Erhalten Elektro-Porsches bald eine Fake-Gangschaltung?

Porsche wird offenbar bei seinen Elektroautos künftig Gangwechsel-Simulationen einführen – beginnend mit dem 2027er-Taycan, der Ende 2026 mit einem „virtuellen Getriebe“ auf den Markt kommen soll.

porsche taycan facelift 2024 15 min
Bild: Porsche

Wie das Portal „The Drive“ berichtet, soll Porsche die Händlerchefs im November bei einer Tagung in Atlanta über die anstehende Änderung informiert haben. Die Verkaufsteams sollen auf die Markteinführung der neuen E-Modelle mit „virtuellem Getriebe“ in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorbereitet werden – konkret wird der August für den Bestellstart genannt.

Porsche hat auf Anfrage von The Drive eine Stellungnahme abgelehnt, die Informationen aber auch nicht hart dementiert. Es hatte sich in den vergangenen Wochen schon angedeutet, dass die Zuffenhausener an einem solchen System arbeiten. Denn im November hatte sich Frank Moser, der Baureihen-Leiter der zweitürigen Porsche-Modelle 718 und 911, in einem Interview ausführlich zu seinen Erfahrungen im Hyundai Ioniq 5 N geäußert – und dem darin verbauten „Virtual Gear Shift“ von Hyundai.

„Es war eine Offenbarung“, sagte Moser der australischen Ausgabe von „The Drive“. „Ich erinnere mich, dass ich es mit Andy (Andreas) Preuninger gefahren bin, er ist mein Mr. GT [Projektmanager, GT Vehicles]. Ich sagte zu ihm: ‚Komm schon, ich hole dich im Ioniq 5 N ab.‘ Er sagte: ‚Lass mich in Ruhe, ich will keinen Elektrokram.‘ „Wir stiegen ins Auto, ich drückte den Knopf [N Grin Boost], und er sagte: ‚Wow!‘ Sie haben etwas Beeindruckendes gemacht.“ Auf konkrete Nachfrage nach Lerneffekten von dem virtuellen Motorensound und Gangwechsel sagte Moser klar: „Das ist der Weg.“

Da Moser aber auch darauf hinwies, dass er der Meinung sei, jeder Fahrer müsse selbst entscheiden können, wann er diese sportlichen Gimmicks nutzen und wann er lautlos und ohne Schaltrucke fahren will, geht „The Drive“ davon aus, dass die Funktion an- und abgeschaltet werden kann. Schon mit dem elektrischen Cayenne – hier unser DeeoDive zur Technik –setzt Porsche auf künstliche Motorengeräusche – die auf Wunsch aktiviert werden können. Aufgrund der Aussagen von Moser war die Premiere solcher Systeme bei Porsche eigentlich mit dem elektrischen 718 erwartet worden, jetzt dürfte das nächste Modelljahr des Taycan Porsche-intern der Vorreiter sein.

Aber: Auch wenn es sich um virtuelle Gangwechsel handelt, dürfte die Funktion nur bei den neuen Taycans möglich sein – und nicht per Software-Update auch auf Bestandsfahrzeuge ausgerollt werden. Denn es gibt zwar keine Hardware-Änderung am Antriebsstrang, wohl aber am Lenkrad: Bisher hat der Taycan schlichtweg keine Schaltwippen, über die der Fahrer die virtuellen Schaltvorgänge auslösen könnte. Bei Hyundai sind diese übrigens immer an Bord – um die Stärke der Rekuperation einzustellen.

thedrive.com, drive.com.au (Moser-Aussagen)

19 Kommentare

zu „Erhalten Elektro-Porsches bald eine Fake-Gangschaltung?“
Herbert Wertig
06.12.2025 um 15:02
Schaltwippen? Virtuelles Kupplungspedal, Schaltknüppel und böse Geräusche aus dem Lautsprecher, wenn Mann ohne Zwischengas schaltet! Alles andere ist für Menschen, die von A nach B fahren.
Birne
06.12.2025 um 18:39
Ist das pure Verzweiflung um nicht so stark Marktanteile zu verlieren oder was denken sich die AltBoomer bei Porsche dabei? :D
Daniel W.
06.12.2025 um 19:30
Die Käufer von diesem Porsche müssen wohl besonders verbrennersüchtig sein, wenn sie unbedingt eine Gangschaltung brauchen, während andere Autofahrer froh sind, wenn ihnen das Schalten abgenommen wird.
Dennis
07.12.2025 um 10:03
Der Krampf, das Porsche Gefühl aufrecht zu halten. Die Generation Porsche stirbt aus und Hersteller die gute Handys bauen , können mittlerweile auch leistungsstarke eAutos bauen … zum halben Kurs.
DerVerbrenner
07.12.2025 um 19:25
Mein Gott, hier sammelt sich ja der geballte Hass. Was ist für euch E-Jünger so schwer daran, zu verstehen, daß es Menschen gibt, die AKTIV und selbstbestimmt Auto fahren wollen ?
Michael Mayer
08.12.2025 um 10:46
Aktiv und selbstbestimmend? Mit wirkungsloser Schaltung und künstlichen Geräuschen??? Das ist peinlich und sonst nichts. Bald fahren wir im ICE und aus den Lautsprechern macht es tsch tsch tsch tsch…..
P.Albert
08.12.2025 um 08:33
Was ist denn daran so toll, die Unzulänglichkeiten eines Verbrenners = u.a. der abgrundschlechte Drehmomentverlauf, der mit der Krücke eines Schaltgetriebes so halbwegs korrigiert wird, nachzbilden? Nächste Unzulänglichkeit: der Krach = völlig unnütz erzeugte Akustikenergie, spritgefüttert. Das braucht kein Mensch, ebensowenig wie den Gestank, der zum Glück bisher selbst bei Porsche nicht nachgebildet werden soll.
NoFake
08.12.2025 um 07:33
Wenn man es genau nimmt, von welcher Fraktionen stammen all die Narrative und das Bashing, na überlege mal; oder aus welchen Gründen tummelt sich ein Verbrenner-Kopf hier im Forum ? Aktiv fahre ich auch mit einem BEV, das stets deutlich mehr Leistung als ein ICE aufzuweisen hat, nochmals aktiver um innerhalb der Grenzen der Physik zu bleiben. Aber warum liefert Porsche bei den Verbrennern kaum noch handgeschaltete Fahrzeuge aus? Ist das etwa aktiv und selbst bestimmt ?? Es ist wie es ist, die Imitation von Schaltvorgängen verhindert die Evolution nicht und wenn sich darüber belustigt ist das lange noch Hass, dafür bedarf es richtiger "Gegner" und keiner aussterbenden Technologie. Wenn man um bitte ein wenig mehr Intellekt bitten darf, wenn hier schon gestänkert werden soll !
Ulli
08.12.2025 um 06:35
Guten Morgen, da muß ich dann doch die Augen reiben. Aktiv und selbstbestimmt?Der Artikel handelt von Software , unechten Geräuschen und virtuellen Getrieben…Ihr Usernahme beschreibt oxidation, die immer den Verbrauch einer Komponente beinhaltet. Mein Verständnis: „Die Zukunft der Verlierer ist die Vergangenheit“
Robert
08.12.2025 um 07:44
finde es schon peinlich wenn ein großer Sportwagenhersteller von Hyundai abkupfert und nachbaut und wohl zum doppelten oder dreifachen Preis. Aber wers braucht soll damit glücklich werden. Nur wie will Porsche damit in die Zukunft kommen wenn man darart an der Vergangenheit festhält? warum nicht mit den vielen Vorteilen die die E-Mobilität bietet Werbung machen?. Aber wenn Porsche so auf die Vergangeheit setzt hätte ich ja noch einen Tipp wie wäre es mit simulierten Öl-Wechseln alle 7500 km wie sehr viel früher, simulierten Zündkerzen wechseln usw. damit liese sich doch bei den Verbrenner fans bestimmt ne Menge Geld verdienen ohne tatsächlich Ausgaben der Werkstätten wäre das nicht eine grandiose Idee Geld zu verdienen. Möchte aber bei Verwirklichung meiner Idee aber auch eine Provision haben.
Sam
28.12.2025 um 17:01
Das ist ja mal ein echt konstruktiver Beitrag. Schafft sogar Arbeitsplätze. Mit genügend Alkohol kann man da bestimmt noch weiterdenken.
Lodi
08.12.2025 um 07:58
Der Markt wird zeigen, was gekauft wird und alles was Umsatz bringt ist erlaubt!
erFahrer
08.12.2025 um 08:06
Innovation sieht anders aus. Wie wäre es denn wenn der sportliche Fahrer schon eine Herausforderung sucht, Traktion und die Reku und Bremsen individuell je Rad ansteuern zu können, dann gibt auch jede Menge „Können“ das der Pilot leisten kann.
Jörg
08.12.2025 um 08:31
wenn DAS die Innovationen sind, die Porsche braucht.... naja dann mal weiter so....
H. Ebel
08.12.2025 um 08:54
Wer kommt den auf diesen Schwachsinn? Hat denn zu Kaisers Zeiten jemand die Idee gehabt, vor den damals neuen Automobilen ein Holzpferd auf die Motorhaube zu basteln nur weil der Kaiser sagte, dass das Automobil niemals das Pferd ersetzen würde? Die ersten dieser Fahrzeuge aus den 1890er Jahren fuhren im Übrigen bereits elektrisch.
A.B.
08.12.2025 um 10:38
Sie haben gar keine Ahnung! Entschuldigung :-) Es gibt eine riesige Szene von Menschen, die nebenbei auch Simulator fahren. Diese Technik direkt im Auto gibt eine bessere Kopplung von Mensch und Auto. Das wird von ALLEN Testern so bestätigt. Schauen sie sich die aktuellen Fahrberichte zu Ioniq 6N und AMG GT4 an. Vielleicht wird ihre Meinung dann dazu differenzierter! Ich verstehe ja, dass einige Menschen sich das nicht vorstellen können. Deswegen kam Porsche ja auch anfangs zu dieser Fehlentscheidung. Das hat nichts mit Rückschritt zu tun. Die eAutos sind trotzdem sparsam und technisch nicht so pflegeintensiv. Dennoch emotional. Ist doch ein tolle Kombi.
A.B.
08.12.2025 um 09:24
Sehr gut, dass Porsche das so schnell nachzieht! Das war halt eine klassische Fehlentscheidung oder Fehleinschätzung der Verantwortlichen. Wahrscheinlich waren die Projektverantwortlichen zu weit weg von den AutoEnthusiasten. Stimmen gab es bestimmt in diesen Teams, die nur nicht gehört wurden. AMG hat das halt richtig gemacht und die Verbrennermotorenentwickler bis in die Perfektion die Simulation umsetzen lassen. AMG GT4, Hyundai N Serie, Honda Super-One...Alle Testfahrer hatten ein breites Grinsen. Ein ID Golf GTI 2029 oder auch der aktuelle Mini JCW müssen das unbedingt bringen. Das wird mit Kaufentscheidend sein. Es gibt halt viele Auto Fans. Der Sound und die Interaktion machen diese Autos emotional. Ist so!
Max
08.12.2025 um 12:37
Bitte auch Fehlzündungen bei Elektroautos nachbilden, um das richtige Rennsport-Feeling zu erzeugen. Das machen jetzige "Sportwagen" auch schon: Die Triebwerke grenzen bereits an Perfektion, was mit Verbrennertechnologie möglich ist, und würden niemals Fehlzündungen produzieren, wenn der Treibstoff in Ordnung ist und der Motor nicht defekt. Aber lächerliche Nachbildungen von Fehlzündungen müssen sein, weil schon jetzige Verbrenner verglichen zu den 80ern an langweiliger Perfektion nicht zu übertreffen sind. Dann können sich auch Wolfgang und Günther einbilden, ein Walter Röhrl zu sein.
Walter Gutmann
29.12.2025 um 12:39
Wahrscheinlich kann man bald bei Porsche als E Fahrer auch bei der Inspektion einen Wechsel der Steuerkette oder der Zündkerzen dazubuchen . Einfach nur noch peinlich, was bei Porsche so alles abgeht.....

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