Masse an Mokkas herausstechen. Die geschwärzten Elemente auf der Front- und Heckschürze sind dagegen erst bei genauerem Hinschauen erkennbar. Da schon die Ausgangsbasis zu den schnittigsten Vertretern in seinem Segment zählt, waren nicht besonders viele Designänderungen vonnöten.

Im Innenraum fallen sofort die Alu-Pedalerie und spezielle GSE-Sportsitze auf, die bei der ersten Sitzprobe im Studio mit ihrem Seitenhalt und einer angenehm straffen Polsterung überzeugt haben. Sie sind mit Alcantara bezogen – einem Material, das sich auch auf den Türverkleidungen wiederfindet. Beim normalen Mokka setzen die Rüsselsheimer an der Stelle auf schnöden Kunststoff. Ob das Gestühl auch auf längeren Strecken bequem ist, muss es im Rahmen eines Fahrberichts unter Beweis stellen. Wie man es bei einer Sportversion erwartet, verfügen die Bezüge über ein eigenständiges Design mit angedeuteten Rallye-Streifen und gelben Ziernähten.

Bei circa 45.000 Euro dürfte es los gehen

Die Opel-Entwickler haben in das Infotainmentsystem spezielle Rundanzeigen integriert, die auf dem Zehn-Zoll-Touchscreen dargestellt werden und sportlich ambitionierten Fahrern wertvolle Informationen liefern sollen – neben der Batterietemperatur werden beispielsweise auch die G-Kräfte angezeigt. Zudem können die Beschleunigungswerte getrackt werden. Seine offizielle Messepremiere wird der Mokka GSE auf der IAA Mobility im September feiern. Im vierten Quartal möchte der Hersteller dann die ersten Exemplare ausliefern.

Offizielle Preise hat Opel noch nicht veröffentlicht, der normale Mokka Electric startet aber bei 36.740 Euro. Angesichts der Mehrleistung und einigen sportlicheren Komponenten, kann man bei der GSE-Version vermutlich mit einem Basispreis um die 45.000 Euro rechnen. Damit würde der Stellantis-Konzern preislich einen gewissen Respektabstand zum höher positionierten Technik-Bruder Alfa Romeo Junior Veloce wahren.

Quelle: Termin bei Opel vor Ort

2 Kommentare

zu „Opel Mokka GSE: 207 kW starke Sportversion des Elektro-Crossovers“
C. Brinker
23.07.2025 um 08:22
Stellantis bleibt plattformbedingt bei Akkugröße und damit Reichweite extrem beschränkt. Sie schaffen es, aufgrund hoher Effizienz bei den Standardmodellen noch relativ viel herauszuholen, aber für 45T EUR 336 km Reichweite wird nicht viele Käufer ansprechen. Es braucht keiner Akku"monster" von 80-100 kWh, bei der gebotenen Effizienz würden schon 65 kWh für WLTP Reichweiten - 500km genügen, aber allein das scheint die Plattform nicht herzugeben, schade.
Jörg
23.07.2025 um 09:26
wem will man bei 200 elektrischen kw noch irgendwas von Sportlichkeit vormachen - außer dem Autor vielleicht, der die Fahrleistungen "beeindruckend" findet? "Zudem können die Beschleunigungswerte getrackt werden", damit man im Kindergarten schön angeben kann. Leider hört die Sportlichkeit aber auch schon bei den Rallystreifen an den Sitzen auf, in den 80ern hätte man damit die Rummel-Ronnys noch beeindrucken können - aber heute....?

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