Großbritannien versucht, die Ladekosten zu senken

Die britische Finanzministerin Rachel Reeves plant, die Ladekosten für Elektroautos zu senken, da befürchtet wird, dass die ab 2028 geplante streckenabhängige Steuer für E-Autos zu einem Einbruch der Verkaufszahlen führen könnte.

Beev ultra fast charging station london england uk
Bild: Be.EV

Mit der Einführung der neuen Steuerregelung im Jahr 2028 sollen Halter von Elektroautos mit 3 Pence pro Meile belastet werden, was zu einem starken Rückgang der Verkaufszahlen von Elektroautos führen könnte. Um die Kostenauswirkungen der neuen Steuer abzumildern, will Downing Street daher sicherstellen, dass die Kosten für das Laden an öffentlichen Ladestationen, die in den letzten Jahren stark gestiegen sind, gesenkt werden, berichtet der „Telegraph“.

Daher strebt das Finanzministerium eine Senkung des derzeitigen Mehrwertsteuersatzes von 20 Prozent für Ladestationen an Tankstellen und Supermärkten an. Fahrer, die zu Hause laden, profitieren dagegen bereits von einem reduzierten Mehrwertsteuersatz von nur 5 Prozent.

Wenn die streckenbezogene Steuer eingeführt wird, „dürfte dies den durchschnittlichen EV-Fahrer zusätzlich 255 Pfund pro Jahr kosten, da das Finanzministerium die entgangenen Einnahmen aus der Kraftstoffsteuer ersetzen will“, wie der „Telegraph“ berechnet. Hybridfahrzeuge sind mit einer geringeren Gebühr belastet, die ab 2028 auf 1,5 Pence pro Meile geschätzt wird, während Halter von E-Autos wie erwähnt mit 3 Pence pro Meile zur Kasse gebeten werden sollen.

Eine Quelle aus Whitehall sagte gegenüber dem „Telegraph“: „Wir überzeugen die Menschen davon, auf Elektroautos umzusteigen, indem wir ihnen zeigen, dass es einfach und günstig ist. Viele Menschen können dadurch Geld sparen.“ Ein besonderes Ziel ist es, das öffentliche Laden erschwinglicher zu machen, da E-Auto-Fahrer, die an der heimischen Wallbox laden können, derzeit deutlich weniger für das Laden ihrer Fahrzeuge bezahlen, was die bereits bestehende Ungleichheit noch verstärkt. Zapmap berechnet derzeit, dass man zu Hause mit Kosten von etwa 8 Pence pro kWh rechnen kann, während der vergleichbare Tarif an einer AC-Ladestation mit 54 Pence pro kWh etwa siebenmal höher ist.

Unabhängig davon, ob die Steuer eingeführt wird, ist die Unsicherheit in Bezug auf die Elektromobilität auf dem europäischen Kontinent für lokale Hersteller nicht gerade förderlich, beispielsweise angesichts der Kritik am Ausstiegstermin für Verbrennungsmotoren im Jahr 2035.

Ein Regierungssprecher äußerte sich zur Gesamtsituation: „Die Regierung fördert die Umstellung auf Elektrofahrzeuge, indem sie Autofahrern bis zu 3.750 Pfund beim Kauf eines Neuwagens spart, wovon bereits fast 50.000 Menschen profitieren, und über 7,5 Milliarden Pfund in den britischen Elektrofahrzeugsektor investiert. Wir überprüfen auch die Kosten für das öffentliche Laden von Elektrofahrzeugen, wobei wir die Auswirkungen der Energiepreise, weitere Kostenfaktoren und Möglichkeiten zur Senkung dieser Kosten für die Verbraucher untersuchen werden.“

telegraph.co.uk

10 Kommentare

zu „Großbritannien versucht, die Ladekosten zu senken“
BEVdev
14.01.2026 um 23:08
So viel besser ist die Situation hierzulande auch nicht. Während Heimlader mit Nachtladetarifen von 16ct/kWh profitieren können, zahlt man an der AC Ladesäule eines großen süddeutschen Anbieters 56 Cent plus Blockiergebühr spätestens ab der 45. kWh, auch nachts.
Volker Jaschke
15.01.2026 um 08:35
Können Sie bitte die Quelle für die 16ct/kwh angeben? Solche Tarife sind ja meist mit extra Grundgebühr "belastet" und dieser Tarif scheint mir derzeit nicht sehr realistisch. An der Ladesäule des großen süddeutschen Anbieters zahlt man 39 cent +~4cent/km Grundgebühr bei 1500km/Monat . Die Blockiergebühr greift erst nach 4h.
BEVdev
15.01.2026 um 12:46
Die 16ct/kWh wurden mir von einem Nutzer von Octopus Go genannt. Bestätigen kann ich das nicht, da man beim Antrag ein individuelles Angebot erhält.4 Cent/km Grundgebühr wären heftig, das entspricht den gesamten Stromkosten eines BEV-Fahrers, der daheim lädt. Der Strompreis von 39ct/kWh gilt dann auch nur an deren Säulen, also schränkt man sich entweder auf einen Bruchteil der Ladesäulen in seiner Umgebung (und deren momentane Verfügbarkeit) ein, oder man zahlt noch weiteren Anbietern diese Grundgebühr. Beides nicht so schön.Genau, die Blockiergebühr greift ab 4h, was bei den meisten BEVs ca. 44kWh Lademenge entspricht. Man kommt also zum Beispiel abends um 22 Uhr mit leerem Akku nach Hause, um dann nachts um 2 Uhr ein halb vollgeladenes Auto von der Säule wegzuparken. Hab ich schon so gemacht, ist unfassbar ätzend, wenn man nicht sowieso unter Schlafstörungen leidet.
ioniqKnechter
15.01.2026 um 23:38
Na, gerade Anbieter gewechselt. Jetzt 22,32ct/kWh u Grundpreis 12,94 Monat bei Stadtwerke Hamm, macht effektiv 24 Cent/kWh bei meinem Jahresverbrauch. Zusätzlich ein Abo für 11,99 € u 39 ct/kWh effektiv durchschnittlich 41,3 ct/kWh mit meinen monatlichen km an – HPC Ladesäule. - Im übrigen, ab 110 kWh/Monat unterschreitet man die 50 ct/kWh Grenze inkl Abo Gebühr.
Hubert Brunner
15.01.2026 um 07:40
Nur eine Frage der Zeit bis man in Deutschland mit dieser Regelung um die Ecke kommen wird angesichts der klammern Kommunen und Länder...
ID.alist
15.01.2026 um 08:08
Wenn ich es richtig verstehe, will man eine EV-Steuer einführen um den Wegfall der ICE-Steuer auszugleichen, aber damit die Menschen weiterhin BEVs kaufen will man jetzt die MehrwertSteuer senken auf den Strom.Klingt so, als ob alles viel kompliziert werden soll aber am Ende niemand was davon haben wird.
Robert S.
15.01.2026 um 08:16
Auf welche Art muss denn der Halter eines e-PKW in UK die jährlich zurückgelegte Strecke nachweisen? Muss das Fahrzeug mit einer Telematik Box ausgerüstet werden wie ein LKW?
Chris49
15.01.2026 um 21:24
Das soll von "MoT-Werkstätten" gemacht werden, also denen, die auch erlaubt sind, das britische Äquivalent zur deutschen Hauptuntersuchung.Allerdings gibt es da noch einige Fragen zur Kapazität ebendieser Werkstätten, die ja dann in einer höheren Frequenz als die regulären MoT-Tests für alle BEV die KM-Stände prüfen müssen.
Gärtner
15.01.2026 um 11:58
Mit einer ähnlichen Besteuerung ist in allen anderen Ländern auch zu rechnen.Nehmen wir für Deutschland 2ct/km an, kommen für eine Jahresfahrleistung von 20.000km 400€ Steuern zusammen.Eine Senkung der Umsatzsteuer von 19% auf 5% für Ladestrom würde bei einem kWh Preis von 30ct ca. 3,5ct ausmachen. Bei angenommenen 20kWh pro 100 km, reduziert sich das Ladeentgelt bei 20.000km dann um 141€.
Robert
16.01.2026 um 07:23
was ist denn das für einen Schwachsinn? erst fördern das die Leute umsteigen und dann brutal abkassieren. Da braucht man dann nicht auf E-Auto umzusteigen sondern bleibt beim Verbrenner fertig. Anscheinend sit E-Mobilität nicht erwünscht in Europa von den Politikern kommen doch nur Lippenbekenntnisse und sonst nichts. Übrigen erinnert mich das auch an Deutschland vor vielen Jahren erst wurden Gasheizungen massiv beworben und gefördert kaum sind dann viele umgestiegen wurden die Gaspreise über Nacht dann um 25% erhöht. Gibt es denn in Europa keine Regierung mehr die sich um das Wohl des eigenen Volkes kümmert?

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