BYD löst Tesla als größten Elektroautobauer der Welt ab
BYD setzte im gerade abgelaufenen Jahr insgesamt 4,6 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride (sogenannte New Energy Vehicles, NEVs) ab – und damit rund 7,7 Prozent mehr als 2024 mit 4,25 Millionen NEVs. Dabei verlangsamt sich das Wachstum merklich: Von 2023 auf 2024 betrug der Zuwachs bei BYD noch satte 41 Prozent, jetzt muss sich BYD mit einem einstelligen Plus begnügen. Doch das Ergebnis von 2025 reicht ohne Weiteres, um den vorigen Spitzenreiter Tesla bei den weltweiten Verkäufen zu stürzen. Dazu vergleichen wir nicht die genannten NEVs, sondern ausschließlich die Batterie-elektrischen Pkw (BEV), von denen BYD im vergangenen Jahr exakt 2.256.714 Einheiten verkaufte (+27,9% YoY).
Tesla hat dagegen ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Verkäufe des texanischen Autobauers stürzten in der ersten Jahreshälfte vielerorts ab. Erst in der zweiten Jahreshälfte stabilisierten sich die Statistiken. Als einer der Hauptgründe für den schwachen Auftritt gilt das politische Engagement von Tesla-CEO Elon Musk für US-Präsident Donald Trump. Fakt ist: In den ersten drei Quartalen setzte Tesla kumuliert nur 1,22 Millionen BEVs ab. Heißt: Tesla bräuchte in Q4 mindestens 571.000 Fahrzeugauslieferungen, um das Ergebnis des Gesamtjahres 2024 von 1.789.226 ausgelieferten Fahrzeugen zu erreichen. Das ist sehr ambitioniert. Und: Tesla bräuchte im Q4 über eine Millionen Fahrzeugauslieferungen, um BYDs BEV-Marke zu erreichen – was unrealistisch ist.
Schätzungen von Analysten, die Tesla übrigens erstmals selbst veröffentlicht, belaufen sich vielmehr auf ungefähr 422.850 Fahrzeugauslieferungen im vierten Quartal, sodass das Unternehmen auf Jahresbasis etwa bei 1,64 Millionen Einheiten landen dürfte. Gewissheit dürfte es bald geben: Tesla veröffentlicht seine Produktions- und Absatzzahlen in der Regel gleich zu Jahresbeginn.
Dass die Sache so klar zugunsten von BYD ausgehen würde, war indes so nicht vorherzusehen. 2024 lag BYD beim BEV-Absatz noch knapp hinter Tesla, wobei es auf Quartalsbasis auch zu diesem Zeitpunkt schon einen Punktsieg für BYD setzte. Das war seinerzeit eine große Schlagzeile in vielen Medien, in der Folge verbuchte BYD regelmäßig Rekordzahlen. Doch auch bei dem chinesischen Hersteller gehen die Statistikkurven inzwischen runter.
Wie das Portal CN EV Post zusammenfasst, kam BYD in 2025 auf 4,55 Millionen NEV-Pkw (+6,9% YoY) und 57.013 NEV-Nutzfahrzeuge (+161,8% YoY). Die Pkw-Verkäufe verteilen sich wiederum auf die besagten 2,26 Millionen BEVs (+27,9% YoY) und 2,29 Millionen Plug-in-Hybride ( PHEVs, -7,9% YoY). Das zeigt: Vor allem bei den Teilzeitstromern hat BYD Probleme. Im Dezember lag der PHEV-Absatz satte 26 Prozent unter dem Vorjahr. Damit liegt die Kurve nun schon im neunten Monat unterhalb der 2024er PHEV-Verkäufe. Und das, obwohl das Jahresende in China immer als besonders starke Kaufzeit gilt (im Gegensatz zum Jahresanfang der saisonal bedingt immer recht schwach ausfällt).
Der Absatz von BYDs BEV-Pkw belief sich im Dezember auf 190.712 Einheiten, was ebenfalls einem Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 20 Prozent gegenüber dem November entspricht. Die Tendenz zeigt also nach unten: Fasst man BEVs und PHEVs zusammen, verbuchte BYD in den zurückliegenden vier Monaten kontinuierlich rückläufige Zahlen gegenüber dem Vorjahr. Im Dezember waren es konkret 420.398 NEVs (-18% YoY).
Doch BYD kann sich berechtigte Hoffnung auf neues Wachstum machen. Denn die Exportzahlen schnellen parallel in die Höhe. Im Dezember erreichten die Chinesen mit 133.172 exportierten NEV-Einheiten einen neuen Rekord. Der Wert liegt 133 Prozent über dem Vorjahr. Auf Jahresbasis kam BYD auf insgesamt 1,05 Millionen im Ausland abgesetzte NEVs (+ 151% YoY). Der Export wird bei BYD also zunehmend zum Faktor.
Zum Abschluss noch ein Blick auf die Batterieproduktion bei BYD. Das Unternehmen stellt bekanntlich nicht nur E-Autos und Plug-in-Hybride, sondern auch deren Akkus her. Die Installationen von E-Auto-Batterien und stationären Speicherbatterien von BYD belief sich laut CN EV Post im abgelaufenen Jahr auf etwa 285,6 GWh, was einem Anstieg von knapp 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf das vierte Quartal entfielen dabei 82,4 GWh (+23% YoY).





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